WM-Blog (20): Verteidigungsminister und Karriereknicks

Die WM geht auf die Zielgerade: Das deutsche Viertelfinale weckt an Erinnerungen an 1998
Die WM geht auf die Zielgerade: Das deutsche Viertelfinale weckt an Erinnerungen an 1998(© 2014 Twitter, Youtube, CURVED Montage)

Im Achtelfinale hat es in der Verlängerung für die USA gegen Belgien doch nicht mehr zum Einzug in die nächste Runde gereicht. Die US Boys werden trotzdem in der Heimat gefeiert. Andere haben mit der WM dagegen weniger Glück. Steht der eigene WM-Song aufgrund von Ereignissen im Austragungsland plötzlich im Abseits erhält die Karriere einen Knick.

Manuel Neuer ist nicht der einzige Torwart, der bei der WM eine überragende Leistung abgeliefert hat. Auch US-Torhüter Tim Howard glänzte mit guten Paraden, konnte aber nicht alleine das Ausscheiden seines Teams verhindern. Für seine gute Leistung erklärte ihn dann auch flugs ein Witzbold auf Wikipedia zum Secretary of Defense. Der echte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel konnte über den Scherz lachen und rief Howard an, um sich für die Verteidigung der Vereinigten Staaten zu bedanken.

Aber nicht nur die deutsche Bundeskanzlerin zeigt gerne ihr Interesse für die WM. Da in den USA während der WM eine echte Fußball-Euphorie ausgebrochen ist, muss sich natürlich auch der Präsident mit dem Thema beschäftigen. Und so kam es, dass Obama nicht nur das Gewinnerteam beim Superbowl in der Kabine anruft, sondern auch zum Hörer griff, um Tim Howard und Clint Dempsey noch in Sao Paulo zu ihren überzeugenden Auftritten zu gratulieren.

Lecker Fischbrät, Bertis Buben und die Geschichte eines WM-Songs

Wenden wir uns jetzt aber dem Viertelfinale am Freitag zu. Da spielt Deutschland ja bekanntlich gegen Frankreich. In diesem Zuge kommen Erinnerungen an die WM 98 in Frankreich auf. Schon damals gab es WM-Songs, die nicht nur die Fußballer gesungen haben oder von E-Promis stammten, die hofften eine musikalische Karriere starten zu können.

Meine damalige - und auch heute immer noch gern gehörte - Lieblingsband Lecker Fischbrät aus Kiel war lokal schon eine Größe und und setze mit einem WM-Song zum Durchstarten an. Der Plattenvertrag war unterschrieben, Produktion und Vertrieb erfolgten im großen Rahmen und ein Comic-Zeichner lieferte das Titelbild und die zugehörigen Bücher. Das Video lief bei Viva und MTV.

Doch dann schlugen deutsche Hooligans den Polizisten Daniel Nivel fast tot, und der Song landete mit einem Schlag auf dem Index, beziehungsweise wurde einfach unpassend. Er hieß "Haut sie weg". Mit dem Abstand von 16 Jahren kann man den Titel aber wieder spielen, auch Bertis Buben in diesem Jahr bereits ausgeschieden sind.

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