"Swing Copters": Bitte installiert nicht dieses Spiel!

Schon "Flappy Birds" brachte Handy-Gamer an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Die Fortsetzung "Swing Copters" setzt jetzt noch einen drauf. Eine Empfehlung? Nein, eher eine Warnung!

Nur noch einmal. Wirklich. Noch einen Versuch, dann muss dieser digitale Karlsson vom Dach, also der kleine Typ mit dem Propeller auf dem Kopf, doch das Hindernis überwinden können. Das kann doch nicht so schwer sein.

"Swing Copters", der neue Streich von Dong Nguyen, treibt mich in den Wahnsinn. Schon sein Erstling "Flappy Birds" bestach nicht gerade durch ein komplexes Gameplay. Ein dummer Vogel musste von links nach rechts an Röhren vorbeigeschleust werden, durch das Tippen auf den Smartphonescreen wurde die Flughöhe reguliert.

Klingt einfach? Pustekuchen: Bereits nach kurzer Flugdauer zerschellt der arme Vogel. Immer wieder. Ein zermürbendes Erlebnis – und dennoch ein großer Erfolg. So groß, dass der Entwickler sich erst einmal zurückzog – und das Spiel gleich mit: "Flappy Birds" veschwand aus den Online-Stores dieser Welt.

Nun ist mit "Swing Copters" die Fortsetzung da. Und sie ist noch schlimmer. Der Propellermann muss diesmal Höhe gewinnen. Sobald das Spiel läuft, dreht sich sein Kopfrotor, per Fingertipp ändert er seine Richtung nach links oder nach rechts – immer an beweglichen Hindernissen vorbei. Wenn es gut geht. Denn meistens erwischt der kleine Kerl nicht die Lücke, sondern den schwingenden Hammer.

"Swing Copters" ist der Nachfolger von "Flappy Birds" – mit genauso großem Suchtpotenzial(© 2014 Swing Copters, CURVED Montage)

Spiel sollen ja eigentlich Spaß machen. Aber "Swing Copters" ist ein Kampf. Nicht nur einmal war ich kurz davor, mein Smartphone in die Ecke zu schmeißen. Immer wenn ich dachte, "diesmal schaffe ich es", war das Spiel auch schon wieder vorbei. Und wenn ich es doch einmal das erste Hindernis bewältigt habe, kommt keine Freude in mir auf. Eher ein trotziges "JA!".

Wie das Ende eines harten Arbeitstages – an dem man aber gar nicht sagen kann, was man wirklich geschafft hat. Denn dann wartet schon das nächste Hindernis. So stelle ich mir Dantes "Inferno" vor. Man will die Höllenleiter aufsteigen, nur um in eine noch schlimmere Hölle zu gelangen.

Gratis, aber nicht kostenlos

Obwohl ich für das Spiel keinen Cent ausgegeben habe, ist es nicht kostenlos: Ich zahle mit Lebenszeit und Nerven. Und kaum lege ich das Smartphone dann doch mal aus der Hand, fehlt mir was. Es ist ein Gefühl, etwas nicht erledigt zu haben. Immer wieder schaue ich auf das Display. Will es noch einmal versuchen.

Obwohl ich weiß, dass es mir nicht gut tut, mein Nervenkostüm belastet, mich frustriert, will ich endlich meinen niedrigen Highscore knacken. Ein Wahnsinn. Also kann ich nur eine Warnung aussprechen: Installiert "Swing Copters" nicht auf Eurem Smartphone. Es macht Euch verrückt. Aber genug davon. Ich will endlich das dritte Hindernis überwinden...

Falls Ihr es doch ausprobieren wollt: "Swing Copters" gibt es für Android im Google Play Store und iOS bei iTunes.


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