Warum Twin Peaks auch nach 25 Jahren noch fasziniert

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Agent Dale Cooper: "Verdammt guter Kaffee - und heiß!"
Agent Dale Cooper: "Verdammt guter Kaffee - und heiß!"(© 2014 Facebook/TwinPeaksTV)

Es ist für Fans die Nachricht des Jahres: Die 90er-Jahre-Kult-Serie Twin Peaks wird 2016 mit einer dritten Staffel fortgesetzt werden. Wir sagen Euch, warum Twin Peaks tatsächlich auch heute noch fasziniert und warum aktuelle Serien-Hits wie Breaking Bad ohne Twin Peaks kaum möglich gewesen wären.

TV-Serien sind die bestimmende Erzählform unserer Zeit. Was seit einigen Jahren –besonders in den USA – in diesem Bereich produziert wird, genügt oft höchsten filmischen und erzählerischen Ansprüchen und treibt dabei gleichzeitig viele Serien-Fans in die Abhängigkeit. Egal ob Breaking Bad, Homeland oder Mad Men: Serien gelten mittlerweile als Kunstform in der Tradition der epischen Literatur. Das serielle Erzählen wurde dabei derart perfektioniert, dass der Zuschauer mitunter über sehr lange Zeit in den Bann einer Geschichte gezogen wird. Unerwartete Wendungen, gemeine Cliffhanger, sich überschlagende Ereignisse – wir wollen immer unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Die TV-Revolution Anfang der Neunziger

Die Serien-Highlights der letzten Jahre wie Breaking Bad, Dexter oder The Killing wären dabei kaum möglich gewesen, wenn es Anfang der 90er-Jahre nicht eine bis dahin nie dagewesene TV-Serie gegeben hätte, die den Weg für eine Revolution der TV-Landschaft bereitet hat: Das von Regiesseur David Lynch und Autor Mark Frost entwickelte „Twin Peaks“. Im Mittelpunkt der aus rund 30 Folgen bestehenden TV-Serie steht der FBI-Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) , der in die Kleinstadt Twin Peaks kommt, um den Mord an der jungen Laura Palmer, die in Plastikplane gewickelt aufgefunden wurde, zu untersuchen. Wie sich die gesamte Erzählung rund um diesen Ausgangspunkt im Laufe der weiteren Folgen entfaltet, ist dabei auch heute noch kaum in Worte zu fassen. Mit einem bis zu diesem Zeitpunkt für eine TV-Serie kaum denkbarem Ideenreichtum kombinierten Lynch und Frost Mystery- und Horror-Elemente mit dem Konzept der Seifenoper und kreierten dabei gleichzeitig mehr ikonische Figuren als jede andere TV-Serie nach ihr. Die Aufklärung des Mordes an Laura Palmer bleibt dabei – zumindest in der ersten Häfte der Serie – stets der rote Faden in der Geschichte und hält so als klassisches Spannungselement auch Zuschauer bei der Stange, die in die skurrile Welt von Twin Peaks – kaum vorstellbar – nicht einhundertprozentig eintauchen können.

Während heute Sex, Drogen und Gewalt als Motive mehr oder weniger die Grundpfeiler jeder erfolgreichen TV-Serie bilden, brach Twin Peaks in diesen Bereichen seinerzeit Tabus – und dass ohne dabei jemals oberflächlich, voyeuristisch oder effekthaschend zu werden (im Gegensatz zu manchen aktuellen Serien). Auch heute noch ist es mehr als faszinierend zu sehen, wie die Fassade der Idylle von Twin Peaks von Folge zu Folge mehr zu bröckeln beginnt und offenbar wird, wie sehr die Einwohner in ein Netz aus Lügen, Gewalt und Drogen verstrickt sind. Dabei lebt die Serie essentiell von einer skurrilen, übernatürlichen und bedrohlichen Atmosphäre, mit der das geniale Duo Lynch und Frost den Zuschauer oftmals bei seinen Urängsten packt. Wenn in in einer regelmäßig wiederkehrenden Einstellung schlicht die rauschenden Wälder, die Twin Peaks umgeben, gezeigt werden und dazu der gleichzeitig wunderschöne und zutiefst bedrohliche Soundtrack von Angelo Badalamenti ertönt, dann ist das auch heute noch beängstigender als so ziemliches alles, was aktuell unter dem „Mystery“-Deckmantel durch die TV-Landschaft geistert.

Was die Serie so faszinierend macht

Wer Twin Peaks nicht kennt, aber in letzter Zeit zum Beispiel begeistert von „True Detective“ mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson war, sollte sich die Serie von David Lynch und Mark Frost unbedingt besorgen. Doch Vorsicht: Twin Peaks ist noch immer „anders“ und befriedigt das Bedürfnis des Zuschauers nach Antworten und Auflösungen keineswegs in einem Maße, wie es heutige Sehgewohnheiten verlangen. Twin Peaks ist auch heute noch kryptisch, düster, unwirklich und lässt vieles (bis jetzt) unbeantwortet – das macht die Serie noch immer so faszinierend. Auf der anderen Seite: Wer die Serie nicht kennt, muss keine Sorge haben, dass ihn ähnlich unverständliche Visionen wie in späteren Lynch-Filmen (zum Beispiel „Inland Empire“) erwarten. Twin Peaks bleibt in seiner Erzählweise auf einer Ebene stets stringent und verständlich. Gerade diese Verquickung einer (oberflächlich betrachtet) nachvollziehbaren Geschichte und einer dunklen, surrealistischen Atmosphäre, die jeden Zuschauer in seinem Inneren berührt und verstört, macht Twin Peaks zu dem, was es ist: die vermutlich beste TV-Serie der Welt. True Detective zum Beispiel ist sehr gut – aber Twin Peaks spielt noch immer in einer anderen Liga. Oder besser gesagt in einem anderem Universum.

Die versprochene Rückkehr

Die Träume aller Twin-Peaks-Fans gehen nun in Erfüllung, da die Schöpfer der Serie jetzt, 25 Jahre später, tatsächlich eine dritte Staffel angekündigt haben. Schon der YouTube-Teaser lässt dem Fan dabei erneut Schauer über den Rücken laufen. Das Ende der zweiten Staffel war seinerzeit lediglich als Cliffhanger geplant, doch der Sender drehte Lynch und Frost den Geldhahn zu, sodass Fans viele Jahre mit der verstörenden Abschluss-Szene und dem Gedanken leben mussten, nie wieder nach Twin Peaks zurückkehren zu können. 2016 soll Twin Peaks nun jedoch mit neun neuen Folgen beim Kabel-Sender Showtime an den Start gehen. Mark Frost äußerte in diesem Zusammenhang, dass die Erzählstränge der zweiten Staffel fortgeführt werden. Welche Darsteller des Original-Castings dabei sein werden, ist allerdings unklar.


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