WWDC 2011: Apple bläst zum Gegenangriff

Mit Spannung erwartet wurde die Apple Entwicklerkonferenz World Wide Developers Conference (WWDC). Präsentiert Apple ein neues iPhone? Was ist mit der Cloud? Und welch spektakuläre Neuheiten zaubert der Konzern aus Cupertino sonst so aus dem Ärmel?

Unter großem Jubel trat zunächst Steve Jobs auf die Bühne und fasste Apples Erfolge in Zahlen: 200 Millionen Geräte mit iOS gibt es. 25 Millionen davon sind iPads. Nicht schlecht! Aber wirklich interessant wurde es erst danach.

Apple kündigte das neue Mac OS X Lion an. Das Betriebssystem soll schon im Juli auf den Markt kommen. Neuerungen sind unter anderem die Unterstützung von Multitouch-Gesten, vereinfachtes Navigieren und eine verbesserte E-Mail-Funktion. Eine ausführlichere Übersicht über Mac OS X 10.7 Lion gibt es hier.

Wie erwartet wurde auch eine neue Version des mobilen Betriebssystems vorgestellt. iOS 5 bekommt über 200 neue Funktionen. Unter anderem ersetzen die Notifications zukünftig die Push Notifications. Das heißt, man wird während einer laufenden Anwendung nicht mehr unterbrochen, wenn beispielsweise eine SMS aufs iPhone flattert – so wie das auch bei Android funktioniert. Außerdem sollen Benachrichtigungen auch auf dem Lockscreen erscheinen.

Neu ist auch der Newsstand, in dem Zeitungen und Magazine jetzt auch als Abo angeboten werden. Bisher hatte Apple den Abos immer sehr kritisch gegenüber gestanden. Mit dem überarbeiteten Browser Safari kann der Nutzer jetzt Websites auch direkt per Mail verschicken. Außerdem wurde Twitter viel stärker in bereits vorhandene Funktionen integriert. So lassen sich beispielsweise Fotos direkt twittern.

Eine weitere interessante Neuerung ist iMessages. iOS Nutzer können untereinander kostenlos Nachrichten verschicken – die Mobilfunkbetreiber wird das nicht unbedingt freuen, die iPhone-Besitzer jedoch schon.

Das Highlight des Abends war aber sicherlich Steve Jobs‘ Präsentation der iCloud. Gerüchte darum gab es schon längere Zeit und nachdem Amazon und Google mit Cloud-Diensten vorgelegt haben, war es für Apple an der Zeit nachzulegen. Mit der iCould sollen die Zeiten vorbei sein, in denen der Computer im Mittelpunkt stand. Lästiges Synchronisieren entfällt, da Daten aller Art in der Cloud gespeichert werden und von überall abgerufen werden können.

Auch Funktionen aus dem wenig erfolgreichen Dienst MobileMe wurden in iCloud integriert, beispielsweise der Kalender, Kontakte und Mail. Neu dazu kommen iBooks, der App Store und Backups, die alle in der Cloud liegen. Auch Musik, die auf der Festplatte des Computers liegt, soll in der iCloud gespeichert werden können. Damit hat man alle wichtigen Daten quasi immer dabei. Der Online-Dienst iCloud soll kostenlos sein.

Für $25,- pro Jahr bekommt man sogar iTunes in die Cloud. iTunes Match nennt sich diese Funktion, die Musik auf allen Geräten verfügbar macht und mit der man übrigens auch auf Songs zugreifen kann, die nicht über iTunes gekauft wurden. Allerdings müssen die Songs bei iTunes vorhanden sein – bei rund 18 Millionen Titeln sollte das in den meisten Fällen passen. Der Haken an der Sache: iTunes Match wird es in Europa nicht geben.

Viel Neues also aus Cupertino, viel Spannendes und vielleicht auch die eine oder andere Überraschung. Nach all den News aus Richtung Google, Amazon und Microsoft bläst Apple nun zum Gegenangriff – und Apple bläst laut!

 

Foto: Ben Miller, www.benm.at