Welche Sportuhr eignet sich für welches Training? Teil 2: Polar-Wearables

Polar A370
Polar A370(© 2018 Polar)

Hat man sich einmal für eine Sportuhr entschieden und ist damit gut gelaufen, geradelt und vieles mehr, dann bleiben viele Nutzer diesem Anbieter auch treu. Neben der technischen Ausstattung wird auch die Software immer komplexer und wir sind nunmal Gewohnheitstiere. Das gilt insbesondere für namhafte Hersteller wie Garmin, Polar, TomTom und Fitbit, die sich auf Navigationsgeräte beziehungsweise Fitnessuhren spezialisiert haben. Wenn auch ihr auf dem neuesten Wearable-Stand bleiben wollt, aber nicht mehr überblickt, welches Gerät zu euren Bedürfnissen passt, dann lest unsere Serie: Wir nehmen die Produktpalette von Garmin, Polar, TomTom und Fitbit für euch unter die Lupe.

Schicker, smarter, ausdauernder, multifunktionaler, alltagstauglicher: Sportuhren werden nicht nur immer besser und erschwinglicher, sondern auch das Produktportfolio der einzelnen Anbieter wächst gewaltig: Hier ist für jeden Nutzer das passende Produkt dabei. So müssen sich Käufer aber erstmal intensiv Gedanken machen, was sie eigentlich wollen. Damit ihr am Ende nicht unnötig viel Geld und Akkuleistung in für euch überflüssige Features steckt, und umgekehrt später keine Funktion vermisst, schauen wir uns die Produktpalette der vier Traditionshersteller genauer an und verraten euch, welches Gerät am besten zu euch passt. Im ersten Teil der Serie ging es um die Geräte von Garmin, in diesem Artikel blicken wir auf das Sortiment von Polar:

Die Einsteiger-Modelle für jeden Tag

Seid ihr auf der Suche nach einem Activity Tracker mit Smart Notifications über eingehende Nachrichten, Erinnerungen und Anrufe auf eurem Handy, der euch 24 Stunden und sieben Tage die Woche begleitet und eure Schritte und Bewegungen trackt, euren Schlaf aufzeichnet, euren Kalorienverbrauch im Alltag ermittelt, robust und wasserdicht ist und euch zu mehr Bewegung motiviert? Dann seid ihr mit dem Polar Loop 2 gut beraten. Das smarte Fitnessarmband richtet sich an Einsteiger, die auf GPS und einen Pulssensor verzichten können – zugunsten einer längeren Akkuleistung. Dafür gibt es natürlich auch keine Fitnesstest und Sportprofile, aber im Alltag macht der Loop 2 eine gute Figur und kostet auch nur rund 70 Euro.

Der Polar Loop 2 ist der Activity Tracker für Einsteiger.(© 2015 CURVED)

Übrigens lassen sich alle Polar-Wearables auch nachträglich mit den Polar-Pulsgurten koppeln, falls ihr euch später doch noch für detailliertes Fitnesstracking entscheidet. Der Preis für die Brustgurte startet bei 50 Euro und ihr könnt sie auch ganz ohne Sportuhr nutzen, weil sie die Trainingsdaten ebenfalls speichern und sich im Anschluss mit der App auf dem Smartphone synchronisieren lassen – damit eignet sich so ein Gurt auch für Sportler, die lediglich ihre Trainingsbelastung analysieren wollen.

Wer neben trainingsspezifischen Zielen auch körperliche Ziele verfolgt, kann mit der Polar Balance Körperanalysewaage für rund 100 Euro seine Körpertransformation dokumentieren und analysieren.

Der besondere Hingucker für die Ladies

Für Ladies, die Wert auf besondere Optik legen, gibt es den Polar Loop Crystal: in schneeweiß und mit Svarowski-Steinen garniert zum Preis von rund 160 Euro. Ansonsten bringt er dieselben Funktionen mit wie der Loop 2.

Für rund 170 Euro bekommt ihr den Polar A370 mit Pulssensor, der eure Fitness und euren Schlaf dadurch noch genauer ermittelt und auch ein Laufprogramm, Sportprofile und den Fitnesstest mitbringt. Die Herzfrequenz-Zonen helfen euch dabei, mit der richtigen Intensität zu trainieren. Der A370 ist wasserdicht, verfügt allerdings nicht über GPS, nutzt aber für die Messung von Distanzen und der Pace das GPS eures Smartphones. Aufgrund des schlanken Designs ist der Activity Tracker beliebt bei fitnessbegeisterten Frauen.

Detailliertes Sport-Tracking für ambitionierte Hobbysportler

Liegt euer Fokus auf dem Sport-Tracking, wofür das finnische Traditionsunternehmen ja auch als Experte gilt, dann seid ihr mit der Polar M430 (hier geht's zum ausführlichen Test) bestens beraten. Dabei handelt es sich eher um einen zuverlässigen und recht großen Sportcomputer für das Handgelenk, mit monochromem Display ohne Touch-Funktion, als um eine stylische Smartwatch. Dennoch könnt ihr die M430 natürlich rund um die Uhr tragen und profitiert auch hier von Smart Notifications und 24/7-Tracking. So kommen zum Beispiel auch Wettervorhersagen auf die Uhr, aber Nutzer können keine Apps oder Musik auf die Uhr laden – anders als bei der M600, die sich mehr in Richtung Smartwatch bewegt und die Musiksteuerung direkt über die Uhr ermöglicht, dank Google Play Music und 4 GB Speicherplatz. Der Kostenpunkt liegt bei 250 Euro, aber dafür fehlen aus unserer Sicht ein paar wesentliche Fitnessfunktionen wie Fitnesstest, Autostart und -stop oder Intervalltraining. Das alles hat aber wiederum der M430 mit an Bord: Beim Sport zahlen sich vor allem das integrierte GPS sowie die sechs optischen Sensoren für eine noch genauere Herzfrequenzmessung und sehr detaillierte Trainingsanalysen aus. Über die Polar Flow App könnt ihr Trainingspläne verfolgen. Der Preis für den Multi-Sporttracker der Mittelklasse ist mit derzeit rund 180 Euro vergleichsweise günstig.

Die Polar M430 ist nicht unbedingt ein Hingucker, aber eine wirklich gute Sportuhr zum fairen Preis.(© 2018 CURVED)

Die Profi-Sportuhr für Triathleten und Leistungssportler

Triathleten empfehlen wir allerdings die V800 als GPS-Multisportuhr, die sich an ambitionierte bis professionelle Athleten richtet und automatisch zwischen verschiedenen Sportarten umschalten kann. Neben detailliertem Sporttracking, Sportprofilen und Fitnesstests bietet die Uhr auch den orthostatischen Test, um die aktuelle Tagesform zu bestimmen. Der Test zeigt dem Nutzer, wie sich die Herzfrequenz durch Training und Faktoren wie Stress verändert.

Außerdem verrät die Uhr, wie viel Regenerationszeit man einplanen sollte oder prognostiziert eure Wettkampfzeiten. Was ihr fehlt, ist ein Pulsmesser. Aus einem einfachen Grund: Wer auf einem hohen Leistungsniveau trainiert, überwacht seinen Puls ohnehin lieber direkt an der Brust, weil das Tracking hier genauer ist als am Handgelenk. Die V800 funktioniert also nur in Kombination mit einem Polar-Pulsgurt – dann aber sehr zuverlässig und detailliert – selbst schwimmend unter Wasser. Der Kostenpunkt liegt bei 400 Euro plus Brustgurt.

Links die Polar V800 für Triathleten und Profis und links die M400 als Vorgänger der M430.(© 2015 CURVED)

Für passionierte Fahrradfahrer bietet Polar mit dem M460 einen Fahrradcomputer mit vielen wichtigen Radsportfunktionen zur Trainingssteuerung und -auswertung. Der M460 liegt bei 230 Euro, verfügt über GPS sowie ein Barometer und lässt sich ebenfalls mit einem Pulsgurt verbinden. Ihr könnt euch zudem Karten auf das Gerät laden, als auch unterwegs Smart Notifications lesen.

Fazit und Ausblick

Der finnische Technikentwickler Polar ist seit über 30 Jahren bekannt für sein Know-How in Sachen Herzfrequenz-Messung, Navigation und Sport-Tracking drinnen wie draußen. Die Geräte sollen Sportlern helfen, ihr Training zu planen und zu optimieren – vom Einsteiger bis zum Profiathleten. Viele Nutzer schwören auf die zuverlässige und robuste Hardware in Kombination mit der intuitiven aber detaillierten Polar Flow App, auch wenn die Geräte selbst im Vergleich mit anderen Herstellern vielleicht weniger stylisch und business chic sind. Einsteiger kommen mit dem Fitnesstracker Polar Loop 2 in Kombination mit einem Pulsgurt aus oder wählen direkt den Polar A370. Wer sportlicher unterwegs ist und sein Training, egal ob Ausdauer- oder Kraftworkout, genauer analysieren möchte, der entscheidet sich besser direkt für den M430. Für unter 200 Euro bekommt ihr damit eine wirklich gute Sportuhr an die Hand. Wer mehr erfahren möchte, liest unseren ausführlichen Testbericht zum M430 oder bleibt dran: Im nächsten Artikel schauen wir uns die Produkte von TomTom und Fitbit genauer an.

Falls ihr noch gar nicht so genau wisst, mit welchem Anbieter ihr am besten beraten seid, könnten Jans Empfehlungen zum besten Fitnesstracker beziehungsweise der besten Smartwatch Orientierung liefern. Einen Ratgeber zum Thema Triathlon, und warum ihn jeder schaffen kann, haben wir ebenfalls für euch – genauso wie das ideale Workout für Läufer.

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