Wearables@CES 2014: Was kommt, was geht, was nicht geht

Armbänder, Uhren und Brillen – auf Wearables waren DER Renner auf der CES 2014 im letzten Monat.
Armbänder, Uhren und Brillen – auf Wearables waren DER Renner auf der CES 2014 im letzten Monat.(© 2014 CURVED Montage)

Diese zehn Geräte versprechen, uns das Leben zu verbessern und fitter zu machen. Aber brauchen wir sie wirklich?

Armbänder, Uhren und Brillen – auf diese drei Kategorien konzentrieren sich die Hersteller von Wearable Tech-Produkten. Mittlerweile hat beinahe jeder Technologieriese mindestens ein Gadget in dem boomenden Bereich. Aber was davon macht Sinn? Bei der Messe CES 2014 in Las Vegas wurde kürzlich vorgestellt, was dieses Jahr auf uns zu kommt. Wir haben einen Blick darauf geworfen und fragen uns: wie viel Marktpotenzial haben diese Gadgets wirklich?

Jaybird Reign Activity Tracker

Jaybird ist ein kleiner Hersteller von sporttauglichen Kopfhörern. Mit dem Reign Activity Tracker wagt sich das Unternehmen jetzt an die Gefilde von FitBit und Nike Fuelband. Was das Armband von seinen Mitbewerbern abhebt: Die „Go Zone“ errechnet, wie fit der Nutzer für das nächste Workout ist, oder lieber doch noch Energie sammeln sollte. Das Reign-Band soll sich durch ein hochwertiges Material besser an das Handgelenk des Trägers anpassen. Weiteres Highlight: Die dazugehörige App empfiehlt dem Nutzer, wieviel Schlaf er in der kommenden Nacht braucht. Der Activity-Tracker ist laut Jaybird noch vor dem Sommer um knapp 200 Dollar erhältlich.

Marktpotenzial: Funktionieren die angepriesenen Features wirklich, so kann sich Jaybird Reign durchaus als Player neben den bestehenden Produkten in dem Bereich etablieren. Der relativ hohe Preis könnte jedoch eine Bremse sein.

Der Jaybird Reign Activity Tracker mit der schlauen "Go Zone".

Spree Headband

Verkürzt erklärt ist das Spree Headband ein besserer Pulsmesser. Das Stirnband analysiert Herzfrequenz, Körpertemperatur und Bewegung beim Workout und gibt anhand den Werten Empfehlungen ab. Das Gerät ist in den Farben schwarz oder grau um 299 US-Dollar erhältlich.

Marktpotenzial: Würdet ihr mit diesem klobigen Band um die Stirn ins Fitnessstudio gehen, noch dazu um den Preis? Eben.

Martian Notifier

Die Smart Watches der Gegenwart sehen in den seltensten Fällen schick aus. Mit dem Modell Martian Notifier ändert sich das. Die Uhr lässt sich über Bluetooth mit Android- und iOS-Geräten verbinden und zeigt Benachrichtigungen von Apps, Kalender, Emails oder Anrufe auf einem einzeiligen, dezenten Display an. Optional kann auch ein Vibrationsalarm aktiviert werden. Der Verkaufspreis wird bei 129 Dollar liegen.

Marktpotenzial: Streng genommen kann die Martian Notifier-Uhr nicht viel. Der Preis und das Design machen die Uhr für alle attraktiv, die mit ihrer Smart Watch nicht wie Inspector Gadget aussehen wollen.

MIO Link

Der MIO Link ist ein Herzfrequenz-Messer, der nicht um die Brust, sondern am Handgelenk getragen wird. Das Gerät verbindet sich über Bluetooth mit dem Smartphone und leitet die Werte an Apps weiter. Im Gegensatz zu anderen Fitness-Armbändern richtet sich Link vor allem an Sportler und nicht an Personen, die nur ihre alltägliche Bewegung beobachten wollen. Der MIO Link ist ab März 2014 um 99 Dollar erhältlich.

Marktpotenzial: Das Band wirkt zwar bequemer als ein Brustgurt, der Preis ist jedoch zu hoch in Anbetracht der Funktionalität und anderen Geräten am Markt.

Der Mio Link ist ein Herzfrequenz-Messer fürs Handgelenk und eher geeignet für Profi-Sportler.

Razer Nabu Armband

Als das „einzig wahre soziale Armband“ preist Razer seinen Fitness-Tracker Nabu an. Das Gadget misst nicht nur übliche Activity-Kennzahlen wie Schritte. Es verfügt auch über Smart Watch-Funktionen, zeigt also Nachrichten des Smartphones an. Der soziale Aspekt des Nabu-Bands ist das Verbinden mit anderen Nabu-Trägern. Das Device findet in seinem Umfeld Personen aus den Social Media-Netzwerken des Besitzers, die ebenfalls ein Nabu tragen. Das Armband ist derzeit für 49 US-Dollar für Entwickler erhältlich, der Preis für Konsumenten soll etwas darüber liegen.

Marktpotenzial: Eine nette Spielerei, aber bis Nabu eine kritische Masse für die sozialen Funktionen erreicht, ist das Teil schon längst überholt.

Der Razer Nabu ist das „einzig wahre soziale Armband“ und verbindet den Besitzer mit seinen sozialen Netzwerken.

 

Intel Smart Earbuds

Die neuen Ohrhörer von Intel messen Herzfrequenz, Kalorienverbrauch und Distanz – was einen herkömmlichen Pulsgurt obsolet macht. Dazu liefern die Smart Earbuds Songs, die zur angestrebten Herzfrequenz passen. Preis und Launchtermin für die Ohrhörer sind noch nicht bekannt, die Earbuds sollen aber dieses Jahr noch auf den Markt kommen.

Marktpotenzial: Intel hat die Kraft, seine Smart Earbuds rasch in die Kaufregale zu bringen. Die intelligenten Ohrhörer unterscheiden sich optisch nicht von normalen. Zu einem vernünftigen Preis und bei guter Verarbeitung kann sich das Produkt auf jeden Fall auf den Markt etablieren.

Zazzi Smart Jewelry

Der Modeschmuck „Zazzi“ von FashionTeq integriert die Funktionen einer Smartwatch. Die Kettenanhänger und Armreifen verfügen über ein Display, dessen Bilder austauschbar sind. Die Trägerin – Zazzi richtet sich konkret an Frauen – soll damit das Gerät an ihr jeweiliges Outfit anpassen können. Die Schmuckstücke sind ab August 2014 für 169 US-Dollar erhältlich.

Marktpotenzial: Verpixelte Grafiken als Modeschmuck? In den 80er-Jahren vielleicht, heute: auf keinen Fall.

Smartwatch goes Schmuck mit Zazzi Smart Jewelry.

Sony Smartwear

Die wohl vielversprechendste Neuheit auf der CES 2014 ist die Sony Smartwear Kollektion, bestehend aus dem SmartBand mit dem herausnehmbaren Core sowie der Lifelog App. Die Smartwear ist Android-kompatibel und verbindet die Funktionen einer Smart Watch und eines Fitness-Trackers. Zudem kann mit dem Armband die Musik gesteuert werden. Mit der Lifelog App will Sony nicht nur Gesundheitsdaten sammeln, sondern auch spezielle Momente im Leben „bookmarken“ lassen. So kann sich der Nutzer ein Tagebuch aus persönlichen und Fitness-Daten zusammenstellen. Die SmartWear soll weniger als 100 Euro kosten und noch im ersten Quartal 2014 in die Läden kommen.

Marktpotenzial: Das Design ist stimmig, die Funktionen vollständig, der Preis fair. Das kann Sony nur vermasseln, wenn es eine iOS-Version verwehrt.

Die SmartWear soll weniger als 100 Euro kosten und noch im ersten Quartal 2014 in die Läden kommen.

Ora-S AR Eyewear

Google Glass bekommt Konkurrenz von unbekannten Produzenten. Eine davon ist die Ora-S Augmented Reality-Brille von Optivent. Die Brille verfügt über GPS, Bluetooth- und Wireless-Anbindung und hat einen Wikitude Augmented Reality Browser installiert. Die eingebaute Kamera schießt Bilder mit bis zu fünf Megapixel. Ora-S ist für Konsumenten ab Herbst für ca. 350 Dollar erhältlich.

Marktpotenzial: Viele Funktionen machen den sperrigen Look nicht wett. Nein, danke.

Google Glass bekommt Konkurrenz von der Ora-S Augmented Reality-Brille von Optivent.

Epson Moverio BT 200

Die Augmented Reality-Brille Moverio BT 200 ist bereits die zweite Generation aus dem Hause Epson. Sie basiert auf Android, hat einen Bewegungserkenner, der bei Games eingesetzt werden kann und hat außerdem eine Fernbedienung, auf der Apps gelagert sind. Die Brille selbst verfügt über einen MicroSD-Speicher und Kamera. Erhältlich ist die neue Moverio ab Frühling für 699 Dollar.

Marktpotenzial: Sorry, aber hat sich der Hersteller jemals mit der Brille im Spiegel betrachtet? Wir passen.

Hübsch hässlich: die Augmented Reality-Brille Moverio BT 200 ist bereits die zweite Generation aus dem Hause Epson.

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