Wikileaks-Gründer Assange droht mit Total-Veröffentlichung

In einem Interview mit dem internationalen Fernsehsender Al Jazeera mit Sitz in Katar hat Wikileaks-Gründer Julian Assange damit gedroht, sämtliche im Besitz seiner Organisation befindliche Daten zu veröffentlichen.

Auf Mord folgt Veröffentlichung

Sollte er ermordet werden oder für lange Zeit ins Gefängnis müssen, werde seine Organisation sämtliche vorhandene Daten veröffentlichen. "Wir verhalten uns auf verantwortliche Weise", betonte Assange, und fügte hinzu: "Aber wenn ich dazu gezwungen werde, könnten wir bis zum Äußersten gehen und jedes einzelne Dokument, das wir haben, zugänglich machen". Dabei könne seine Organisation auf 2000 Webseiten zurückgreifen, um das streng geheime Material ins Internet zu stellen.

Folterzentren für die USA

In dem Interview, das am Mittwochabend deutscher Zeit ausgestrahlt wurde, gab der 39-jährige Australier Hinweise, was diese Dokumente enthalten könnten:

Zahlreiche wichtige Funktionsträger der arabischen Welt stünden in engem Kontakt zur CIA, erklärte Assange. "Diese Funktionsträger sind Spione der USA in ihrem eigenen Land", sagte er. Konkrete Namen nannte er jedoch nicht. Die jeweiligen Personen unterhielten den Kontakt jedoch über die US-Botschaften.

Auch hätten einige arabische Länder spezielle Folterzentren eingerichtet, um von den Amerikanern überstellte Gefangene zu verhören. Auch hier nannte der Wikileaks-Gründer keine Details.

Assange droht langjährige Haft

Assange kommt zunehmend in Bedrängnis. Die schwedische Staatsanwalt wirft ihm vor, mit zwei Frauen gegen deren Willen ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Größer als die Sorge vor schwedischen Gerichten dürfte wohl die vor den Amerikanern sein: Washington wirft ihm Spionage vor. Assange befürchtet, von Schweden ausgeliefert zu werden.

Dies ist wohl auch die lange Gefängnisstrafe, die er in seinem Interview nennt: Im Falle einer Verurteilung vor einem amerikanischen Gericht, droht ihm eine langjährige Haftstrafe.