WhatsApp: Entwickler weist Backdoor-Vorwurf von sich

WhatsApp besitzt angeblich keine Hintertür, könne in manchen Fällen aber unsicher sein
WhatsApp besitzt angeblich keine Hintertür, könne in manchen Fällen aber unsicher sein(© 2016 CURVED)

WhatsApp besitzt doch keine Hintertür, das erklärt zumindest Moxie Marlinspike auf seinem Blog. Der Entwickler der Verschlüsselungstechnologie ist vielmehr der Ansicht, dass andere Methoden noch unsicherer wären.

Vor Kurzem berichtete der Guardian unter Berufung auf den Sicherheitsexperten Tobias Boelter, eine Hintertür in WhatsApp erlaube es Dritten, Nachrichten mitzulesen. Laut Marlinspike ist dies zwar theoretisch möglich, aber nur unter ganz besonderen Umständen: nämlich nur dann, wenn sich der Sicherheitsschlüssel zwischen zwei Gesprächspartnern ändert. Das ist beispielsweise beim Wechsel auf ein neues Smartphone der Fall, wenn eine Nachricht noch nicht angekommen ist. Eine einfache Neuinstallation reicht ebenfalls schon aus.

Kein Bug, sondern ein Feature

Dann versendet WhatsApp unter Umständen eine Nachricht erneut mit dem neuen Schlüssel. Und erst ab dann ist das Gespräch potenziell gefährdet. Der Knackpunkt ist allerdings, dass der Messenger nur auf ausdrücklichen Wunsch des Nutzers darauf hinweist, dass ein Text noch mal und mit neuem Schlüssel zugestellt wird. Es stelle sich daher die Frage, ob Konversationen in solchen Fällen blockiert oder nicht blockiert werden. Denn wenn Nutzer vor die Wahl gestellt werden und sich für das Blockieren entscheiden, würde diese Entscheidung dem Server mitgeteilt werden – was zur Gefährdung führe, heißt es auf dem Blog.

Der Entwickler kritisiert die Berichterstattung des Guardian. Marlinspike bestreitet die Angaben zwar nicht per se, nur die Darstellung, es handle sich um eine Hintertür in WhatsApp, sei irreführend. Wie es scheint, müsst Ihr also nur die Benachrichtigung aktivieren, um auf mögliche Gefahren hingewiesen zu werden.


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