Wir haben Netflix' Marvel-Serien von schlecht nach gut sortiert

Netflix sagt: Es wird keine weiteren Staffeln zu "Defenders" geben. Zurecht.
Netflix sagt: Es wird keine weiteren Staffeln zu "Defenders" geben. Zurecht.(© 2017 Sarah Shatz/Netflix)

Seit wenigen Tagen ist die zweite Staffel der mit Superkräften ausgestatteten Privatdetektivin "Jessica Jones" bei Netflix zu sehen. Damit bringt es das Marvel-Universum bei der Streaming-Plattform insgesamt auf sechs Serien. Aber welche ist die Beste? Die Redaktion hat gewertet.

Es sind nicht unbedingt die größten oder bekanntesten Helden, die sich Netflix aus dem mehr als 2000 Charaktere starken Portfolio des Comic-Verlages herausgesucht hat. Und im Nachhinein wirken nicht alle Entscheidungen der Netflix-Produzenten wirklich ausgereift – wie unser Platz sechs beweist.

Platz 6: "Iron Fist"

Danny Rand alias Iron Fist hatte seine beste Comiczeit bei Marvel in der 70er Jahren. Da trat er Seite an Seite mit Luke Cage alias Powerman als Duo auf und bildete mit ihm die „Heroes for Hire“. Als Kampfkunst-Spezialist weist Iron Fist aber nicht etwa nur hartes Training auf, seine Fähigkeit der namensgebenden Eisenfaust hat er einem Kampf gegen einen mythischen Drachen zu verdanken, der in der ebenso mythischen Stadt K’un L’un stattgefunden hat.

Trotz Frauenpower konnte Iron Fist noch nicht komplett überzeugen.

Das war offenbar selbst den Serienmachern zu peinlich, um es in der ersten Staffel auch nur in einer Szene zu zeigen. Dabei  gehört zu jeder Comichelden-Geschichte auch die Origin-Story, in der der Protagonist seine Kräfte erlangt. Und Finn Jones, der den Helden spielt, hat zwar sichtbar die Bewegungen von Martial Arts trainiert, das jahrelange Training eines wirklichen Kampfsport-Meisters konnte er aber natürlich nicht nachholen – und das sieht man der Serie leider deutlich an.

Wenn dann die extrem dysfunktionale Familie der Meachums viel interessanter ist als der Held einer Serie, dann läuft etwas falsch. Daher bleibt für "Iron Fist" nur die rote Laterne in dieser Liste. Vielleicht wird die zweite Staffel ja besser.

Platz 5: "Luke Cage"

Auch der Comicpartner von Iron Fist konnte in seiner eigenen Serie nicht wirklich begeistern. Bei keiner anderen Serie war es so deutlich wie hier, dass 13 Folgen für die Story einfach zu lang sind. Und so zogen sich die Abenteuer des unzerstörbaren, schwarzen Hünen mitunter zäh wie Kaugummi. Dazu konnten die Serienmacher auch keine wirklich überzeugenden Gegner aufbauen. Das hat sogar Iron Fist besser gemacht.

Cages nächste Chance auf einen besseren Platz startet Ende Juni.

"Luke Cage": Unzerstörbar, aber nicht gut.(© 2018 David Lee/Netflix)

Platz 4: "Defenders"

Kürzlich kündigte Netflix an, momentan keine weitere Staffel des Heldenteams zu planen. Wenn man sich die erste Staffel ansieht, weiß man auch, warum. Obwohl drei der Helden ganz gut miteinander funktionierten und nur die Iron Fist erneut nervte, passte hier vieles nicht. Mit acht Folgen war diese Serie tatsächlich zu kurz für ihre Story, sodass vieles mitunter gehetzt wirkte. Und die Vernichtung eines wirklich spannenden Gegners wie der "Hand" dürfte sich für die weitere Zukunft der Marvel-Netflix-Reihen möglicherweise noch rächen. Einen Bösewicht wie Sigourney Weaver lässt man nicht einfach so sterben, Netflix!

Platz 3: "The Punisher"

Die mit Abstand blutigste Serie der Zusammenarbeit zwischen Netflix und Marvel kam nur zustande, weil das Publikum Jon Bernthal als Punisher in der zweiten Staffel von "Daredevil" so liebte. Aber auch hier zeigte sich wieder, dass zu viele Folge einer Story mehr schaden als nützen können. Die Mitte der 13 Episoden starken ersten Staffel hing doch in Sachen Spannung eher durch. Nur der starke Auftakt und das brutale Finale konnten richtig überzeugen.

Kein netter Kerl: Frank Castle alias The Punisher.

Immerhin brachte die Serie einige interessante Figuren hervor, die sich in der zweiten Staffel der Serie, die bereits beschlossene Sache ist, noch weiter in den Vordergrund spielen können. Jigsaw dürfte dort ein guter Gegenspieler für Frank Castle werden.

Platz 2: "Jessica Jones"

Eine kaputte Ex-Superheldin, die sich jetzt mit Jobs als Privatdetektivin über Wasser hält und es vor lauter Selbsthass und Suff morgens kaum aus dem Bett schafft, das war nicht nur für die Comics vor einigen Jahren eine willkommene Abwechslung. Es führte auch dazu, dass Jessica Jones die erste Wahl von Netflix war, auch wenn ihre Serie erst als zweite an den Start ging.

David Tennant als Purple Man Killgrave ist sicher einer der besten Schurken in der bisherigen Zusammenarbeit von Marvel und Netflix.

Denn Krysten Ritter als Hauptfigur ist ein echter Glücksgriff, dazu bekam sie mit David Tennant als Purple Man einen der besten Bösewichte der Netflix-Serien an die Seite gestellt. Vor dem hat man als Zuschauer bereits Angst, obwohl man ihn in den ersten Folgen noch gar nicht zu sehen bekommt. Als es dann soweit ist, macht er seinem Ruf als Monster alle Ehre. Der Film-Noir-Look der Serie rundet den sehr guten Gesamteindruck noch ab.

In Staffel 2 dreht sich erneut fast alles um Jessicas Vergangenheit. Lernten wir in der ersten Staffel alles über ihre schlimmsten Erlebnisse überhaupt, erfahren wir in Staffel 2, woher sie ihre Kräfte hat – und welches unheimliche Erbe damit verbunden ist.

Hier haben die Macher gelernt und genug zusätzliche Nebenstorys eingezogen, um 13 Episoden ordentlich zu füllen. So sind hier auch die Geschichten um Trish Walker auf ihrem Weg zur Superheldin „Hellcat“ und die mitleidlose Anwältin Jeri Hogarth interessant und tragen zum guten Gesamteindruck der Staffel bei – ebenso wie der Bösewicht, der es aber nicht ganz mit dem Monster der ersten Staffel aufnehmen kann.

Platz 1: "Daredevil"

Seltsam, aber tatsächlich waren die Marvel-Netflix-Serien nie wieder so gut wie beim allerersten Versuch. Bei dieser ersten Staffel stimmt einfach alles. Actionfans wurden mit dem unglaublichen Fight zum Ende der zweiten Folge abgeholt, Dramafans waren vom inneren Kampf des Helden angetan, der seinen Job, seine Heldentätigkeit und seine Gefühle unter einen Hut bringen muss. Und schließlich ist Vincent D’Onofrio als Gangsterboss Kingpin einfach eine Schau. Atmosphäre, Spannung, Action, Tragik – hier war alles in der richtigen Menge dabei, um eine unvergessliche Staffel auf die Beine zu stellen.

Auch in seinem zweiten Jahr konnte der "Mann ohne Angst" seine Fans überzeugen, wenn auch nicht mehr ganz so furios wie beim ersten Auftritt. Vor allem die Wandlung von der eher bodenständigen ersten Staffel mit Gangstern als Gegnern zu den eher im Fantasybereich angesiedelten Kämpfern der "Hand" war vielen Zuschauern zu viel.

Elektra, Matts erste große Liebe, lernen wir in Staffel 2 kennen.

Dennoch punktet auch Staffel zwei der Serie mit großartigen Kampfsequenzen und einem extrem spielfreudigen Ensemble. Vor allem der Punisher und die Rückkehr des Kingpin brachten einige unvergessliche TV-Momente hervor.

Allerdings hat die Story, die in der dritten Staffel im Herbst 2018 auf uns zukommt, das Zeug dazu, die erste Staffel vom Thron zu stoßen – "Born again" gehört zum Besten, was in mehr als 50 Jahren Daredevil-Comics erschienen ist. Der König der Marvelserien bei Netflix heißt also in jedem Fall weiterhin Matt Murdock.

Marvel-Fans, was meint ihr?

Seid ihr mit unserem Ranking zufrieden, oder werdet ihr vor Wut ganz grün und euch platzen die Klamotten vom Leib? Lasst es uns in den Kommentaren wissen! Alle anderen Marvel-Fans erwartet zudem Folgendes: Lest hier, welche Marvel-Charaktere in Staffel 2 von "The Punisher" zu sehen sein werden oder macht euch schlau darüber ob "Black Panther" wirklich so gut ist wie angepriesen und was die Fans von "Avenger" wirklich erwartet – und was sie vermutlich missen werden.


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