Zu Besuch in Samsungs "Smart Home" der Zukunft

Ortsbesuch in Hamburg: Samsung hat sich für zwei Tage eine schicke Wohnung in bester Lage gemietet, um Besuchern einen Blick in die Zukunft zu erlauben – mit Technik, die es bereits gibt. Von der Waschmaschine mit Internetzugang über kabelloses Musikvergnügen bis zur digitalen Brille zeigen die Koreaner spannende Produkte, die unseren Alltag erleichtern und verschönern sollen. Wir haben uns umgeschaut.

Mir erschließt sich der Sinn eines smarten Zuhauses sofort: Technik überall, Internet omnipräsent. Aber so geschickt in die Lebenswelt integriert, dass man davon gar nichts mitbekommt. Ich steh auf so ein Zeug und versuche auch, immer mehr Geräte miteinander zu vernetzen. Musik kommt bei mir von der Festplatte, Filme aus der Cloud. Ich würde am liebsten noch viel mehr "Smart Home"-Technologien einsetzen. Doch noch gibt es keine wirklichen Standards, jeder Hersteller setzt auf Insellösungen. So kann ich nicht einfach eine gute Steuer-App für mein Smartphone oder Tablet installieren, mit der ich alle meine Geräte fernlenken kann – egal, von welchem Hersteller sie sind.

Aber vielleicht ist das gar nicht so schlimm, wenn meine ganzen technologischen Bedürfnisse von einem Hersteller befriedigt werden können – Samsung ist dafür eigentlich hervorragend aufgestellt. Das Unternehmen ist nicht nur einer der größten Smartphone-Hersteller der Welt, im umfangreichen Sortiment gibt es auch alles, was man sonst noch im Haushalt braucht. Und da ich tatsächlich gerade vor dem Problem stehe, mir neue Küchengeräte kaufen zu müssen, kann ich mir ja auch aus privatem Interesse mal die Samsung-Produkte etwas genauer anschauen.

Eine App, sie alle zu steuern

Tatsächlich ist es interessant, dass ich mit nur einer App alle aktuellen Web-fähigen Geräte steuern könnte – egal, ob es sich um einen Saugroboter, einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine handelt. Es ist cool, dass ich von unterwegs das Waschprogramm starten könnte. Nur frage ich mich, warum mir das hilft, wenn ich doch die Wäsche noch in die Maschine legen muss. Die Idee, dass ich meine schmutzigen Klamotten mehrere Tage in der Trommel lasse und dann, nach einer Geschäftsreise, auf Start drücke, leuchtet mir nicht ein. Für solche Zwecke gibt es bei fast allen aktuellen Maschinen einen Timer.

Auch einen Kühlschrank muss ich nicht fernsteuern. Hier würde ich mich höchstens über eine Benachrichtigung freuen, wenn mal etwas nicht stimmt – beispielsweise, wenn die Temperatur abfällt. Und Infos über den Stromverbrauch sind ebenfalls ganz hilfreich – aber dafür brauche ich keine spezielle Samsung-App. Aber auch wenn ich mich privat wohl erst einmal für nicht vernetzte Geräte entscheide, glaube ich an eine glorreiche Zukunft der "Smart Home"-Geräte. Allerdings erst, wenn es einen Standard gibt, der von allen Herstellern berücksichtigt wird.

Mit der Brille in andere Welten tauchen

Bis das soweit ist, nutze ich lieber andere vernetzte Spielereien, wie beispielsweise die Galaxy VR. Die Datenbrille ist eigentlich nichts anderes als eine Halterung für das Galaxy Note 4. Sobald ich die VR-Brille aufsetze, füllt das Display mein komplettes Sichtfeld aus. Und durch den Lagesensor des Smartphones folgt der Inhalt komplett ruckelfrei meinen Kopfbewegungen. Es war sehr gut, dass ich mich bei der Demo hingesetzt habe, denn ich habe doch sehr schnell die Orientierung verloren – so sehr wurde ich in das Geschehen hineingezogen. Dabei war die Bildqualität der Island-Reise oder des Besuchs in der Marvel-Werkstatt alles andere als optimal. Aber der Effekt war grandios.

Derzeit handelt es sich allerdings vor allem um kleine Demo-Filmchen, die wenig bis gar nicht interaktiv sind. Der Blick kann zwar wandern, was schon wirklich toll ist, aber erst wenn ich mit der VR-Brille auf der Nase auch Spiele zocken kann, würde ich mir so ein Gerät kaufen. Noch ist es nur eine Machbarkeitsstudie – aber eine, die Lust auf mehr macht. Wer jetzt schon dabei sein will: Samsung bietet die Galaxy VR in Kürze im Bundle mit dem Galaxy Note 4 an.

Endlich tragbar

Klar, über Geschmack lässt sich hervorragend streiten. Während einige meiner Kollegen Wearables und Smartwatches mögen, bin ich eher skeptisch. Vor allem weiß ich nicht, wofür ich mir ein Gerät ums Handgelenk wickeln soll, mit dem ich kaum etwas anderes machen kann als mit meinem Smartphone – was ich ja ständig dabei habe. Aber auch die Optik und Haptik der meisten intelligenten Uhren finde ich meistens suboptimal: zu klobig, zu technisch, zu hässlich.

Die Gear S ist ebenfalls riesig, aber diesmal stört mich das überhaupt nicht. Die Uhr wirkt wie ein Statement: "Schaut her, ich trage eine Smartwatch". Das Display ist größer als das von meinem ersten Handy – in diesem Fall macht es aber auch Sinn – vor allem lässt sich die Gear S so auch besser bedienen. Die Finger haben mehr Platz, um den Fitnesstracker aufzurufen, Anrufe zu tätigen oder durch die E-Mails und andere Benachrichtigungen zu wischen. Die Gear S mit dem wechselbaren und modisch ganz gut geglücktem Armband dient zudem als Fernbedienung für das "Smart Home" von Samsung – und bildet damit einen feinen Abschluss beim Hausbesuch.


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