Xiaomi Mi Note 10 und Galaxy S11: Sind 108 MP zu viel?

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Das ist die 108-MP-Kamera des Xiaomi Mi Note 10
Das ist die 108-MP-Kamera des Xiaomi Mi Note 10(© 2019 Xiaomi)

Aktuell sieht es stark danach aus, dass das Galaxy S11 eine 108-MP-Kamera erhalten wird. Doch ist der Sprung von 12 MP auf 108 MP tatsächlich in jeder Hinsicht ein Fortschritt? Tests zum Xiaomi Mi Note 10 stellen der darin verbauten 108-MP-Knipse ein exzellentes Urteil aus. Doch der Megapixel-Rausch hat auch Nachteile.

Zu diesem Ergebnis kommt auch PhoneArena beim Test des Xiaomi Mi Note 10. Größter Kritikpunkt an dessen 108-MP-Kamera: Sie sei sehr träge und eine der langsamsten zuletzt getesteten. So nehme etwa bereits der Aufruf der Kamera-App mehrere Sekunden in Anspruch. Außerdem dauere es ungewöhnlich lang, zwischen Foto- und Video-Modus zu wechseln.

108 MP: Zu viel für manche Chipsätze?

Mit dafür verantwortlich sei wohl der nicht allzu starke Mittelklasse-Chipsatz Snapdragon 730G. Dieses Problem dürfte Samsung beim Galaxy S11 mit einem deutlich flotteren Prozessor umschiffen. Allerdings vermutet PhoneArena weitere Ursachen für die langsame Kamera des Xiaomi Mi Note 10 als nur den Chip. Schließlich laufe das Smartphone außerhalb der Kamera-App enorm flott.

108 MP vs. 12 MP: Wie groß ist der Unterschied wirklich?

108 MP sind neunmal so viele Megapixel, wie die Kamera des Galaxy S10 maximal bietet. Der Unterschied ist aber bei Weitem nicht so enorm, wie er auf dem Datenblatt wirkt. Zu diesem Ergebnis kommt auch PhoneArena: Die Fotos des DxOMark-Königs seien zwar tatsächlich deutlich detaillierter als die von Galaxy Note 10, iPhone 11 Pro und Co – auch bei Nacht. Allerdings eben nicht in dem Umfang, den manch einer aufgrund der riesigen Megapixel-Differenz erwarten könnte.

Beachtet jedoch, dass PhoneArena die Kamera überwiegend im 27-MP-Modus (mit Pixel-Binning) verwendet hat. Denn es empfehle sich nicht wirklich, 108-MP-Fotos mit dem Xiaomi Mi Note 10 zu knipsen. Denn dies überfordert das Smartphone offenbar: Die Kamera-App reagiere Sekunden lang nicht, da das Gerät das aufgenommene Bild erst einmal verarbeiten müsse. Außerdem müsst ihr dann auf HDR verzichten und Datei-Größen zwischen 10 und 20 MB in Kauf nehmen.

Ein großer Sensor allein genügt nicht

108-MP-Sensoren sind sehr groß und beanspruchen viel Platz im Gehäuse des Smartphones. Die ersten Bilder zum Galaxy S11 weisen bereits darauf hin, dass uns eine sehr große Kamera erwartet, die weit aus dem Gehäuse hervorragt. Dafür fängt ein großer Bildsensor aber auch mehr Licht und Details ein. Das Problem: Mit einem großen Sensor allein ist es nicht getan. Auch die Kamera-Linsen müssen von hoher Qualität sein, damit er sein volles Potenzial entfalten kann. Und hier schwächelt das Xiaomi Mi Note 10 PhoneArena zufolge ein wenig.

Bemerkbar mache sich das etwa bei Aufnahmen aus kurzer Entfernung (ca. 20 cm): Der 108-MP-Sensor sorge zwar für einen stärkeren Bokeh-Effekt als beim iPhone 11. Letzeres liefere aber dennoch das bessere Ergebnis, wie eine fotografierte Tasse im Test zeigt. Während das Xiaomi Mi Note 10 die Tasse an den Rändern unscharf darstellt, trennt das iPhone 11 Motiv und unscharfen Hintergrund deutlich besser voneinander.

Galaxy S11: Löst Samsung die Probleme?

Für einige der genannten Probleme dürfte Samsung sicherlich eine Lösung parat haben. Der Chip des Galaxy S11 sollte ein flottere Kamera-App ermöglichen als beim Xiaomi Mi Note 10. Der wohl deutlich höhere Verkaufspreis erlaubt darüber hinaus auch den Einsatz hochwertigerer Linsen. Mit einer aus dem Gehäuse ragenden Kamera müssen Käufer des Geräts dagegen vermutlich ebenso leben wie mit riesigen Bild-Dateien. Verbessert der 108-MP-Sensor die Foto-Qualität in einem Umfang, der die mutmaßlichen Abstriche rechtfertigt? Das erfahren wir im Frühjahr 2020, wenn das S11 auf dem Markt kommt.


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