360fly im Test: die Rundum-Action-Cam

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Wachsames Auge: Die 360fly sieht mehr als normale Kameras.
Wachsames Auge: Die 360fly sieht mehr als normale Kameras.(© 2016 CURVED)

GoPro war gestern: Mit der 360fly nehmt Ihr Eure halsbrecherischen Aktivitäten als 360-Grad-Video auf. Wir haben uns die Cam angesehen.

Rundum-Videos boomen: Das 360-Grad-Format wird mittlerweile nicht nur von YouTube oder Facebook unterstützt, mit einer Cardboard könnt Ihr Euch das Ergebnis auch als VR-Video ansehen. Wenn Ihr Eure Freunde an Euren Aktivitäten teilhaben lassen wollt, nehmt Ihr Snowboard-Abfahrten, Kite-Ausflüge und Co. in 360 Grad auf.  Passende Hardware gibt es zum Beispiel von GoPro – für 5.000 Euro. Günstiger wird es mit der 360fly. Die kostet nur rund 400 Euro, deckt dafür aber nicht alle Richtungen ab.

Das liegt daran, dass die Kamera nur mit einer Linse auskommt und nicht, wie etwa die Gear 360 von Samsung, mit zwei. Die 360fly deckt also nur oben oder unten und das Drumherum ab, nicht aber komplett alle Richtungen. In der Tat ist auf dem Datenblatt von einem 240-Grad-Blickfeld die Rede. Deswegen spreche ich in diesem Artikel von Rundum- und nicht von 360-Grad-Videos.

Außen Plastik, innen robust

Haptisch zeigt die Tennisball-große 360fly, wo es lang geht. Sie liegt schwer in der Hand und vermittelt dadurch den Eindruck: Mich kriegt man so schnell nicht kaputt. Das verspricht auch die Verpackung. "Gebaut, um den Härten eines aktiven Lebens zu widerstehen", steht darauf. Glauben wir aufs Wort. Die dazugehörigen Daten: wasserdicht bis fünf Meter, bruchsicher bei Fallhöhen bis 1,5 Meter und staubdicht. Die Kamera überlebt also kleine Stürze und Tauchgänge sowieso.

Kurz zu den technischen Daten: Die 360fly nimmt die Rundum-Videos mit 1504 x 1504 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde auf. Der interne Speicher ist 32 Gigabyte groß und fasst damit gute zwei Stunden Videomaterial. Mehr ist auch nicht möglich, denn länger hält der Akku (1.600 mAh) nicht durch. Am Gehäuse gibt es einen Button, mit dem Ihr die Kamera an- und abschaltet sowie die Aufnahmen startet und stoppt. Eine LED zeigt den Status der 360fly an. Einfacher geht es nicht.

Das trifft auch auf die Qualität der Videos zu: Durch die Fisheye-Linse sehen die Clips aus jedem Winkel unnatürlich gekrümmt aus. Außerdem sind die Videos aufgrund der geringen Auflösung nicht wirklich scharf. Andere Actioncams, wie die Hero4 Session von GoPro, bieten zwar kein Rundum-Feature, dafür aber Full-HD- oder sogar 4K-Auflösung. Mit dieser Qualität kann die 360fly nicht mithalten.

Die Videoqualität ist durchwachsen.(© 2016 CURVED)

Aufnehmen, speichern, teilen

Der Ton, den die Kamera mit dem eingebauten Mikro aufnimmt, ist aufgrund des permanenten Rauschens im Hintergrund nicht immer einfach zu verstehen. An dieser Stelle muss man der 360fly aber zu Gute halten, dass der Ton bei einer Action-Cam zu vernachlässigen ist. Schließlich kommt es auf spektakuläre Bilder an und nicht auf die Interview-Qualitäten des Mikros. Damit das nicht zum Nachteil wird, könnt Ihr entweder ein externes Mikro anschließen oder Eure Ausflüge mit Musik direkt aus der App untermalen.

In der App könnt Ihr auch Eure Aufnahmen mit einfachen Mitteln bearbeiten. So schneidet Ihr aus einem längeren Video zum Beispiel einen zweiminütiges Highlight-Clip und teilt diesen direkt in soziale Netze teilen oder per Nachricht verschicken. Da kann sich GoPro gerne etwas abschauen! Längere Zusammenschnitte aus großen Einzelvideos unterstützt die App leider nicht. Zwei Minuten sind die magische Grenze.

Damit Ihr Videos überhaupt per Anwendung bearbeiten könnt, braucht Ihr entweder ein iPhone ab iOS 9 oder ein Android-Smartphone mit Android 4.4 oder neuer. In unserem Test gab es mit der Einrichtung unter Googles Betriebssystem übrigens ein paar kleine Probleme: Das Huawei Mate 8 und die 360fly wollten nicht auf Anhieb zusammenarbeiten. Ob das am Smartphone oder am Gadget liegt, ist unklar. Mit dem iPhone war es dagegen kein Problem. Per USB 2.0 könnt Ihr Eure Aufnahmen auch auf den PC oder Mac übertragen und mit einem geeigneten Schnittprogramm überarbeiten.

Über die App könnt Ihr Euch auch Clips von anderen 360fly-Besitzern ansehen.(© 2016 CURVED)

Fazit: Spielzeug für Action-Fans

Die 360fly ist einfach zu bedienen, Videos lassen sich schnell und einfach auf dem Smartphone bearbeiten und teilen. Gut gefällt außerdem das spacige Design und die Robustheit der Kamera. Abstriche müsst Ihr bei der Video- und Tonqualität und dem auf 240 Grad begrenzten Blickfeld machen. Samsung-Besitzer sind mit der Gear 360 wahrscheinlich besser dran. Die bietet nämlich zwei Linsen und damit "echte" 360-Grad-Aufnahmen. Sind Euch normale Videos von einer Actioncam aber zu langweilig, bekommt Ihr mit der 360fly ein schick designtes, aber auch teures Spielzeug.


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