Xposed Framework ist das Power-Tuning für Euer Android

Naja !6
Xposed Framework
Xposed Framework(© 2014 Xposed, CURVED Montage)

Es muss nicht gleich ein Custom Rom und damit verbunden ein tiefer Eingriff in das System Eures Android-Smartphones sein, um zusätzliche Funktionalitäten wie sie CyanogenMod und Co. bieten, zu erhalten: Das Xposed Framework wird wie eine App installiert, benötigt lediglich Root-Rechte und erweitert Euer Smartphone dank zig Modulen um tolle Features und Funktionen. Wir geben Euch einen ausführlichen Überblick über das Wundermittel für Hobby-Modder.

1. Was ist Xposed? Und wieso heißt das Framework? Klingt kompliziert ...

Kompliziert ist eigentlich nur die Funktionsweise von Xposed unter der Haube — die Euch glücklicherweise nicht weiter interessieren muss. Kurz und knapp: Xposed ersetzt das Standard-Android-Framework und erlaubt somit das Hinzufügen einzelner Module, die wiederum neue Funktionen bringen. Diese Module, die übrigens von ganz verschiedenen Entwicklern stammen können, sind es, was das Framework ausmacht; ohne sie bringt Xposed erst mal keinerlei direkten Nutzen für Euch und Eure Geräte.

Mit den richtigen Modulen allerdings eröffnen sich beinahe ungeahnte Möglichkeiten: Euch nervt die ständige Warnung vor der gesundheitsgefährdenden Lautstärkeschwelle auf Eurem Nexus-Gerät? Lässt sich per Modul abschalten. Ihr wollt bestimmte Apps in einer anderen Sprache, als der auf dem Gerät eingestellten nutzen? Dafür gibt es ein Modul. Oder Ihr möchtet Eurer Smartphone schnell und einfach mit neuen Designs ausstatten, ganz so, wie es der Theme-Chooser der CyanogenMod erlaubt? Richtig, auch dafür bekommt Ihr ein Modul.

2. Wie bekomme ich Xposed auf mein Smartphone?

Der Download der Xposed Installer-App

Das ist denkbar einfach: Einzige Voraussetzung ist vorhandener Root-Zugriff auf Eurem Android-Smartphone oder Tablet — was das ist und wie Ihr ihn einrichtet, erklären wir Euch in unserer Root-Anleitung. An dieser Stelle müssen wir allerdings einen Warnhinweis aussprechen: Sowohl Root als auch die Installation des Xposed Framework sind von Eurem Gerätehersteller nicht vorgesehen; teils aus gutem Grund: Was Ihr mit dem Framework und den Modulen installiert, kommt nicht von offizieller Seite, sondern ist meist ein Hobby-Projekt findiger Entwickler.

Theoretisch können einzelne Module nicht richtig funktionieren, zu Instabilitäten und Abstürzen führen oder im schlimmsten Fall Euer Gerät dauerhaft beschädigen. Wenn Ihr genau darauf achtet, welche Module Ihr nutzt, Euch vorab im Idealfall ein paar Erfahrungsberichte durchlest und möglichst nicht mit Übertaktung oder ähnlichen Eingriffen in die Hardware experimentiert, solltet Ihr auf der sicheren Seite sein. Dennoch geschieht die Herstellung von Root sowie die Nutzung von Xposed und aller Module stets auf Eurer eigene Gefahr — die meisten Gerätehersteller verweigern Garantieleistungen, wenn sie feststellen, dass das betroffene Gerät gerootet wurde.

Ist Root hergestellt oder vorhanden, ladet Ihr Euch den Xposed Installer als APK-Datei von der offiziellen Webseite herunter (wir empfehlen unten auf "show older versions" zu klicken und dann die letzte Version herunterzuladen, die als "Stable" klassifiziert ist). Packt Euch diese APK nun aufs Smartphone (wenn Ihr sie nicht direkt darauf geladen habt) und installiert sie — dazu in den Geräteeinstellungen unter dem Punkt "Sicherheit" die Installation von Apps unbekannter Herkunft temporär zulassen.

Xposed Installer-App: Nach der Installation ist vor der Installation

Öffnet danach die Xposed Installer-App im App Drawer und tippt auf den ersten Eintrag "Framework".  Führt Ihr dann nach dem Warnhinweis einen Tipp auf die "Installieren"-Schaltfläche aus, gestattet Xposed im aufpoppenden Superuser-Dialog Root-Zugriff - klingt unverschämt kompliziert, ist es aber nicht - und startet Euer Gerät nach der entsprechenden Aufforderung neu. Sollte sich dieser Ablauf auf Eurem Gerät nicht so darstellen, kann es sein, dass Eure Hardware nicht mit Xposed kompatibel ist (in diesem Fall gibt es leider keine Alternative), dass Root-Zugriff nicht vorhanden ist oder keine Superuser-App installiert ist (in beiden Fällen nochmals unsere Root-Anleitung aufmerksam durchlesen). Sollte es nach dem Neustart zu Bootloops kommen, das Gerät also immer wieder neu starten, schaltet es direkt mit dem Powerbutton aus und startet es dann neu. Soft-Reboots können ab und an zu Problemen führen.

Ist alles glatt gegangen, ist Xposed nach erfolgreichem Neustart bereit für die ersten Module.

3. Wie nutze ich Module? Und welche gibt es überhaupt?

Beantworten wir zunächst die zweite Frage: eine Menge! Allein die Übersichtsseite der Xposed-Webpräsenz listet aktuell 409 Module mit verschiedenen Funktionen und von unterschiedlicher Qualität. Weitere Module finden sich beispielsweise im Forum der xda-developer. Module sind APK-Dateien, werden also genauso heruntergeladen und installiert, wie der Xposed Installer selbst.

Am einfachsten ist es daher, neue Module direkt über die Xposed-App zu installieren: Unter dem Menüpunkt "Download" im Hauptmenü der Anwendung findet Ihr die gleiche gigantische Auswahl, die auch auf der Webseite bereitsteht. Ihr könnt das Angebot nach verschiedenen Gesichtspunkten sortieren oder gezielt nach einem bestimmten Modul suchen.

Xposed bietet unzählige Module

Habt Ihr das gewünschte Modul gefunden, gelangt Ihr per Tipp zunächst zur Übersicht und per Wisch nach links zum Reiter "Versionen", wo Ihr den "Herunterladen"-Button findet: Einmal Tippen, Installation bestätigen, und das Modul ist auf Eurem Gerät — aber noch nicht aktiv, worauf Euch auch eine Nachricht in der Statusleiste Eures Smartphones hinweist.

Entweder Ihr tippt nun auf diese Notification oder navigiert manuell ins Hauptmenü und wählt dort "Module": Hier werden alle installierten Module aufgelistet, ob aktiviert oder nicht. Setzt nun per Tipp einen Haken in die kleine Box hinter dem gerade installierten Modul und nach einem Neustart des Gerätes sollte es aktiv sein und seinen Dienst verrichten.

Da jedes Modul zur endgültigen Aktivierung einen Neustart erfordert, empfiehlt es sich für den Fall, gleich einen ganzen Schwung neuer Module hinzuzufügen, diese zunächst alle herunterzuladen, zu installieren, zu aktivieren und das Smartphone einmal neu zu starten.

Jedes Modul muss nach der Installation noch aktiviert werden

Bei bestimmten Modulen, wie zum Beispiel "App  Settings" kann es überdies sein, dass Veränderungen an einer App ebenfalls erst nach einem Neustart des Gerätes oder wenigstens der Anwendung sichtbar werden — hier müsst Ihr je nach Modul unter Umständen ein wenig herumprobieren. Ebenfalls gut zu wissen: Manche Module haben ihre Arbeit mit der Aktivierung verrichtet, andere können oder müssen über die Modulübersicht gestartet werden, um dann bestimmte Einstellungen vorzunehmen.

4. Welche Module brauche ich unbedingt? Empfehlungen bitte!

Ob der Fülle der Module und der unterschiedlichen Nutzervorlieben sind klare Empfehlungen keine einfache Angelegenheit. Wenn ihr Euch mit Xposed vertraut gemacht und das Ganze verstanden habt, browst einfach durch den Katalog, lest Euch die (meist leider nur englischsprachigen) Beschreibungen durch und entdeckt die Möglichkeiten des Framework.

Module noch und nöcher ...

Natürlich haben wir aber ein paar Module parat, die sich für den Einstieg respektive ein Kennenlernen der Möglichkeiten besonders eignen:

App Settings

Eines der besten und umfänglichsten Module: Mit App Settings könnt Ihr die Sprache einzelner Anwendungen unabhängig vom Rest des Systems einstellen, die Darstellung und Schriftgröße verändern, einrichten, dass der Bildschirm bei geöffneter App aktiv bleibt, den Ton abschalten, die Benachrichtigungen justieren und, und, und ... Xposed wurde für Module wie App Settings gemacht; und wenn Ihr nur ein Modul installieren wollt, dann wählt dieses.

 

Mit dem Modul App Settings könnt Ihr die Sprache einzelner Apps ändern

Gravity Box

Gravity Box gibt es in einer Version für Geräte mit Android 4.1/2/3 Jelly Bean und solche mit 4.4 Kitkat. Das Modul erlaubt das Verändern des Look und Feel Eures Smartphones durch das individuelle Justieren von zum Beispiel Lockscreen, Statusleiste, Navigationsleiste, Hardware-Buttons, Display und noch vielem mehr.

XPrivacy 

Mit XPrivacy könnt Ihr sämtlichen installierten Apps vorgeben, auf welche Eurer Daten sie zugreifen dürfen — Facebook soll Euren Standort nicht kennen? Kein Problem, einfach mit dem Modul verbieten. WhatsApp geht Eure Kontaktliste nichts an? Xprivacy schiebt einen Riegel vor.

YouTube AdAway

Genervt von den Werbelayern und Video-Vorschlägen in der YouTube-App? AdAway macht damit Schluss und lässt Euch Videos ungestört schauen (etwaige Werbeclips vor dem Video bleiben leider).

Vine und Instagram Downloader

Ihr liebt Vine-Clips und Instagram-Pics und wollt die manchmal gerne fest auf Eurem Smartphone speichern? Die Module Vine Downloader und der Instagram Downloader fügen dem Kontextmenü beider Apps entsprechende Einträge hinzu.

Das waren wie gesagt nur ein paar Vorschläge — Xposed bietet in Sachen Module und Funktionserweiterung noch viel, viel mehr. Nutzt Ihr das Framework bereits und habe besondere Empfehlungen? Dann ab damit in die Kommentare.

5. Mag ich nicht, wie werde ich Xposed wieder los?

Solltet Ihr aus Gründen, die Euch bestimmt bekannt sind, keine Lust mehr auf Xposed haben, deinstalliert Ihr zunächst das Framework, in dem Ihr innerhalb der App wie zu Beginn auf "Framework" tippt und dann die Schaltfläche „Deinstallieren“  

wählt. Nach einem Neustart läuft Eurer Gerät wieder mit dem Standard-Framework, sämtliche Module und ihre Funktionalitäten sind deaktiviert und Ihr könnt nun auch die Xposed Installer-App wie gewohnt deinstallieren.

Wenn es nicht gleich ganz so weit gehen soll: Einzelne Module lassen sich einfach wieder per Tipp deaktivieren oder durch langes Drücken auf den entsprechenden Eintrag in der Modulübersicht deinstallieren.

Noch Fragen zu Xposed oder den Modulen? Im Kommentarbereich leisten wir gerne individuelle Hilfestellung.

 


Weitere Artikel zum Thema
Xiaomi Mi Mix im Test: Rand­los glück­lich? [mit Video]
Jan Johannsen3
Her damit !9Xiaomi Mi Mix mit viel Display auf der Vorderseite
Riesiges Display, kaum Rand und ein Gehäuse aus Keramik: Xiaomi traut sich beim Xiaomi Mi Mix viel. Ob es sich gelohnt hat, verrät der Test.
Moto Z: Android Nougat ist da – weitere Upda­tes noch vor Weih­nach­ten
Das Android Nougat-Update für das Moto Z soll nun in Deutschland ausrollen
Android Nougat für Moto Z und Co.: Hersteller Lenovo versorgt noch vor Weihnachten gleich mehrere Geräte mit dem aktualisierten Betriebssystem.
Galaxy S8: Angeb­lich ohne Kopf­hö­rer-Anschluss und mit 2K-Display
1
Das Galaxy S8 soll wie in diesem Konzept nur schmale oder gar keine Display-Ränder besitzen
Kein Kopfhöreranschluss und kein 4K: Zum Galaxy S8 gibt es gleich mehrere neue Gerüchte – die Quelle spricht sogar von "exklusiv bestätigt".