Parrot Bebop inklusive Skycontroller: Das Fliegende Auge im Videotest

Drohnen erfreuen sich trotz harter Regularien großer Beliebtheit. Kein Wunder, denn die fliegenden Dinger wecken in jedem das Kind im Inneren. Wir haben die Parrot Bebop inklusive dem Skycontroller zu einem Flugtest in eine Kletterhalle mitgenommen.

Eigentlich hat Parrot seine Wurzeln im Automobilbereich, vor allem als Hersteller von Freisprechanlagen. Aber 2010 überraschte das französische Unternehmen mit der ersten, preisgünstigen Drohne für den Endkonsumenten: der AR.Drone. Diese war die erste ihrer Art, die man mit einem iPad steuern konnte, während man auf dem Tablet zugleich auch das Livekamerabild dargestellt bekam. Der Erstling wird heute noch produziert und verkauft. Parrot hat mit dem am Ende des vergangenen Jahres vorgestellten und mittlerweile erhältlichen Bebop aber bereits einen Nachfolger der AR.Drone im Sortiment.

Die Drohne ist vollgestopft mit Technik

Schon die AR-Drone 2.0 und auch der Mini-Quadrocopter Rolling Spider wurden von Parrot mit Technik vollgestopft. Beim Bebop treiben die Entwickler es auf die Spitze: Im Inneren schlägt ein Dual-Core-Prozessor mit achtmal mehr Leistung als die CPU in der AR-Drone 2.0, dem ein Quad-Core-Grafik-Chip und 8 GB interner Speicher zur Seite stehen. Weiterhin enthalten sind eine Kamera, die zur Orientierung ohne GPS direkt nach unten filmt, eine 3-Achsen-stabilisierte 14-Megapixel-Kamera mit FishEye-Optik und sechs optischen Elementen für Aufnahmen.

Dazu kommen noch Beschleunigungsmesser, Gyroskop, Magnetometer, ein Ultraschall-Sensor mit einer Reichweite von acht Metern und ein Drucksensor. Bei der Masse an Komponenten könnte man glauben, dass die Parrot Bebop ein gewaltiges Fluggerät mit den Abmessungen einer DJI Phantom ist, aber dem ist nicht so. Die französischen Designer haben sämtliche Elektronik in ein Gestell aus mit Glasfasern verstärktem ABS montiert und teilweise mit Styropor verkleidet – so beträgt das Gewicht nur 380 Gramm. Zwei Exemplare des Samsung Galaxy S5 wiegen da mehr als die Parrot Bebop-Drohne allein.

Die Kamera: das fliegenden Auge

Bei der Kamera setzt Parrot auf eine 14-Megapixel-Kamera mit FishEye-Optik, wobei die typische Krümmung elektronisch rausgerechnet wird. Das Sichtfeld ist mit 180 Grad sehr weit, aber dafür ist die Kamera starr vorne in der Nase verbaut. Zwar ist die Kamera zum Schutz vor Stößen und Vibrationen schwingend gelagert. Zusätzlich gleicht aber auch noch ein elektronischer Bildstabilisator weitere ungewollte Schwingungen aus. Dadurch liefert die Kamera noch ruhigere Bilder während des Fluges.

Da die Kamera starr in der Nase der Bebop verbaut ist und man die Drohne nicht immer für einen Schwenk oder Bildausschnittwechsel umpositionieren will, nutzt Parrot die hohe Auflösung aus, um Bildausschnitte des Sensors zu übertragen. Fotos werden somit effektiv mit 4.096 x 3.072 Pixel geschossen, also 12,6 Megapixeln, während Videos in Full-HD mit maximal 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Von der Qualität der Bilder kommt die Bebop aber nicht an die Aufnahmen einer GoPro Hero3+ heran.

Skycontroller: Steuerung deluxe

Für den ultimativen Drohnenspaß hat Parrot noch einen Leckerbissen parat: den Skycontroller. Diese erinnert an eine echte Fernsteuerung wie im Modellflug. Über zwei Sticks steuert Ihr die Bebop-Drohne und es gibt dann auch noch zusätzliche Tasten zur Steuerung des Kamerabildes, zur Aufnahme von Fotos und Videos, zum Start und zur Landung. Außerdem findet Ihr auch eine Notfalltaste vor, die zur sofortigen Abschaltung der Rotoren führt.

In die Mitte lässt sich noch ein Smartphone oder Tablet klemmen, damit Ihr den Livefeed der Kamera im Blick behalten könnt. Zusätzlich gibt es aber am Skycontroller einen HDMI-Port, über den man eine Video-Brille wie die Sony HMZ-T3W anschließen kann, um dann den Drohnenflug aus einer Art Ego-Perspektive zu erleben. Genial! Schade nur, dass wir zum Testzeitpunkt keine solche Brille in der Redaktion hatten. Der Skycontroller ist aber jedem zu empfehlen, der sich eine Bebop von Parrot anschaffen will. Zwar lässt sie sich auch per Smartphone und Tablet sehr leicht steuern. Aber mit dem Skycontroller erhöht sich die Reichweite auf bis zu zwei Kilometer und es ist auch wesentlich einfacher zu fliegen.

Fazit:

Die Parrot Bebop Drohne kostet ohne den Skycontroller 499 Euro, mit der Fernsteuerung müsst Ihr tiefer in die Tasche greifen: 899 Euro. Aber wenn man bedenkt, dass eine vergleichbare DJI Phantom Vision 2+ 1199 Euro kostet, dann ist die Bebop schon ein kleines Schnäppchen. Vom Fluggefühl her ist sie sehr leicht zu steuern und damit gerade für Drohnenpiloten geeignet, die schon erste Flugmeilen mit kleineren Drohnen gesammelt haben und jetzt mehr wollen.

Schade ist aber, dass die Kamera nur in guten Lichtverhältnissen auch qulitativ hochwertige Bilder und Videos abliefert. Außerdem stört auch die schlechte Akkuaufnahme sowohl am Skycontroller als auch an der Drohne selbst. Seltsam ist auch die Verkaufspolitik von Parrot, denn der Skycontroller lässt sich aktuell nur im Bundle mit einer Bebop-Drohne erwerben. Als separates Zubehör ist der Skycontroller nicht erhältlich. Aber vielleicht ändert sich da schon bald etwas …


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