WM-Blog (13): ¡Viva México! – Kulttrainer geht viral

Die Qualifikation nur über die Relegation geschafft, eine schwere Gruppe mit Gastgeber Brasilien erwischt, im Sturm ein Erbschen und auf der Bank "die Laus". Mexiko ist bisher die Überraschung der WM 2014!

Nach dem Spiel war Miguel Herrera nicht mehr zu halten. "El Piojo", die Laus, sprang wild herum, feierte wie von Sinnen. Aber dieser Jubel war nur die Kulmination eines 90-minütigen Adrenalinschocks. Bis zum erlösenden Führungstreffer von Kapitän Rafa Marquez war die Anspannung des nur 1,68 m großen Trainers in jeder Sekunde ersichtlich.

Kein Trainer leidet und geht so sehr mit wie der Coach von El Tri. Die drei Vorrundenspiele seiner Mannschaft hatten es aber auch in sich. Zum Auftakt gegen Kamerun verwehrten die Schiedsrichter zwei regulären Toren die Anerkennung, das Spiel endete "nur" 1:0. Das torlose Remis gegen die brasilianischen Gastgeber hatte das Endspiel gegen Kroatien zur Folge.

Wie im ersten Spiel zeigte sich Mexiko kampfstark und überlegen, es dauerte allerdings bis zur 72. Spielminute, bis der von Herrera zum Comeback überredete Marquez eine Ecke zur Führung einköpfte. Für richtige Entspannung beziehungsweise vollständige Entladung sorgte aber erst der Schlusspfiff und die absolute Gewissheit, das Achtelfinale erreicht zu haben.

Mexiko – Liebling des Internet

Dass Herrera jetzt das Internet zu Füßen liegt ist, seine Jubelszenen per Photoshop verbreitet werden, ist nichts Neues für die Mexikaner. Nach seiner Weltklasseleistung gegen Brasilien ging Torwart Ochoa viral, ihm wurde mittlerweile sogar ein Lied gewidmet:

El Piojo nutzt seinerseits gerne und regelmäßig seinen Twitteraccount für die Verbreitung von Motivationsnachrichten, sowie kleine Scherze mit seinen Spielern.

Eine komplette Übersicht gibt es im Blog 101 Great Goals. Neben Photobombing beherrscht der ehemalige Verteidiger auch die hohe Kunst des Selfie. Vor Poldi und Merkel oder Elftal und Königspaar gab es schon Ende März einen Besuch der El Tri beim mexikanischen Präsidenten, den Herrera für einen Schnappschuss nutzte:

Die Laus gegen das Feierbiest

Im Achtelfinale warten am Sonntag die Niederlande auf Mexiko. Die Runde der letzten 16 war für El Tri zuletzt fünf Mal Endstation, lediglich bei den Heimweltmeisterschaften 1970 und 1986 konnte man bis ins Viertelfinale vorrücken. Ob diese Erfolge gegen eine niederländische Mannschaft zu wiederholen sind, darf bezweifelt werden.

Die Oranje hat alle Spiele ihrer Gruppe gewonnen, dabei die spanische Seleccion demontiert und sich von den ähnlich wie Mexiko spielenden Chilenen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Auf dem Platz und an der Seitenlinie wird Sonntag einiges los sein, wenn das "Feierbiest" van Gaal und El Piojo, die temperamentvollste Laus von Mexiko, aufeinander treffen.

Die Wartezeit bis Sonntag lässt sich am leichtesten mit noch mehr Fußball verkürzen. Auch heute stehen gleich vier Partien an. Wie ihr auch die parallel laufenden Spiele sehen könnt, das lest ihr im Artikel vonJan.

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