Wer-kennt-wen: Facebook-Konkurrent von RTL vor dem Aus

Peinlich !7
Könnte Mitte des Jahres der Vergangenheit angehören: Wer-kennt-wen.de
Könnte Mitte des Jahres der Vergangenheit angehören: Wer-kennt-wen.de(© 2014 werkenntwen GmbH)

Mitte des Jahres könnte Schluss sein: Findet RTL interactive bis dahin keinen neuen Investor für wer-kennt-wen, wird das soziale Netzwerk eingestellt. Da der deutsche Facebook-Konkurrent immer weniger Menschen erreicht, arbeitet die Plattform längst nicht mehr profitabel.

Aus die Maus, heißt es womöglich schon in wenigen Monaten für wer-kennt-wen.de. Wie RTL interactive in einer Pressemitteilung verlauten ließ, wird das soziale Netzwerk ab Mitte des Jahres nicht mehr von der RTL-Tochter betrieben. Ist bis dahin kein neuer Investor gefunden, bedeutet dies das Aus für den deutschen Facebook-Rivalen. Derzeit befinde man sich in Gesprächen mit mehreren möglichen Käufern, so der Pressesprecher Thomas Bodemer. Für die Nutzer von wer-kennt-wen bleibe bis dahin alles beim Alten.

Facebook wächst, wer-kennt-wen leidet

Grund für das drohende Aus sind starke Reichweitenverluste innerhalb der letzten Jahre. Wie andere soziale Netzwerke litt auch die 2006 ins Leben gerufene Plattform wer-kennt-wen unter dem rasanten Wachstum von Facebook. Je mehr Menschen sich bei Mark Zuckerbergs Social Media-Dienst anmeldeten, desto unattraktiver wurden die kleinen lokalen Rivalen. Schließlich leben soziale Netzwerke von ihren Vernetzungsmöglichkeiten.

Wie deutsche startups berichtet, sank die Reichweite von wer-kennt-wen auf zuletzt 10,9 Millionen Visits und etwa 360 Millionen Page Impressions im Februar 2014. Zwei Jahre zuvor waren es noch etwa sechs Mal so viele Visits und fast vier mal so viele Page Impressions. "Nachhaltig profitabel zu arbeiten" sei daher leider nicht mehr möglich, zitiert Spiegel Online den Pressesprecher von RTL interactive.

Haustiere und Autos änderten nichts

Auch die Generalüberholung der Plattform im Herbst 2013 konnte dem Negativtrend kein Ende setzen. Ebenso konnte die neue Möglichkeit, Profile für Haustiere oder Autos anzulegen, den Reichweitenverlust nicht aufhalten, sondern nur kurzzeitig bremsen. Wird wer-kennt-wen Mitte des Jahres tatsächlich eingestellt, sind 40 Mitarbeiter direkt davon betroffen. Für einige prüfe man derzeit "Alternativen im Konzern".


Weitere Artikel zum Thema
Dank "Game of Thro­nes": HBO-App ist profi­ta­bler als Candy Crush oder Tinder
Guido Karsten
HBO Now ist auch für Apple TV verfügbar
Der Hype um "Game of Thrones" lässt die Nutzerzahlen nach oben schießen: Im US-App Store ist HBO Now derzeit die profitabelste App überhaupt.
Apple HomePod könnte zum Verkaufs­start knapp werden: Nach­schub in 2018
Guido Karsten2
Erst 2018 soll die Produktion des HomePod richtig an Fahrt aufnehmen
Apples HomePod soll Ende des Jahres in den ersten Regionen erscheinen. Gerüchten zufolge könnte es dann zu einer Knappheit kommen.
So spio­niert Face­book Snap­chat-Nutzer aus
Alexander Kraft
Snapchat-Icon auf dem iPhone-Homescreen
Facebook weiß, was seinen Nutzern gefällt. Aber offenbar gilt das nicht nur für die eigenen Apps und Dienste – sondern auch für die der Konkurrenz.