WikiLeaks flüchtet

WikiLeaks tritt die Flucht nach vorne an: Nach einer Abstimmung veröffentlichte man Hunderttausende US-Botschaftsdepeschen.

Somit hat WikiLeaks für alle zugänglich gemacht, was sowieso schon fast öffentlich war. Nach der schweren Datenpanne konnte theoretisch jeder auf die Dokumente zugreifen - er musste nur das Passwort kennen.

Der britische Journalist David Leigh, der für "Guardian" schreibt, hatte das Passwort zur Entschlüsselung der Botschaftstelegramme in einem Buch über WikiLeaks abdrucken lassen. Er war der Meinung, dass die Zugangsdaten nur für ein paar Stunden gültig seien.

Nun stehen sogar die Namen der Informanten auf der Webseite von WikiLeaks.
Eigentlich wollte man die Quellen geheim halten, das hat Assange - bis jetzt - mit seinen Medienpartnern auch geschafft. So wurden die Namen der Informanten durch die Presse unkenntlich gemacht.

Was zuvor geschehen ist...

Im September 2010 stieg Domscheit-Berg mit einem deutschen Programmierer aus dem Projekt WikiLeaks aus, vorher war er Sprecher in Deutschland. Als die beiden gegangen sind, haben sie den Inhalt des Servers mitgenommen, indem sich auch die 250.000 verschlüsselten Depeschen befunden haben. Ende des vergangenen Jahres gab Domscheit-Berg die Dateien wieder an Julian Assange.

Sympathisanten von WikiLeaks veröffentlichten kurze Zeit später eine Kopie der Datensätze im Internet. Anscheinend wussten sie nichts von den versteckten Dateien, da diese in einem Unterregister lagen.

Assange hatte das Passwort auch an einen Bekannten weitergegeben, der es im Frühjahr 2011 ins Netz stellte, ohne zu ahnen, was für Folgen das nach sich ziehen könnten. Über viele Monate blieb die Panne zwar unentdeckt, aber in den letzten Wochen wurde sie von OpenLeaks-Anhängern verbreitet. "OpenLeaks" wurde von Domscheit-Berger gegründet und er behauptete, dass die "Daten bei WikiLeaks nicht sicher" seien. Das ist nun der ideale Beweis dazu.