Wie Puff Daddy mit Revolt den Rock'n'Roll zurückbringt

Naja !9
Sean "Puff Daddy" Combs verbindet beim TV-Sender Revolt Musik und Tech.
Sean "Puff Daddy" Combs verbindet beim TV-Sender Revolt Musik und Tech. (© 2014 Elisabeth Oberndorfer)

Sean "Puff Daddy" Combs stand bei der Branchenkonferenz Ad:Tech auf der Bühne, trank Wodka und erzählte vom "Start-up-Leben" mit  seinem neuen TV-Sender Revolt. 

Coolste Content-Plattform

"Bleiben wir persönlich, nennt mich Sean." So reagierte Sean Combs auf die Frage, wie er sich denn nun wirklich nennt. Zuletzt hieß es, er habe wieder den Künstlernamen Puff Daddy angenommen, mit dem er in den 90er-Jahren weltbekannt geworden war . Der HipHop-Superstar wollte bei der Branchenkonferenz Ad:Tech in San Francisco am Mittwoch jedoch nicht über Musik sprechen, sondern über sein neuestes Geschäft - den Fernsehsender Revolt.

Zu Beginn gönnte sich Combs erst mal einen Schluck Wodka mit dem Moderator. Mit heiserer Stimme, die den Kater vom Vortag durchklingen ließ, bemühte er sich wenig, die Beschreibung von Revolt zu erklären: "Keine Ahnung, ich habe das für Euch Tech-Leute geschrieben", kommentierte der Rapper eine sinnlose Aneinanderreihung von Buzz-Wörtern. "Wir sind die coolste, neueste Content-Plattform", so Combs gewohnt unbescheiden.

Die Antwort auf MTV

Der TV-Sender Revolt ging am 1. Oktober 2013 live und ist in den USA bei den Kabelnetzwerken Comcast und Time Warner verfügbar. Combs' Motivation: "MTV hat sich vor Jahren von der Musik verabschiedet. Darin sahen wir eine Chance. Wir wollen das ESPN der Musik werden. Das einzige Ding, das mächtiger als Musik ist, ist Religion." Bei Revolt stehen laut dem Geschäftsmann neue Künstler im Vordergrund, und nicht deren Videos. Der Sender konzentriere sich nicht nur auf Rap, sondern auch andere Genres:  "Ich bringe den Rock'n'Roll zurück!"

"Wir folgen nicht der Konversation, wir führen die Konversation an"

Großes Potenzial sieht Combs in den digitalen Kanälen: "Wir investieren in die Zukunft und setzen auf Echt-Zeit. Wir folgen nicht der Konversation, wir führen die Konversation an", betonte der Medienmanager. "Ich sage den Leuten in der Musikindustrie, sie sollen schon mal lieber ihre Lebensläufe rumschicken. Denn die Kids da draußen nehmen mit neuen Technologien ihr Schicksal selbst in die Hand." Mit 44 Jahren sei er sich bewusst, dass er in Sachen neue Trends auf 16-Jährige hören muss, so Combs weiter: "Ich habe meinen eigenen Think Tank, ich habe sechs Kinder."

Start-up ohne Regeln

"Ich versuche nicht, cool zu sein", beschwichtigte der Rapper und nahm einen weiteren Schluck Wodka. Mit Revolt wolle er Tech und Leidenschaft zusammenbringen. In fünf Jahren werde das Portal auf "einer Milliarde Geräte" zu finden sein. Auch Wearable Tech ist für das Medienunternehmen ein Bereich, der genauer analysiert wird.

Seine Arbeit bei Revolt sieht Combs als Start-up: "Das Großartige an einem Start-up ist, dass es keine Regeln gibt, die einzige Antwort ist: ja. Wir können alles machen." Auf die Frage, ob der TV-Sender ohne seinen Namen dahinter überleben könnte, reagierte Puff Daddy überzeugt: "Es gibt für mich kein nächstes Ding. Ich konzentriere mich voll auf Revolt. Wenn ich einen Marathon laufe, dann gewinne ich ihn auch."


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