Zu gut für die Tonne - Die App zum Lebensmittel sparen

Von klein auf wird einem beigebracht, dass Lebensmittel aufgegessen gehören und nichts in der Tonne zu suchen haben, sofern diese noch essbar sind. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat diesbezügliche die Initiative Zu gut für die Tonne  ins Leben gerufen und will den Bürger stärker für Ernährung und deren Wertschätzung sensibilisieren. Die umfangreiche Kampagne läuft auf verschiedenen Plattformen und wir haben uns dazu die App für das Smartphone angeschaut.

Das Ministerium sagt über die App: “Kochideen für die kreative Resteküche, Einkaufsplaner und vieles mehr - mobil informieren mit der kostenlosen Smartphone-App des BMELV“. Das klingt vielversprechend.

Zu gut für die Tonne - Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg.

Die Initiative der Bundesregierung ist in erste Linie eine Aufklärungskampagne mit Kochideen für Reste und Übergebliebenes. Die Kochideen werden von prominenten Köchen oder Kochpaten angeboten. Darunter befinden sich Namen wie Ilse Eigner (Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Daniel Brühl (Schauspieler) oder auch Gerd Sonnleitner, Ehrenpräsident des Deutschen Bauernverbandes. Die Kochideen stammen also von zahlreichen Hobby- und Spitzenköche aus allen Teilen der Gesellschaft.

Die Kampagne spielt sich hauptsächlich auf der website zugutfuerdietonne.de ab. Dort gibt es umfangreiche Informationen warum wir Lebensmittel weg werfen und wie viel, ein Quiz über Lebensmittel und über 244 Rezepte, die speziell für Reste ausgearbeitet wurden. Sehr praktisch ist das Lebensmittellexikon, welches Informationen über die richtige Lagerung und Haltbarkeit liefert. Wer jetzt noch Lust verspürt bei Zu gut für die Tonne selber aktiv zu werden, kann unter Mitmachen Informationsmaterial und Werbemittel herunterladen. Auf in eine bessere Zukunft!

Zu gut für die Tonne - Die App

Nun hat sich die Initiative auch eine reduzierte Version als App gegönnt und diese auf das iPhone und Android gebracht. Die App geöffnet, kommt man gleich auf den Rezepte-Tab und es können sofort passende Ideen gesucht werden. Dazu kann in Zutaten, Rezepte, Kochpaten und Kategorien gesucht werden. So will ich z.B. eine Suppe haben, dann gehe in Kategorien auf Suppe, wo mir sechs Suppen jeweils mit Anleitung und Zutatenliste angeboten werden.

In der App von Zu gut für die Tonne werden dem Nutzer jedoch nur die 50 besten Rezepte angezeigt, die ständig aktualisiert werden sollen, damit keine Langeweile beim Kochen auftritt. Die komplette Rezeptesammlung findet man jedoch nur auf Website. Sinn macht das nur wenig.

Möchte ich mich über Lebensmittel informieren, so kann ich das im Tab Lexikon. Dort kann ich mir Wissen über die Lagerung und Haltbarkeit aneignen, so dass, ganz im Sinne der Initiative Zu gut für die Tonne, weniger Lebensmittel weg geworfen werden. Den Geldbeutel schont das auch und bei Freunden kann man fortan mit neuem Wissen glänzen.

Wer es überhaupt nicht fertig bringt schonend mit den Ressourcen der Natur umzugehen, kann sich im dritten Tab Regeln die 10 goldenen Regeln, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden anschauen. Das ist durchaus gut gemeint und wird den einen oder anderen sicherlich behilflich sein.

Zu guter Letzt kann dieses App noch als Einkaufsliste verwendet werden, um vorab den Einkauf mengenmäßig richtig zu planen. So ist eines der größten Probleme, warum wir zu viel weg werfen, dass wir planlos und nur wenig koordiniert einkaufen gehen. Dabei kaufen wir Lebensmittel, die wir nicht benötigen oder nicht schaffen zu verzehren. Dies sollte die Einkaufsliste vermeiden. Die Initiative Zu gut für die Tonne hilft dabei.

Fazit

Für den rudimentären Gebrauch in der Küche ist die App sicherlich eine schöne Alternative zum Kochbuch. Jedoch wird dem Nutzer zu wenig geboten. Es werden nur Informationen abgebildet und für den Nutzer visuell aufbereitet. Eine mobile Website hätte da sicherlich auch gereicht. Es fehlt der App von Zu gut für die Tonne etwas Würze und interaktive Elemente, wie etwa die Vernetzung zu anderen Netzwerken oder Mitmenschen via Email. Ein Austausch der Informationen mit anderen wäre wirklich wünschenswert, was auch die Reichweite erhöht und der Initiative sicherlich helfen könnte, bekannter zu werden. In Zeiten von Social Media und Co. sollte das eigentlich Standard sein. Soll die Initiative Zu gut für die Tonne wirklich nachhaltig und langfristig etwas bewirken, müssen die Nutzer bzw. die Community aktiviert werden, um sich zu beteiligen und Ihr Wissen auszutauschen. Ich sehe viel Potential dahinter, nur bisher sieht es eher nach gut gemeint und schlecht umgesetzt aus.