Vom Militär über Android zu iOS: Siris Entstehungsgeschichte

Die Huffington Post widmet Apples Sprachassistenten Siri einen umfangreichen Artikel: Von der ersten Idee bis zur Marktreife, vom Forschungsprojekt des US-Verteidigungsministeriums zum Apple Übernahmedeal - Siris Geschichte liest sich ein wenig wie ein verworrener Groschenroman. Interessant ist dabei zu erfahren, dass Siri eigentlich schon 2009 als Standard-Service-App Einzug auf Android-Geräte des US-Netzbetreiber Verizon halten sollte. Wie wir heute wissen, wurde da nichts daraus und die charmante Computerstimme landete in Apples iOS.

Der Anfang

Wenn man zu Siris Geburtsstunde zurück gehen möchte, muss man das 2003 gestartete Forschungsprojekt des US-Verteidigungsministeriums mit dem Namen CALO (siehe Wikipedia) betrachten. CALO war noch weit entfernt von dem, was wir heute als Siri kennen. Angelehnt war das damals entwickelte Assistenzsystem an den bekannten Computer-Charakter HAL aus Stanley Kubricks Science Fiction-Klassiker "2001: Odyssee im Weltraum". Er war rau und launig, durfte fluchen und war damit viel menschenähnlicher.

Schließlich schaffte das Projekt des Stanford Research Institute es, Unternehmen wie die Deutsche Telekom und Motorola ihre Idee des lernfähigen Assistenten zu präsentieren. Allerdings biss keiner der Firmen an, was für den damals bei Motorola beschäftigten Dag Kittlaus ein Unding war. Kittlaus war von der Idee überzeugt. Er gründete das Startup, das später die uns bekannte Siri hervorbrachte.

Statt Verizons Android ging es zu Apple

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt und größtenteils auch schon bekannt. Steve Jobs wurde auf die Firma aufmerksam, zögerte nicht lang und begann die Übernahme des Unternehmens, um die Technologie exklusiv zu erhalten. Die zuvor mit Verizon begonnene Kooperation wurde hinfällig. 2011, also gut acht Jahre und viele Steuer-Millionen später, trat Siri dann beim iPhone 4S-Event mit auf die Bühne.

Noch hat die iOS-Siri nicht alle Funktionen, die ihr das gleichnamige Startup einst beibrachte. Apple legte nämlich bisher mehr Wert darauf, dass der Sprachassistent gleichmäßig gut für alle Nutzer in einfachen Arbeitsbelangen funktioniert. Richtig herausragende Funktionen, die aber noch immer nicht komplett ausgereift sind, sollen noch immer in den Entwicklerbüros schlummern. Nach und nach wird Apple sie auf die iOS-Nutzer los lassen…

via Huffington Post