WhatsApp macht kaum Umsatz, verbrennt aber $232,5 Mio.

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Beliebt, aber wenig einträglich: Der Messenger WhatsApp
Beliebt, aber wenig einträglich: Der Messenger WhatsApp(© 2014 CURVED Montage)

Interessanter Nebenaspekt der Quartalsbilanz von Facebook, in die erstmals die Geschäftsentwicklung der im Februar erworbenen Tochter WhatsApp mit einfließt. Der Zukauf scheint teuer bezahlt: Der Messenger-Dienst setzte 2013  gerade mal 10 Millionen Dollar um, häufte dabei aber Verluste von 140 Millionen Dollar an. In den ersten sechs Monaten 2014 weitete sich das Missverhältnis aus. Wie geht das bei einer Abo-Gebühr von 0,89 Euro?

Es ist nur eine Marginalie am Rande einer starken Quartalsbilanz – doch die wirft ein interessantes Licht auf den größten Zukauf in Facebooks zehnjähriger Unternehmensgeschichte.  19 Milliarden Dollar bezahlte Facebook für den im Februar übernommenen Messenger-Dienst WhatsApp – tatsächlich kostete das Social Network die Übernahme wegen des eigenen gestiegenen Aktienkurses am Ende aber 22 Milliarden Dollar.

WhatsApp war immer als Zukunftsinvestition gedacht: "Es gibt nicht so viele Unternehmen, die das Potenzial besitzen, eins, zwei, oder drei Milliarden neue Mitglieder hinzuzufügen", erklärte Konzernchef Mark Zuckerberg auf dem Mobile World Congress in Barcelona seine Beweggründe für den Kauf: "Und WhatsApp hat dieses Potenzial, auch wenn die Umsätze aktuell noch klein ausfallen."

Hohe Verluste durch Mitarbeiteraktienoptionen

Wie klein "klein" ist, musste Zuckerberg nun bei Vorlage der jüngsten Quartalsbilanz bei der US-Börsenaufsicht SEC beziffern. Ergebnis im vergangenen Quartal: Gerade mal zehn Millionen Dollar setzte der beliebteste aller Messenger-Dienste, der es nun schon pro Monat auf 600 Millionen aktive Nutzer bringt, im vergangenen Jahr um, häufte dabei jedoch Verluste in Höhe von 140 Millionen Dollar an.

Stellt sich die Frage, wie das Missverhältnis zustande kommt. Die Erklärung: Der Löwenanteil der Verluste sind durch Zahlungen für Aktienoptionen an Mitarbeiter entstanden. 2013 beliefen sich die Aufwendungen dafür allein auf 99 Millionen Dollar, während die eigentlichen Kosten für das laufende Geschäft mit 9,9 Millionen Dollar unter den Einnahmen lag.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein ähnliches Bild:  Bei Umsätzen von 16 Millionen verlor WhatsApp 232 Millionen Dollar. CEO Jan Koum musste im ersten Halbjahr für Mitarbeiteroptionen 206,5 Millionen Dollar aufwenden, während die Kosten für den laufenden Betrieb mit 13,5 Millionen Dollar zu Buche schlugen – und WhatsApp operativ damit profitable arbeitete.

Warum setzt WhatsApp nur 16 Millionen Dollar um?

Dennoch bleibt die Frage, warum der der extrem beliebte Messenger-Dienst bislang so übersichtliche Umsätze einfährt, obwohl er eine Jahresgebühr von 0,89 Euro bis 0,99 Dollar erhebt? Eine mögliche Erklärung: Die Gebühr fällt eben erst ab dem zweiten Jahr an, während Altnutzer, die den Messenger vor der Umstellung auf das neue Abo-Modell verwenden,  weiter von einer Zahlung befreit sind.

Und  doch bleibt ein seltsamer Beigeschmack: Dass der beliebteste Messenger-Dienst, der inzwischen über 600 Millionen Menschen miteinander verbindet, seit Jahresanfang gerade mal 16 Millionen Dollar erlöst, wurde zum Zeitpunkt der Übernahme so eher nicht  erwartet...


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