Vitastiq im Selbstversuch getestet: der digitale Vitaminmesser

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Vitastiq ist ein Akupunktur-Stift mit App
Vitastiq ist ein Akupunktur-Stift mit App(© 2016 CURVED)

Ein etwas dickerer Stift, der an ein Smartphone oder Tablet angeschlossen wird, soll mir genau sagen können, wie hoch mein Vitamingehalt im Körper ist? Wenn es nach dem Hersteller vom Vitastiq geht, ist genau das damit möglich. Das habe ich an mir selbst ausprobiert.

Kompatibel ist das Gerät mit iPhones, iPads und Android-Smartphones. Per Audio-Kabel wird der Vitastiq in den Kopfhörereingang des Geräts gesteckt, und schon geht es los. Über die App kann nun ein Profil eingestellt und der Messumfang angegeben werden, so lassen sich bis zu 30 mögliche Vitamine und Mineralien im Körper checken.

Messen ist kinderleicht

Um den Vitamin- oder Mineralhaushalt zu messen, muss der Stift nur an bestimmte Stellen des Körpers gepresst werden. Das tut nicht weh, man spürt gar nichts. Die Technik dahinter basiert auf EAV - sogenannter Elektroakupunktur. Dabei wird an verschiedenen Akupunkturpunkten der elektrische Hautwiderstand gegenüber einem Bezugspunkt gemessen. Dieser Kreislauf führt von Stiftspitze durch den Körper und zur metallischen Stifthülle, die als Elektrode dient. Die Punkte, die für Vitamine und Mineralien wichtig sind, befinden sich an Fingern, Zehen und vereinzelt am Rest des Körpers.

Die App zeigt auf einer Körperzeichnung den ungefähren Punkt an, wo der Stift aufgesetzt werden soll. An der Stelle suchen wir durch minimale Bewegungen den höchsten grafischen Ausschlag auf dem Display unseres Smartphones. Nach kurzer Zeit wird dieser Punkt gespeichert.

Ein bisschen schade ist, dass es lediglich ein farbliches Diagramm mit Werten von low, mild, good und high gibt, aber keine Zahlen, die man beispielsweise mit Werten einer medizinischen Untersuchung vergleichen könnte. Das liegt laut Hersteller daran, dass vor allem der Unterschied zwischen den Messungen für einen Vergleich relevant sind.

Ein Selbstversuch

Beim ersten Messen standen bei mir alle Werte im orangefarbenen Bereich auf "mild". Ziemlich enttäuschend. Also habe ich öfter mal zum Obst und Gemüse gegriffen - und siehe da, eine Woche später waren alle Werte zumindest im unteren grünen Bereich. Yeah! Die spannenden Veränderungen gab es nach dem Einwerfen einer B-Vitamin-Tablette. Darin enthalten waren jeweils 50mg B1, B2, B3, B5 und B6 sowie 0,05mg B7 (Biotin) und 0,02mg B12. Eine Stunde später habe ich die Messung wiederholt und besagte Vitamine waren wirklich in einem höheren grünen Bereich. Da es zum Frühstück ein Erdnussbutter-Toast gab, hat sich mein Magnesium-Haushalt auch extrem weit nach oben geschraubt.

Was ich allerdings nicht verstanden habe: Plötzlich war mein Vitamin-C-Spiegel im gefährlichen roten Bereich! Panik! Denn die App weist mich nebenbei darauf hin, dass zu viel Vitamin C zu Störungen im Magen-Darm-Bereich, Übelkeit und Durchfall führen könnte. Passiert ist zum Glück nichts dergleichen.

Bei einem zweiten Versuch habe ich einen halben Liter Karottensaft getrunken. Und eine Stunde später war der passende Wert von Biotin tatsächlich ein bisschen höher.

Pro und Kontra

Mir gefällt an der App besonders, dass zu jedem Vitamin nützliche Tipps geliefert werden. Zum Beispiel, wofür das Vitamin/Mineral da ist, in welchen Lebensmitteln dieser Stoff existiert oder welche Symptome mein Körper zeigen könnte, wenn mein Vitamin- bzw. Mineralhaushalt zu niedrig ist. Da überlegt man sich dann doch, ob man zum Mittagessen vielleicht mal den Karottensaft statt des ungesunden Zuckerzeugs trinkt.

Der Nachteil: Wie genau der Stift die Messwerte liefert, lässt sich schwer überprüfen. Wenn Ihr beim Arzt Euren Vitaminhaushalt bestimmen lassen wollt, müsst Ihr richtig tief in die Tasche greifen. Die Blutuntersuchung von beispielsweise Vitamin B1, B2 und B6 kostet jeweils (!) 33,22 Euro, da dieser Test unter die individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) fällt.

Schon allein deswegen wäre es super, wenn der Vitastiq gute Richtwerte liefert. Der Hersteller hat inzwischen eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben, die die Genauigkeit und Funktionsweise des Vitastiq überprüft. Ergebnisse gibt es bisher noch nicht.

Vorsicht ist geboten bei den fettlöslichen Vitaminen E, D, K und A. Hier kann eine Überdosis schwere Vergiftungen hervorrufen. Also, wenn der Stift anzeigt, dass Euer Wert zu niedrig ist, sollte man lieber nicht prophylaktisch viel davon einwerfen, um den Wert zu steigern.

Fazit

Der kleine handliche Stift ist ein sehr praktisches Gadget für alle, die ihren Vitaminhaushalt so ungefähr im Blick haben wollen und auf die Methoden der Akupunktur und der traditionellen chinesischen Medizin vertrauen. Schade ist, dass sich die Werte noch nicht mit anderen E-Health-Apps verbinden lassen.

Eine deutsche Version der App ist bereits in Planung. Der Vitastiq kostet momentan 99 Euro plus 12 Euro Versand nach Deutschland.


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