Xiaomi: Mit einem Reiskocher gegen Samsung und Apple

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Xiaomi: Der smarte Reiskocher kennt 2450 Arten Reis zu kochen.
Xiaomi: Der smarte Reiskocher kennt 2450 Arten Reis zu kochen.(© 2016 Xiaomi)

Den Smartphone-Markt hat Xiaomi schon aufgemischt – und das obwohl sich das Unternehmen noch auf China konzentriert. Der nächste Trumpf im Kampf gegen Samsung und Apple ist ein smarter Reiskocher.

In nur fünf Jahren ist Xiaomi zum Marktführer in China geworden und ist weltweit gesehen die Nummer fünf unter den Smartphone-Herstellern. Mit einem Marktanteil von 15,2 Prozent im Jahr 2015 im Land der Mitte verweist das Unternehmen Huawei mit 14,7, Apple mit 12,5 und Samsung mit 9,2 Prozent auf die hinteren Plätze. Weltweit gesehen liegt Xiaomi mit 4,9 Prozent auf dem fünften Platz hinter Samsung, Apple, Huawei und Lenovo – inklusive Motorola. Damit hat die 2010 gegründete Firma mehr Smartphones verkauft als zum Beispiel altbekannte Namen wie Sony, LG oder HTC. Doch Firmengründer Lei Jun will mehr als nur ein Smartphone-Hersteller sein und der Konkurrenz aus Korea und Kalifornien auch auf anderen Gebieten Marktanteile abnehmen.

Ein Reiskocher als Star einer neuen Marke

Bei einer Veranstaltung in Peking am 29. März 2016 hat Xiaomi einen smarten Reiskocher vorgestellt. Das klingt im ersten Moment nach einer kleinen Meldung aus dem Bereich der Küchengadgets. Doch zeitgleich präsentierte das Unternehmen mit Mijia eine neue Marke für seine Geräte aus dem Smart Home-Bereich. Die Ansage ist klar: Man will nicht mehr nur Smartphones und etwas Zubehör wie das Mi Band, die Mi Power Bank oder die Mi Headphones herstellen, sondern im Bereich der Produktpalette zur Konkurrenz aufschließen. Hier dürften vor allem die Koreaner Samsung und LG als Vorbild dienen, denn sie sind sogar noch breiter aufgestellt als Sony. Neben Heim- und Unterhaltungselektronik sowie der Haushaltsgeräte der sogenannten weißen Ware – Waschmaschinen, Kühlschränke usw. – gehören auch Werften oder Solaranlagen zu den Produkten der Mischkonzerne.

Wie ernst es Xiaomi mit dem Reiskocher meint, lässt sich daran erkennen, dass bei seiner Präsentation darauf verwiesen wurde, für welche Unternehmen seine Entwickler vorher gearbeitet haben: Apple, Moto, IBM, Media, Philips, and Sanyo. Große Namen für einen schnöden Kochtopf, der am Ende ganz schön smart ist. Denn es gibt natürlich eine App für ihn, mit der die Besitzer des Schnellkochtopfs den Barcode einer Reispackung abscannen können – und er weiß, welche der angeblich 2450 Methoden Reis zu kochen die beste ist.

Mit dem Mi TV und dem Mi Air Purifier hat das Unternehmen schon länger zwei Geräte im Angebot, die wunderbar unter das Dach der neuen Marke passen. Der Fernseher verfügt, wie eigentlich alle Xiaomi-Produkte, über ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ist sonst aber nicht wirklich besonders. Bei dem Luftreiniger überlegte ich im ersten Moment, warum sich jemand so etwas kaufen sollte. Dann kam in den Nachrichten jedoch wieder einmal die Meldung über den Smog in Peking und die insgesamt starke Luftverschmutzung in China. Damit erklärte sich quasi von selbst, warum ein Unternehmen mit Fokus auf den chinesischen Markt ein solches Produkt anbietet.

Klar, mit einem Reiskocher und dem Luftreiniger ist Xiaomi noch sehr auf China fixiert, aber in der Volksrepublik leben über 1,3 Milliarden Menschen. Das sind mehr potenzielle Kunden als in Europa und den USA zusammen. Als zweiten Markt – zumindest für die Smartphones – hat das Unternehmen Indien mit ebenfalls über 1,2 Milliarden potenziellen Kunden ins Visier genommen. Bei der Vorstellung des Mi5 auf dem MWC hat Hugo Barra zudem angekündigt, dass das neue Flaggschiff erstmals weltweit vertrieben werden soll. Es scheint, als sei Xiaomi noch lange nicht an seinem Ziel angekommen und die alteingesessenen Unternehmen dürfen nicht den Fehler begehen und den Newcomer auf die leichte Schulter nehmen.


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