Was bei der Google Glass-Attacke wirklich passierte

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Sarah Slocum wurde in einer Bar von Glass-Gegnern beschimpft
Sarah Slocum wurde in einer Bar von Glass-Gegnern beschimpft(© 2014 Sarah Slocum)

Social Media-Beraterin Sarah Slocum wurde vor einigen Wochen in einer Bar attackiert, weil sie die Datenbrille Google Glass trug. Der Vorfall sorgt noch heute für Gesprächsstoff. Gegenüber CURVED erklärte die Glass-Anhängerin, was wirklich passierte und was sie sich von dem Gerät in Zukunft wünscht. 

Glass-Gegner im Hippie-Bezirk

"Du killst unsere Stadt": Diese und andere Beschimpfungen hörte Sarah Slocum, als sie mit der Brille am Kopf eine Bar in San Francisco besuchte. Eine Nacht mit Freunden führte sie in die Spelunke "Molotov" im Hippie-Bezirk Haight-Ashbury. "Die Menschen reagieren fast ausschließlich positiv auf die Glass", so die Social Media-Beraterin. In der Bar fingen einige Leute jedoch an, sich über sie lustig zu machen.

Zuerst seien nur böse Worte von ein paar Frauen gefallen. Slocum startete daraufhin die Video-Funktion und drohte den Glass-Gegnern, das Video zu posten. Das habe die beiden zwar abgeschreckt, etwas später habe jedoch ein Mann versucht, ihr die Brille wegzunehmen: "Er griff nach ihr und rannte damit aus der Bar. Mein Freund und ich liefen ihm nach und überzeugten ihn, Glass nicht zu stehlen."

"Die Menschen reagieren fast ausschließlich positiv"

Zwar hatte Slocum ihre Datenbrille wieder, jedoch war ihre Tasche weg, als sie zurückkam. "Ich habe drei mal versucht, die Polizei zu rufen. Die kam jedoch nicht." Am nächsten Tag meldet sie den Vorfall bei der Polizeistation und übermittelte Videos und Bilder. Die sei nun zwar dabei, den Fall zu untersuchen. "Passiert ist bisher aber nichts. Der Überfall hat wahrscheinlich nicht die oberste Priorität", vermutet Slocum. Immerhin habe sich das Google Glass-Entwicklerteam bei ihr gemeldet und seine Empathie ausgedrückt.

Unbeliebte Tech-Elite

Die Google Glass-Attacke sorgte für Aufruhr – vor allem, weil sie ein weiteres Indiz für den Frust über die Tech-Elite in der Stadt ist. Der IT-Boom ist für die steigenden Immobilienpreise verantwortlich und macht San Francisco für jene, die nicht in der Branche arbeiten, so gut wie unleistbar. Die Privilegien der Tech-Szene werden täglich mit Corporate-Bussen, die Mitarbeiter ins Silicon Valley fahren, vorgeführt.

Slocum will das Erlebnis jedoch nutzen, um Frieden zu stiften und Menschen über Wearable Tech zu informieren. Bis auf den Abend in der Bar hatte sie nur eine negative Reaktion erlebt: "Eine Frau kam auf mich zu und bat mich, sie nicht zu fotografieren. Ich sagte, dass ich das nicht vorhätte." Gefragt nach dem Knigge, den Google kürzlich für Träger der Datenbrille veröffentlichte, meint sie: "Es geht nicht um spezifische Richtlinien, sondern generell um den Umgang mit Menschen in Verbindung mit Technologie. Respektiere andere und warne zum Beispiel vor, wenn du fotografieren oder Videos aufnehmen willst."

Smartphone-Verlängerung

Google Glass ist erst der Anfang, ist die Beraterin überzeugt: "Bald werden wir alle mit Wearables rumlaufen." Sie selbst besitzt die Brille erst seit zwei Monaten. Obwohl die Funktionen derzeit noch limitiert sind, ist die Trägerin begeistert: "Ich sehe das Gerät als Verlängerung meines Smartphones. Ich telefoniere, lese Emails, checke Twitter und schieße Bilder und Videos."

Welche Apps Slocum bei Glass noch fehlen: "LinkedIn, Facebook und Foursquare. Und es gibt sicher noch viele Anwendungen, an die ich noch gar nicht gedacht habe."


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