WM 2014-Blog (1): Sorry Deutschland – Brasilien gewinnt

Unfassbar !10
Endlich: Der Ball rollt bei der WM 2014
Endlich: Der Ball rollt bei der WM 2014(© 2014 CURVED)

Endlich: Die 20. Fußball-WM ist eröffnet! Obwohl es ein Turnier der Superlative werden wird, liegt ein seltsamer Schatten über dem Mega-Event. Das Brasilien der WM-Vergabe ist nicht mehr das Brasilien der WM-Austragung, die Geschichte räumt der deutschen Mannschaft keine Chance ein, und auch die Verletzungsmisere macht wenig Hoffnung. Superstatistiker Nate Silver weiß: Die Trophäe bleibt in Brasilien. Immerhin: Im Social Web präsentiert sich die deutsche Elf dennoch titeltauglich.

Eines muss man den Engländern lassen: Sie verfügen über einen gesunden Realitätsinn. 1-28 beziffern die britischen Buchmacher die Chancen auf den zweiten Titel nach 1966. Damit befindet sich Deutschlands Erzrivale in bester Gesellschaft mit Rest-Europa: Die 20. Fußball-WM scheint gelaufen, obwohl sie gerade begonnen hat.

Das liegt weniger an dem ziemlich schmeichelhaften 3:1-Auftaktsieg der Gastgeber gegen Kroatien als vielmehr an der Macht der Wahrscheinlichkeit, die wohl niemand besser einfangen zu vermag als Zahlenzauberer Nate Silver.

Nate Silver: Brasilien mit 45 %-Chance

Der Superstatistiker („The Signal and the Noise: Why So Many Predictions Fail – but Some Don’t“), der die vergangenen zwei US-Präsidentschaftswahlen nicht zuletzt mit Hilfe von Social Media gespenstisch präzise vorhersagte, gibt dem Gastgeber eine 45-prozentige Chance, den sechsten Titel zu gewinnen. Wohl gemerkt: 45 Prozent von allen 32 teilnehmenden Nationen.

Es folgt Argentinien mit dem weiten, weiten Abstand von 13 Protzen und dann, abgeschlagen, das deutsche Team, mit nur 11 Prozent Wahrscheinlichkeit (immerhin noch vor Titelverteidiger Spanien mit 8 Prozent). Wie kommt Silver nun auf seine Prognosen?  Da sind vor allem die beiden offensichtlichsten Argumente: Brasilien ist Rekordweltmeister und spielt die WM vor heimischer Kulisse.

Stunde der Skeptiker: Deutsches Team statistisch ohne Chance

Letzterer Fakt ist zugleich das Killerargument gegen die deutsche Mannschaft, aber auch den Titelverteidiger: Noch nie hat eine europäische Mannschaft in Südamerika gewonnen. Die klimatischen Bedingungen, die andere Mentalität setzen offenbar zu sehr zu – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Im Falle der deutschen Nationalmannschaft kommen auch noch hausgemachte Gründe hinzu: Die Verletztenmisere mit den schwer zu kompensierenden Ausfällen von Marco Reus, Illkay Gündogan  – der sich stattdessen mal locker mit Bauch bei Twitter ablichten lässt – und dem angeschlagenen / rekonvaleszenten Bayern-Block um Neuer / Lahm / Schweinsteiger lassen das schwächste Abschneiden bei einem Turnier seit einer Dekade durchaus nicht unwahrscheinlich erscheinen.

Deutsches Dilemma: Zenit der Löw-Ära scheint  überschritten

Für das deutsche Dilemma hat der Sport viele Blaupausen geliefert: Gleich viermal in Folge war die deutsche Elf dicht am Titel dran – 2006 in eigenem Land beim unglücklichen Halbfinal-Aus gegen Italien vermutlich am dichtesten, 2008 immerhin im EM-Finale, wenn auch chancenlos gegen Spanien, 2010 im Halbfinale wieder gegen Spanien etwas chancereicher, 2012 beim EM-Aus gegen Italien wohl am unnötigsten gescheitert.

Wie es so oft beim knappen Scheitern ist: Irgendwann ist der Ball weg – und mit ihm das Momentum. 2014 wird vermutlich das letzte große Turnier der Ära Schweinsteiger-Lahm, und es könnte auch die letzte Station der Löw-Ära sein, die 2004 unter Cheftrainer Klinsmann begann. So oder so: Es spricht nicht besonders viel für eine Fortsetzung der schon achtjährigen Amtszeit: Wird Löw doch Weltmeister, wäre dies der perfekte Abschied für den 54-Jährigen, scheidet die DFB-Elf so früh aus wie seit zehn Jahren nicht mehr, erübrigt sich jede Diskussion.

Trotzdem: Gute Laune in den sozialen Kanälen

Der Bürde der vermeintlich letzten Tage einer Epoche scheint man der deutschen Mannschaft außerhalb des grünen Rasens indes wenig anzumerken – zumindest bei den Schnappschüssen, die die Social Media-Berater ihre Stars über die üblichen Kanäle verbreiten lassen.

Da sind die Gute-Laune-Posts von Mesut Özil auf Facebook und die kleinen Streiche von Lukas Poldolski auf Instagram, die von Bastian Schweinsteiger als Renaissance des Sommermärchens von 2006 auf Facebook verlängert werden. All das sieht auf unseren Smartphones und Tablets gut aus – allein: Am Ende zählen nur die 90 Minuten am Montagabend um 18 Uhr gegen Portugal.

Ihr wollt mehr von Euren Stars in den sozialen Medien sehen? Das sind  die interessanten Instagrammer und das die spannendsten Twitterer. Alle wichtigen Infos über AppsGames und weitere News findet Ihr auf unserer WM-Themen-Seite


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