WindUp: Snapchat-Klon für Windows Phone erschienen

Microsoft sieht WindUp nicht als Konkurrenz zu Snapchat
Microsoft sieht WindUp nicht als Konkurrenz zu Snapchat (© 2014 Microsoft)

Für die Nutzer von Mobilgeräten ist es immer ärgerlich, wenn es weit verbreitete Apps nicht für das eigene System gibt. Nutzer von Windows Phones mussten beispielsweise bisher auf ein offizielles Snapchat verzichten. Da das nicht kommt, wurde Microsoft selbst tätig und liefert jetzt einen ähnlichen Messenger: WindUp.

Auf Facebook gibt es sie bereits: Eine Gruppierung, die dazu aufruft, dass doch endlich Snapchat für Windows Phone 8 entwickelt werden soll. Bisherige Verhandlungen mit den Entwicklern haben nicht gefruchtet. Android- und iOS-Nutzer – vor allem US-amerikanische – haben den eigenartigen Nachrichtendienst für Smartphones und Tablets längst lieben gelernt. Nur die Anwender mobiler Windows-Systeme mussten zugucken. Microsoft nutzt die Gunst der Stunde und entwickelte klammheimlich den eigenen Snapchat-Klon in den Labors von Microsoft Research. WindUp heißt die App, ist ab sofort verfügbar und läuft auf Windows Phone 8 und 8.1.

Nachrichten mit Selbstzerstörungsmechanismus

WindUp kann so ziemlich alles, was auch Snapchat seinen Anwendern bietet – mit Ausnahme der Live Video-Chat-Funktion, wie ZDNet schreibt. Der Beschreibung zufolge sind Nutzer mit WindUp in der Lage, „zeitlich begrenzte Nachrichten und Medien mit Freunden zu teilen“. Das ist nämlich der Witz an Snapchat: Anwender tauschen Texte, Audioschnippsel, Bilder oder auch Videoclips aus, die sich innerhalb eines vordefinierten Zeitfensters selbst zerstören – unabhängig von der Aktivität des Empfängers. Deshalb wird die App gern für Sexting benutzt, dem Austausch erotischer Inhalte. Microsoft wählte gezielt den Namen WindUp. Die Entwickler dazu: „Setze ein niedriges Zeitlimit, um deinen Freunden beim Lesen Dampf zu machen („to wind up“)“. Allerdings ist Snapchat bereits in die Kritik geraten. Zu leicht ließen sich Daten rekonstruieren oder Screenshots von Inhalten anfertigen. Ende 2013 klauten Hacker die Snapchat-Daten von 4,6 Millionen Nutzern und stellten diese online.

Angeblich nur ein Forschungsprojekt

Einem Bericht auf Forbes zufolge handelt es sich bei WindUp angeblich nur um ein Forschungsprojekt. Das behaupten zumindest die Entwickler von Microsoft Research selbst in einem Blog-Post. Es ginge vielmehr darum, „zu lernen, wie Menschen Inhalte erschaffen, verbreiten und sich darüber unterhalten“. WindUp gilt in den eigenen Reihen offenbar nicht als direkter Konkurrent für Snapchat. Es würden keine kommerziellen Ziele verfolgt und der Messenger „soll auch nicht mit den Produkten anderer Entwickler konkurrieren“, heißt es in einem Statement. Ah ja. Message angekommen.


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