Warum WhatsApp das neue Facebook ist - für Jugendliche

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WhatsApp ist bei Deutschlands Jugendlichen beliebter als Facebook
WhatsApp ist bei Deutschlands Jugendlichen beliebter als Facebook(© Whatsapp, CURVED Montage)

Kein Bock mehr auf Öffentlichkeit? Immer mehr Jugendliche wechseln rüber - zu WhatsApp - und verbringen immer weniger Zeit auf Facebook. Das geht aus einer Untersuchung des Branchenverbandes Bitkom unter repräsentative Umfrage unter 962 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren hervor.

Offenbar beginnt die Nutzung sozialer Netzwerke schon sehr früh mit 10 bis 11 Jahren. In dieser Gruppe sind erst 10 Prozent der jungen Internetnutzer in sozialen Netzwerken aktiv. Unter den 12- bis 13-Jährigen 42 Prozent, bei den 14- bis 15-Jährigen 65 Prozent und bei den 16- bis 18-Jährigen 85 Prozent. Im Ranking der beliebtesten sozialen Netzwerke liegt WhatsApp inzwischen vor Facebook. 72 Prozent der 10- bis 18-jährigen Onliner nutzen WhatsApp und 56 Prozent Facebook. Auf Platz drei der beliebtesten Netzwerke liegt Skype mit 46 Prozent vor Google+ mit 19 Prozent und Instagram mit 18 Prozent. Twitter kommt auf 8 Prozent. Andere soziale Netzwerke spielen in dieser Altersgruppe derzeit kaum eine Rolle.

Bitkom-Studie: Teenager nutzen das Internet schon früh mobil(© 2014 Bitkom)

Kurzum: Jugendliche nutzen WhatsApp häufiger als Facebook.  Fünf Gründe:

  • WhatsApp ist die neue SMS. Mehr noch: Der Messenger hat die bezahlte Kurznachricht nicht nur ersetzt, sondern verfügt über mehr Features: Bilder, Videos, Sprachnachrichten und das Teilen des Standortes. Der Versand von Kurznachrichten ist ein elementarer Bestandteil bei der Smartphone-Nutzung. Da kann Facebook nur bedingt mithalten.
  • WhatsApp ist "privater". Auch wenn die App immer wieder in der Kritik steht wegen Sicherheitslücken können gerade junge Nutzer hier einfach Gruppenbildung betreiben. Gerade in jungen Jahren ein wichtiges Mittel zur Sozialisierung. Facebook basiert auf dem Prinzip der Öffentlichkeit. Zwar lassen sich Freundeslisten anlegen und verwalten. Allerdings lässt es sich in WhatsApp leichter und direkt in kleinen Gruppe kommunizieren.
  • WhatsApp ist "neuer". Facebook gibt es in Deutschland seit rund acht Jahren. Für ein Social Network ist das eine halbe Ewigkeit. WhatsApp kam erst viel später dazu. Neuer ist besser - oder zumindest interessanter für viele Jugendliche.
  • Alle sind da. Längst hat der Messenger auch auf den Smartphones anderer Familienmitglieder seinen Platz gefunden. Mutter, Vater, Onkel und Tante - WhatsApp ist der Messenger für die Massen. Zum Glück sind die nicht alle auch bei Facebook, werden sich viele Jugendliche denken, und nehmen WhatsApp als Alternative, um mit ihren Verwandten zu kommunizieren, dankend in Kauf.
  • WhatsApp ist "nur" ein Messenger. Ganz im Gegensatz zu Facebooks Mobil-App, die auch eine Anbindung zum Social Network bietet. Kein Wunder, dass Mark Zuckerberg mehrere Apps mit Einzelfunktion launchen will. Passenderweise sollen Facebooker Nachrichten künftig nur noch über die Messenger-App verschicken.

Hat Facebook jetzt ein Problem? Nein. Denn in weiser Voraussicht - die Zahlen sind der Beleg dafür - hat Gründer Mark Zuckerberg etliche Milliarden hingeblättert und WhatsApp zur Tochter gemacht.


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