Xiaomi reagiert: Cloud Messenger nur noch optional

Stein des Anstoss: das Xiaomi RedMi Note
Stein des Anstoss: das Xiaomi RedMi Note (© 2014 mi.com, CURVED Montage)

Wenn man erfolgreich ist, dann zieht man natürlich die Aufmerksamkeit auf sich — und zwar nicht nur im Positiven, sondern auch im Negativem. Xiaomi generiert aktuell negativen Buzz und zieht nun die Konsequenzen daraus: Der in der Miui-Benutzeroberfläche verankerte Cloud Messenger wird ab sofort nur noch optional angeboten.

Schon im Juli musste Hugo Barra, Ex-Google-Mitarbeiter und seit September 2013 im Diensten von Xiaomi, eingreifen und über sein eigenes Google+ Profil ein Statement zu Schnüffelvorwürfen beziehen. Die kamen damals von einem Nutzer, dessen Xiaomi RedMi Note angeblich private Daten an einen Server in China schickte. Zwar gehörte dieser Server nicht direkt Xiaomi, sehr wohl aber seine IP-Adresse. Barra begründete die Datenkommunikation seinerzeit damit, dass der im Xiaomi-eigenen Miui integrierte Cloud Messenger häufig nach Updates für neue Emojis, Smilies und Grußbotschaften sucht und diese von eben jenem Server abhole.

Letzte Woche prüfte F-Secure, ein Hersteller von Antiviren Software, welche Daten tatsächlich von einem RedMi Note an besagten Server geschickt wurden — und es stellte sich heraus, dass sowohl die IMEI als auch die Rufnummer übermittelt werden. Nun nimmt Hugo Barra erneut zur "Schnüffelaffäre" Stellung und verkündet als Konsequenz, dass der Cloud Messenger in der Miui ab sofort nur noch ein optionaler Dienst ist. Nutzer eines Xiaomi Smartphones, wie zum Beispiel dem Mi3 oder dem neuen Mi4, müssen den Cloud Messenger selbst aktivieren. Wer schon ein Xiaomi-Gerät besitzt, der erhält ein OTA-Update, dass den Messenger nach einem Zurücksetzen des Gerätes auf Werkszustand deaktiviert. Möchte man den Dienst doch weiterhin nutzen, muss der erst wieder aktiviert und freigegeben werden.

In seinem Google+ Post erklärt Barra auch ausführlich, warum der Cloud Messenger die IMEI und die Telefonnummer benötigt: Das Messaging-System ähnelt dem von iOS — je nachdem, ob der jeweilige Gesprächspartner online ist, entscheidet das Gerät, ob die Textnachricht als SMS oder kostenlos per IP-Dienst über die Server Xiaomis verschickt wird. Um den Status aber festzustellen, werden unter anderem die Telefonnummern der Gesprächsteilnehmer und deren IMEI-Nummern zur Identifizierung benötigt.

Anders als unter iOS wurde der Cloud Messenger von Xiaomi bislang bei der Inbetriebnahme aber sofort aktiviert, ohne die Freigabe des Nutzers zu erfragen. Das gehört nun der Geschichte an. Hoffentlich kann sich nun Barra wieder seiner eigentlichen Aufgabe widmen: der Eroberung der internationalen Märkte für den chinesischen Drachen Xiaomi.


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