Welche Netflix-Filme sich lohnen – und welche nicht

Eli kämpft mit Magersucht – und somit um ihr Überleben.
Eli kämpft mit Magersucht – und somit um ihr Überleben. (© 2018 Netflix)

Aufs Geld scheint Netflix wahrlich nicht zu schauen, wenn es darum geht, seinen Kunden frisches Filmmaterial zu bescheren. Der Streaminganbieter hat im vergangenen und laufenden Jahr schon einige neue Filme produzieren lassen oder exklusiv eingekauft. Aber welche sind gut? Und von welchem lasst ihr besser die Finger?

Dass Netflix bei Serien mittlerweile zu den Toplieferanten weltweit zählt, ist längst keine Neuigkeit mehr. Seit Hits wie "Stranger Things" und den "Marvel"-Serien sind fast alle Neuheiten hier zumindest einen Blick wert, häufig genug sind sie sogar richtig gut. Bei Filmen hingegen tun sich die Verantwortlichen bei Netflix noch schwer mit der Auswahl guter Projekte. Ein paar gibt es aber schon.

Diese Filme solltet ihr unbedingt ansehen

"To The Bone"

Schon etwa ein Jahr alt, aber immer noch sehenswert ist die Geschichte einer jungen Frau namens Eli (Lily Collins), die mit Ess-Störungen zu kämpfen hat. Deshalb zieht sie in ein spezielles Haus, in dem außer ihr noch andere Patienten mit ähnlichen Problemen leben.

Regisseurin Marti Noxon und Hauptdarstellerin Lily Collins hatten beide vorher selbst Probleme mit dieser Krankheit gehabt und ihre eigenen Erfahrungen in die Story einfließen lassen. Das macht "To The Bone" zu einem der besten Netflix-Filme bisher.

"1922"

Die erste von zwei Adaptionen einer Geschichte von Horrorpapst Stephen King: Im Jahr 1922, während der großen Wirtschaftskrise, will Farmer Wilfred (Thomas Jane) seinen Hof bestellen, während Gattin Arlette (Molly Parker) lieber alles verkaufen und in die Stadt ziehen möchte. Um dem Sohn eigenen Grund und Boden zu hinterlassen, begeht Wilfred eine scheußliche Tat, mit noch scheußlicheren Folgen …

Spannend, gruselig, nah am Original, so sollten King-Verfilmungen aussehen!

"Das Spiel"

Die zweite Umsetzung eines King-Romans kann genauso überzeugen wie "1922": Das Ehepaar Gerald (Bruce Greenwood) und Jessie (Carla Gugino) fahren übers Wochenende in ihr einsames Landhaus, um ihrem Eheleben wieder etwas mehr Pep zu verleihen. Doch dabei kommt es zu einem tragischen Vorfall und Jessie muss plötzlich um ihr Leben kämpfen …

Auch diese Umsetzung ist sehr gelungen, bleibt weitgehend an der Originalgeschichte und ist manchmal mörderisch spannend. Nicht nur für King-Fans eine gute Wahl.

"Mudbound"

Die Geschichte einer weißen und einer schwarzen Familie, die beide nach dem Zweiten Weltkrieg mit bitterer Armut zu kämpfen haben und sich vorsichtig anfreunden, war nicht ohne Grund für vier Oscars nominiert. Die düstere Story um Rassendiskriminierung in den USA besticht mit dramatischen Momenten und bleibt länger haften.

Kann man machen

"Bright"

Eigentlich gehört der Film in eine noch tiefere Kategorie, wenn man bedenkt, wie viel von seinem Potenzial "Bright" verschenkt. Denn die extrem coole Idee von einer Welt, in der Fantasy-Rassen wie Elfen und Orks Seite an Seite mit Menschen leben, kommt letztlich kaum vor und spielt in dem Buddy-Movie mit Will Smith und Joel Edgerton noch weniger eine Rolle. So bleibt ein halbwegs netter Actionfilm, der so viel mehr hätte sein können.

"Hungrig"

Dieser frankokanadische Zombie-Horror leidet in der deutschen Version leider unter einer mäßigen Synchronisation, gewinnt dem eigentlich ausgelutschten Genre aber ein paar interessante neue Facetten ab, die er gern noch etwas expliziter hätte zu Ende bringen dürfen. Aber auch so ist "Hungrig" nicht die schlechteste Wahl im Horrorsegment bei Netflix.

"The Ritual"

Diesen Horrorfilm schnappte sich Netflix, nachdem er bei einigen Festivals gut ankam: Vier Freunde machen in Gedanken an einen fünften, verstorbenen Kumpel eine Wanderung durch Schweden und gelangen mehr oder weniger aus Dummheit in einen dichten und seltsam lebendig wirkenden Wald. Als sie endlich verstehen, wo sie tatsächlich gelandet sind, ist es fast zu spät...

Coole Monster, gute Atmosphäre, reichlich Spannung und nicht zu viel Blut: "The Ritual" können sich Fans von Thrillern und Horror bedenkenlos ansehen.

Vier Freunde geraten in einen echten Horrortrip in den schwedischen Wäldern.

"Das Cloverfield-Paradox"

Auch hier gilt: Richtig gut ist der inoffizielle dritte Teil der losen Filmreihe nicht geworden, aber durchaus ansehnlich. Er erschafft einige wirklich spannende Momente und bietet erstmals so etwas wie eine mögliche Erklärung zu den Ereignissen in "Cloverfield" und "10 Cloverfield Lane". Und mit Daniel Brühl ist auch ein deutscher Star dabei, den man gern sieht.

Muss echt nicht sein

"Mute"

Schade eigentlich, dass der neue Film von Duncan Jones so schwach ist, denn mit "Moon" hatte der Sohn von David Bowie ein tolles Sci-Fi-Debut vorgelegt. Aber "Mute" ist trotz Alexander Skarsgard und Paul Rudd über weite Strecken einfach nur langweilig und wirr. Das Schlimmste dabei: Für die Ansiedlung der Geschichte im zukünftigen Berlin gibt es überhaupt keinen Grund. Und coole Blade Runner-Optik, die keinen Sinn hat, ist gar nicht mehr so cool!

Alexander Skarsgard in coolem Neo-Ambiente der Zukunft - leider aber nicht in einem guten Film.

"Open House"

Mit Dylan Minette ist in diesem Horrorfilm der Star aus "Tote Mädchen lügen nicht" dabei – was leider nichts hilft. Die Geschichte von Sohn und Mutter, die nach einem schrecklichen Unfall des Vaters aus Geldnot in eine Wochenendvilla in den Bergen ziehen und dort mit finsteren Mächten konfrontiert werden, ist zwar gegen Ende endlich spannend, klärt seinen Plot aber überhaupt nicht auf. Und das ist bei so einer Story echt unbefriedigend.

"Game over, Man!"

Eine der schlimmsten Komödien der vergangenen Jahre hat Netflix mit diesem Film abgeliefert. Dabei ist die Grundidee von drei Freunden, die als Kellner in einem Hotel in ein "Stirb langsam"-Szenario geraten, eigentlich gar nicht übel. Aber hier wimmelt es nur so vor den flachsten Sex-, Penis- und Fäkalwitzen, die es gibt – und die von geschmacklosen Schwulenwitzen noch getoppt werden. Für diesen Film braucht man einen sehr "speziellen" Humor – oder lässt ihn besser aus.

Welche davon habt ihr gesehen? Und stimmt ihr mit unserer Meinung überein?


Weitere Artikel zum Thema
Xiaomi Mi7 könnte im Spät­som­mer mit 3D-Gesichts­er­ken­nung erschei­nen
Christoph Lübben
Das Xiaomi Mi6 erhält wohl im Spätsommer einen Nachfolger
Das Xiaomi Mi7 soll mit einer 3D-Gesichtserkennung erscheinen. Womöglich wird es das erste Android-Smartphone mit dieser Technologie.
Top Ten: Das sind die besten Marvel-Filme aller Zeiten
Markus Fiedler1
Haben sich die Guradians in unserer Top Ten platziert?
40 (!) Marvel-Filme wurden bereits produziert. Viele sind sehr gut geworden, einige überzeugten weniger. Hier kommt unsere Bestenliste.
Abofalle: Vorsicht bei kosten­lo­sen Test-Versio­nen von iOS-Apps
Michael Keller2
Manche Apps unter iOS werben mit kostenlosen Probezeiträumen
Seit einer Weile dürfen Entwickler iOS-Apps zum Testen gratis anbieten. Beim Ausprobieren solltet ihr darauf achten, teure Abofallen zu vermeiden.