Warum die Messenger-Pflicht Facebook schaden wird

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Wer sich via Smartphone mit Facebook-Freunden unterhalten will, braucht dazu künftig den Facebook Messenger
Wer sich via Smartphone mit Facebook-Freunden unterhalten will, braucht dazu künftig den Facebook Messenger(© 2014 Facebook Messenger, CURVED Montage)

Was war das? Facebook zwingt seine Mitglieder künftig, mobil die eher unbeliebte Messenger App zum Kommunizieren zu benutzen. Der Zwang dürfte gehörig nach hinten losgehen…

Das wird interessant. In den kommenden Wochen, spätestens Monaten, wird Facebook der überwältigenden Mehrheit seiner einer Milliarde mobilen Nutzern eine Mitteilung machen, die Folgen hat: Wenn sie sich weiter privat auf Facebook schreiben wollen, müssen sie eine App herunterladen – den Facebook Messenger.

Der Schritt gibt Rätsel auf – in mehrfacher Hinsicht. Zunächst einmal macht Facebook das Leben seiner Nutzer komplizierter. Wer auf Facebook Nachrichten versenden möchte, braucht künftig nicht nur eine App, sondern zwei – die reguläre Facebook- und eben die Messenger-App, die nie wirklich zum Erfolg wurde. 200 Millionen Nutzer soll es aktuell geben.

Facebook verprellt seine am stärksten wachsende Zielgruppe: die wenig technikaffinen Best-Ager 

Besonders kritisch für Facebook: Es sind nicht die jungen, Smartphone-affinen Nutzer, die Facebook verprellt, sondern die weniger technisch versierten, die vor dem App-Download zurückschrecken. Und das ist unterdessen Facebooks am stärksten wachsende Zielgruppe.  Während die Teenager gelangweilt weiterziehen, strömen die Best-Ager zu Facebook. 

Noch bedenklicher indes: Nach relativ ruhigen Jahren ohne veränderte Privatsphäre-Einstellungen und gewöhnungsbedürftigen Relaunches zeigt Facebook wieder einmal sein hässliches Gesicht – das Social Network lässt die Muskeln spielen. Es setzt achselzuckend  die Messenger-Pflicht durch, weil es das kann. Kein Rivale kann Facebook angesichts der puren Größe von 1,2 Milliarden Nutzern schließlich mehr gefährlich werden.

Warum die Konkurrenz für WhatsApp?

Aber tut sich Facebook auch mit der Umerziehungsmaßnahme von einer Milliarde Nutzern tatsächlich einen Gefallen? Der Facebook-Messenger ist nun kein Teufelszeug: Er ist eine Nachrichtenzentrale wie WhatsApp, was den Schritt noch skurriler macht. Facebook besitzt mit seiner für 19 Milliarden Dollar teuer erkauften neuen Tochter bereits einen boomenden Messengerservice, der auf dem besten Weg ist, die eine  Milliarde Nutzer zu knacken  – warum sich also selbst Konkurrenz machen? 

Es scheint, als habe Firmengründer Mark Zuckerberg ein grundsätzliches Problem damit, dass die Kommunikation am weltgrößten Social Network vorbeiläuft. Der Zukauf von WhatsApp wird damit als defensive Absicherungsmaßnahme enttarnt: Zuckerberg wollte nicht zulassen, dass ein Rivale erwuchs. Jetzt, wo Kontrolle über den Messenger-Überflieger besteht, sollen die Unterhaltungen,  aber bitteschön, wieder in der eigenen Nachrichtenzentrale geführt werden.


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