Xbox Series X: Bricht Microsoft sein Versprechen?

Vor etwa einer Woche versicherte uns Microsoft: Die nächsten zwei Jahre lang sei keine Xbox Series X notwendig, um kommende In-House-Kracher des Herstellers zu spielen. Alle First-Party-Titel sollten auch für die Xbox One erscheinen. Nach dem gestrigen Game-Reveal sieht das schon wieder ganz anders aus.

Microsoft wolle uns seine Next-Gen-Konsole nicht aufzwingen, hatte etwa Xbox-Chef Phil Spencer gesagt. Spiele des Xbox Game Studios wie etwa "Halo Infinite" sollten in den nächsten zwei Jahren auch für die Xbox One erscheinen – und nicht exklusiv für die Series X. Auf dem Xbox Games Showcase war davon allerdings keine Rede mehr. Folgende First-Party-Titel hat Microsoft laut The Verge nur für die Next-Gen-Konsole und den PC angekündigt:

  • "Forza Motorsport"
  • "Fable"
  • "Avowed"
  • "As Dusk Falls"
  • "Everwild"
  • "State of Decay 3"

Support für die Xbox One oder Smart Delivery? Kein Wort davon! Und das, obwohl Microsoft Publisher aller genannten Titel sein wird.

Xbox Series X: Hat uns Microsoft veräppelt?

Warum kündigt Microsoft an, dass es in den ersten zwei Jahren keine Exklusiv-Titel für die Xbox Series X geben wird, nur um eine Woche später wieder alles über den Haufen zu werfen? The Verge sieht drei Möglichkeiten:

  • Microsoft bricht tatsächlich sein Versprechen
  • Sechs der neun vorgestellten "Microsoft-Spiele" erscheinen nicht innerhalb der ersten zwei Jahren nach dem Xbox-Series-X-Launch
  • Es ist ein Fehler bei der Präsentation unterlaufen

Am wahrscheinlichsten sei Variante Nummer eins: Microsoft macht einen Rückzieher in Rekordzeit. Zunächst habe es so ausgehen, als hätte der Hersteller einfach vergessen, den Xbox-One-Support bei dem Game-Reveal zu erwähnen.

Denn offizielle Webseiten zu "Avowed" und "Everwild" hatten deren Verfügbarkeit ursprünglich auch für die aktuelle Konsolengeneration in Aussicht gestellt. Auf die Diskrepanz zwischen dem Reveal und den Internet-Aufritten hingewiesen, kündigte Xbox-Marketing-Chef Aaron Greenberg allerdings eine Aktualisierung der Spiele-Seiten an. Und tatsächlich: Inzwischen sind dort nur Xbox Series X und PC als unterstütze Systeme aufgeführt.

PlayStation 5 als Vorbild?

Einen anderen Weg einzuschlagen als angekündigt, würde durchaus Sinn ergeben. Denn so könnten Spiele-Entwickler die technischen Möglichkeiten der Xbox Series X ausreizen, ohne Rücksicht auf die aktuelle Konsolengeneration nehmen zu müssen. Für diese Strategie hat sich etwa auch Sony bei den PlayStation-5-Spielen entschieden. Was haltet ihr von Microsofts mutmaßlichem Rückzieher?


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