Wo bleibt der Smartphone-Konfigurator?

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Googles Project Ara will das Smartphone Modular machen - dabei würde ein Konfigurator für die meisten völlig ausreichen.
Googles Project Ara will das Smartphone Modular machen - dabei würde ein Konfigurator für die meisten völlig ausreichen.(© 2015 Google ATAP)

Noch nie gab es so viele verschiedene Smartphones auf dem Markt wie heute. Eigentlich sollte da wirklich für jeden Bedarf etwas dabei sein. Eigentlich. Denn wenn man die verschiedenen Geräte miteinander vergleicht, fällt erstmal auf, wie wenig sie sich voneinander unterscheiden. Echte Wahlmöglichkeiten? Fehlanzeige! Dabei wäre die Lösung ganz einfach.

Denn wenn man es genauer betrachtet, stehen den Kunden nur Rubriken zur Wahl - in denen die Geräte weitgehend das Gleiche bieten. Es gibt die Top-Smartphones wie LG G4 und Galaxy S6, die technisch in jeder Hinsicht auf Stand sind und mittlerweile bis aufs iPhone 6 eigentlich alle größer als fünf Zoll ausfallen. Da ist mal eines wasserdicht, ein anderes hat eine bessere Kamera. Das war’s aber oft schon an technischen Alleinstellungsmerkmalen. In den meisten Geräten ist sogar derselbe Prozessor verbaut. In der Mittelklasse gibt es zwar viele verschiedene Größen. Technisch stechen aber wenige Modelle heraus, fast alles ist deutlich abgespeckt. Bei den Billig-Smartphones muss man sich sowieso danach entscheiden, auf was man am ehesten verzichten kann.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Zum Glück gibt es einige wenige Ausnahmen: Das Sony Xperia 3 compact etwa entspricht technisch weitgehend dem großen Bruder - und besitzt damit als einziges Mini-Flaggschiff mit Android eine ordentliche Kamera. Auch Apples iPhone 6 vereint Highend-Hardware mit einem 4,7-Zoll-Display. Doch kleiner darf es nach Ansicht der Hersteller auch nicht mehr werden - obwohl vielen selbst das zu groß ist. Als die Testgeräte des neuen iPod Touch in der Redaktion landeten, forderte nicht nur Felix, dass Apple endlich ein iPhone in der selben Größe rausbringen sollte.

Doch nicht nur bei der Größe sollte man mehr Auswahl haben. Warum gibt es eigentlich keine Mittelklasse-Geräte mit Top-Kameras? Die meisten Nutzer brauchen die Power eines Galaxy S6 überhaupt nicht. Genauso gibt es keinen echten Grund, warum etwa das Selfie-Handy HTC Desire Eye mit seiner 13-Megapixel-Frontkamera nicht technisch einfacher, und damit günstiger, hätte ausfallen können. Eine gute Kamera würde mir als Kaufgrund völlig ausreichen - zum richtigen Preis.

Ein Konfigurator muss her

Die Lösung wäre ein Smartphone-Konfigurator, wie man ihn von Laptops längst kennt. Basis-Modelle in verschiedenen Größen zum günstigen Preis, alle Extras kosten. Die Autoindustrie erreicht so seit Jahren ihre Kunden. Ihr wollt nur die bessere Kamera, könnt aber auf LTE, Dual-SIM und den Top-Prozessor verzichten? Klar, gerne, bitte. Vor allem für einen Konzern wie Sony sollte das eigentlich kein Problem sein - schließlich sehen sich die aktuellen Smartphones vom Highend-Gerät Sony Xperia Z3+  über die Mittelklasse mit dem Xperia M 4 Aqua bis zum Einsteiger-Smartphone Xperia E 4 sowieso zum Verwechseln ähnlich. Warum sollen sich die Kunden also nicht das Highend-Gehäuse mit einem mittelstarken Prozessor und der Super-Kamera zusammenstellen können? Mit der Smartphone-Hülle zum Zusammenstecken Nexpaq und Googles Projekt Ara ist so etwas zwar bereits in Planung, die Optik leidet aber noch unter den Stückel-Ansätzen.

Natürlich sind Hürden zu nehmen, was das technisch Machbare angeht - vor allem wenn Prozessoren wie der Snapdragon 810 zum Überhitzen neigen. Trotzdem sollte es eigentlich umsetzbar sein, ein Smartphone-Gehäuse zu konstruieren, in dem sich bei der Fertigung relativ flexibel Komponenten tauschen lassen. Dann wäre es vielleicht auch mal wieder interessant, sein Smartphone mit dem eines anderen zu vergleichen.

Was meint Ihr? Wollt Ihr mehr Auswahlmöglichkeiten? Oder seid Ihr mit der aktuellen Auswahl zufrieden? Teilt Eure Meinung in den Kommentaren mit.


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