So schlägt sich Google Glass im Alltagstest

An sich ist Googles Idee, eine Datenbrille für jedermann zu entwickeln, ja gar nicht schlecht. Aber wie einsatzfähig ist Google Glass aktuell im Alltag eigentlich schon? Dieser Frage bin ich auf den Grund gegangen und wollte am eigenen Leib erleben, ob der werte Kollege Patrick Zimmermann richtig liegt oder ob Google sein Glass inzwischen praxistauglicher gestaltet hat.

Von Navigation, einfachen Fotos und Videos  bis hin zur Echtzeitübersetzung mit World Lens habe ich mir zahlreiche Funktionen von Google Glass und passenden Apps angeschaut und getestet.

Ganz so einfach war der Test nicht. Zwar funktionierten die Standard-Apps zum Foto- Video schießen und auch die Videotelefonie per Hangout auf Anhieb, aber gerade die Navigation hat doch große Schwierigkeiten bereitet. Zum einen versteht Google Glass nur englisch, so dass bei der Spracheingabe von deutschen Adressen meist nur Unsinn herauskam. Zum anderen gab es keine Möglichkeit, auf dem Smartphone eine Adresse zu suchen und diese dann als Zielpunkt dem Glass zu übermitteln.

Problemloser haben sich die Apps World Lens und Mini Games gestaltet. Diese mussten nur auf in den auf dem Smartphone installierten Glass Ware aktiviert werden, und schon konnte ich eine spanische Speisekarte mit World Lens in Echtzeit übersetzen oder eine kleine Partie Tennis spielen. Die Übersetzung von World Lens hatte manchmal auch einen sehr unterhaltsamen Charakter, da die Trefferquote bei unserer spanischen Speisekarte nicht hundertprozentig stimmte.

Fazit: Im jetzigen Stadium ist Google Glass weit davon entfernt, alltagstauglich zu sein – der praktische Nutzen ist aktuell einfach zu gering, und die Spracheingabe in Englisch reduziert die Anwendbarkeit weiter. Es ist also kein Wunder, dass die amerikanischen Nutzer ohne die Sprachbarriere deutlich begeisterter reagieren. Das Warten für deutsche "Glasser" geht indes weiter...


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