Windows und Mac Programme kommen auf das iPad

Mit Parallels Access können Windows- und Mac-Nutzer ab sofort ihre Programme auch auf dem iPad laufen lassen und von überall aus nutzen - ohne am PC oder Laptop sitzen zu müssen. Das Arbeiten wie auf einem Mac und Windows-Rechner ist damit über den Touchscreen des iPads möglich. Die Anwendungen von Parallels sind dafür bekannt, Brücken zwischen verschiedenen Plattformen herzustellen. Wie die Anwendung funktioniert und ob es sich lohnt, diese zu nutzen, habe ich für euch mit einem Mac getestet.

Parallels Desktop für den Mac

Parallels ist vor allem durch sein Lösung Parallels Desktop für Mac bekannt geworden. Damit ist es möglich, ein Windows-Betriebssystem auf einem Mac nebenbei im normalen Betrieb laufen zu lassen. Man kann also zwischen dem OS von Apple und Microsoft hin und her wechseln, ohne den Rechner neu starten zu müssen. Das hatte den Vorteil, dass Programme, die nur für Windows verfügbar sind, auch auf einem Mac laufen zu lassen. Nun musste das iPad dran glauben - mit Parallels Access werden die Programme und Inhalte vom Mac oder Windows-Rechner auf dem iPad wiedergegeben, sofern der PC oder Laptop dauerhaft in Betrieb ist. Das kennt man bereits von TeamViewer.

Parallels Access einrichten

Um auf die Programme oder Dateien eines Macs oder Windows-PC zugreifen zu können, muss man sich zunächst einen Account auf prallels.com einrichten und die Registrierungsemail bestätigen. Das getan, trägt man Passwort und Email-Adresse in den Agenten auf dem Mac sowie in die App auf dem iPad ein - beide Anwendungen sind kostenlos. Den Agenten findet man auf der Webseite von Parallels und die App im App Store (ab iOS 6 oder neuer). Nun muss man noch dem Agenten erlauben, sich mit externen Geräten verbinden zu lassen. Die Verbindung wird dann zukünftig über das iPad aufgerufen, sofern der Agent auf dem PC oder Mac die Erlaubnis dazu hat. Die Schritte bis hier hin sind sehr einfach und logisch.

Nun kann auf die Programme eines PCs oder Macs von überall auf Welt über das iPad zu gegriffen werden. Anders als beim TeamViewer wird nicht der komplette Desktop übertragen, sondern nur die Programme in der Ansicht von Apples Launchpad, worüber aber alle Programme geöffnet werden können. Zusätzlich gibt es einen Schnellzugriff, um zwischen den verschiedenen Programmen hin und zu wechseln. Parallels Access passt sich also der Optik vom iOS auf dem iPad an. Die Programme werden fortan mit den Apple üblichen Fingergesten bedient, wie man sie vom iPad und Trackpad eines Macs kennt. Wer damit nicht zurecht kommt, der kann sich dazu zahlreiche Videos zur Navigation und Benutzung von Parallels Access anschauen. Einmal eingerichtet, muss man den Schreibtisch theoretisch nie wieder sehen und kann von überall aus arbeiten. Einfach den Computer oder Mac anlassen und die Arbeit kann fortan auf dem iPad ausgeführt werden. Alle Anwendungen werden so zur faktischen iPad-App. Texte können außerdem zwischen der Parallels Access Anwendung und echten iPad-Apps kopiert und eingefügt werden.

Wer den Service nutzen will, muss dafür 69,99€ pro Jahr an Parallels zahlen. Ein anderes Modell gibt es nicht und der Kauf muss per In-App-Kauf getätigt werden. Da der Nutzer nicht die Katze im Sack kaufen soll, bietet Parallels den Service 14 Tage kostenlos an, um ausgiebige Tests vornehmen zu können - das finde ich äußerst fair, zumal man da merken wird, ob man Parallels Access wirklich dauerhaft nutzen möchte.

Fazit

Während meiner Tests hat Parallels Access sehr gut und vor allem einfach funktioniert. Von der Anmeldung bis hin zur Benutzung wurde alles gut umgesetzt. Auch im 3G Netz war ich in der Lage Programme zu öffnen, obwohl diese dann, geschuldet der geringeren Brandbreite, etwas ruckelig beim Scrollen und Bedienen waren und die Auflösung etwas abnahm. Das ist aber okay und man kann damit durchaus gut arbeiten. Die Verwendung eines Touchscreen statt einer Maus bedarf etwas Gewöhnung, ist aber nach einer Stunde Benutzung schnell gelernt. Einzig die Genauigkeit in der Bedienung durch die fehlende physische Tastatur und Maus, schränkt das Arbeiten etwas ein, da es nun mal ein Desktop-Betriebssystem ist. Ob man Parallels Access wirklich braucht, muss der Alltag jeden einzelnen zeigen. Einige Programme gibt es einfach nicht für das iPad, aber ob das das Unternehmen bzw. der Chef gutheißt bezogen auf die Sicherheit, lässt mich stark zweifeln. Gilt doch iOS als nicht besonders sicher.

Demnächst werde ich euch die Alternative von TeamViewer vorstellen.