WunderCar muss anhalten: Hamburg stoppt Mitfahr-Dienst

Unfassbar !9
WunderCar-Gründer Gunnar Froh hat in Hamburg gerade wenig zu lachen
WunderCar-Gründer Gunnar Froh hat in Hamburg gerade wenig zu lachen(© 2014 CURVED)

Die Wirtschaftsbehörde von Hamburg zieht WunderCar aus dem Verkehr. Grund: Der Mitfahr-Dienst sei quasi ein Taxi-Konkurrent ohne Genehmigung. Diesen Vorwurf will sich Firmengründer Gunnar Froh nicht Recht gefallen lassen, denn er sieht das Angebot seiner App nicht als ein kommerzielles an.

Genau das ist laut eines Berichts des NDR aber der Grund dafür, dass WunderCar in Hamburg nun nicht weiterfahren darf: Nach eingehender Prüfung sei die Wirtschaftsbehörde zu dem Beschluss gekommen, dass es sich bei dem Angebot um kommerzielle Personenbeförderung handele. Die ist allerdings genehmigungspflichtig und eine solche Erlaubnis können die etwa 120 gemeldeten Fahrer der WunderCar-Community in der Hansestadt nicht nachweisen.

So funktioniert die Mitfahrgelegenheit WunderCar

Der Streitpunkt ist das folgende Prinzip: Die persönlich von WunderCar-Mitarbeitern geprüften und zugelassenen Fahrer kutschieren auf Zuruf via App Fahrgäste herum. Der Dienst selbst bezeichnet diese Leistung als unentgeltlich, wenngleich die bei der Fahrt entstehenden Betriebskosten erstattet werden können. Zudem erlaubt die für iOS und Android gleichermaßen erhältliche App auch, dem Fahrer bargeldlos ein Trinkgeld zuzustecken, von dem WunderCar selbst 20 Prozent einbehält.

Wo macht "unentgeltlicher Transport" halt?

Im Bericht des NDR heißt es auch, WunderCar-Gründer Froh habe mit der Hamburger Wirtschaftsbehörde bereits Gespräche über die strittige Grenzziehung des "unentgeltlichen Transports" geführt. Seiner Meinung nach seien 35 Cent pro Kilometer eine angemessene Größenordnung für die Betriebskosten. Darauf habe die Behörde nicht weiter reagiert – bis zum Ausspruch des Fahrverbots. Froh wird indes unbeeindruckt zitiert: "Wir bieten unsere Community-Fahrten weiterhin an."

Weitere Artikel zum Thema
Das müsst Ihr zum Taxi-Zoff mit Uber und Co. wissen
Felix Disselhoff5
Weg damit !27Alte gegen neue Welt: Taxi-Apps erfreuen sich großer Beliebtheit
Auf den Straßen Europas herrscht Krieg. Wer gegen wen? Und warum? Wir erklären Euch, was es mit dem Taxi-Zoff um Uber, Wundercar und Co. auf sich hat.
Taxi-Aufstand gegen Wunder­car, Uber, Lyft und Co
Jan Johannsen5
Start-Ups wie Uber, Wundercar und Lyft mischen das Taxi-Gewerbe auf und ziehen den Unmut der Fahrer auf sich.
Start-Ups wie Wundercar, Uber und Lyft wollen den Taxi-Markt umkrempeln, stoßen dabei aber auf erheblichen Widerstand von Taxi-Fahrern und Behörden.
Tram­pen mit WunderCar: Airbnb-­Prin­zip für Mobi­li­tät
Alexander Becker7
Her damit !12Wundercar-CEO Gunnar Froh in den Hamburger Büros
Ein Hamburger Gründer will mit seiner App dafür sorgen, dass Großstädter künftig schneller und günstiger zum Ziel kommen und dabei auch etwas erleben.