Acer Iconia W4 im Test: Notebook-Ersatz? Leider nein

Acer Iconia W4
Acer Iconia W4(© 2014 CURVED)

Wenn selbst ein Ultrabook noch zu schwer in der Hand liegt, dann sind kleine Tablets wie das Acer Iconia W4 die Lösung, wenn Ihr ein vollwertiges Windows immer dabei haben wollt. Dafür müsst Ihr allerdings einige Einschränkungen in Kauf nehmen.

Acer steckt das Iconia W4 in ein Gehäuse aus Kunststoff mit Metalloptik. Aber spätestens beim Anfassen geht der Eindruck von Aluminium verloren. Das Material ändert aber nichts daran, dass das Tablet ordentlich verarbeitet ist. Mit einer Breite von 13,5 Zentimetern kann ich es gerade noch bequem mit einer Hand halten und mit der anderen auf dem Touchscreen tippen. Das W4 erfüllt also zumindest schon mal seine Pflicht als Mini-Tablet.

Das IPS-Display ist 8 Zoll groß und verfügt über eine Auflösung von 1280 x 800 Pixeln. Es hat große Blickwinkel, spiegelt aber vergleichsweise stark - leuchtet aber kräftiger als zum Beispiel der Bildschirm des Toshiba Encore WT8.

Mit einem Gewicht von 415 Gramm ist das W4 leichter als das iPad Air, wirkt aber trotzdem klobiger als Apples Tablet. Die Druckpunkte der einzelnen Tasten sind gut zu spüren, könnten aber noch knackiger sein. Der abgesetze Rand an der Unterkante sorgt dafür, dass Ihr beim Festhalten keine Fingerabdrücke auf dem Display hinterlassen müsst. Für einen wirklich sicheren und bequemen Halt ist die Kante allerdings zu schmal. Das kann die Konkurrenz besser.

Großes Betriebssystem auf kleinem Tablet

Acer installiert auf dem Iconia W4 Windows 8.1 in der 32-Bit-Version. Die Metro-Oberflächen mit den vielen Kacheln für die verschiedenen Programme und Apps lässt sich auf dem Touchscreen gut bedienen. Als Problem erweist sich der alte Desktop, der sich auf Notebooks und Desktop-Rechnern immer noch großer Beliebtheit erfreut. Mit einer Maus lässt er sich ja auch gut bedienen. Für meine Finger auf dem Touchscreen sind die Bedienelemente allerdings viel zu klein. Da wünscht man sich einen Stylus als Eingabegerät herbei, der aber nicht zu Lieferumfang gehört. Ärgerlich: Viele Programme von Drittanbietern tauchen zwar als Kachel auf der Metro UI auf, sind aber nicht an diese angepasst sind, sondern öffnen sich in der Desktop-Ansicht - inklusive kleiner Menüs und Schaltflächen.

Die installierte Vollversion von Windows 8.1 läuft allerdings flüssig auf dem Iconia W4. Habt Ihr kein schnelleres Tablet oder einen richtigen PC zum Vergleich, fallen die etwas längeren Ladezeiten nicht negativ auf. Von rechenintensiven Anwendungen wie Spielen oder Grafikprogrammen solltet Ihr allerdings Abstand nehmen. Für diese bringt der verbaute Atom-Prozessor Z3740 von Intel trotz vier Recherkernen mit jeweils 1,33 Gigahertz Taktfrequenz und einem integrierten HD-Grafikchip einfach zu wenig Leistung mit. Die zwei Gigabyte Arbeitsspeicher sind zwar eine gute Unterstützung, sorgen alleine aber auch nicht für große Sprünge bei der Rechenkraft.

Für den Alltag gerüstet, nicht für die harte Arbeit

Der interne Speicher ist je nach Modellvariante 32 oder 64 Gigabyte groß und damit für ein Tablet in dieser Preisklasse ordentlich bemessen. Zudem kann man ihn mit einer microSD-Karte noch erweitern. An Schnittstellen sind neben dem Micro-USB-Anschluss noch eine Micro-HDMI- und eine Audi-Buchse sowie WLAN und Bluetooth vorhanden.

Die Kamera auf der Rückseite des Iconia W4 verfügt über eine Auflösung von 4,9 Megapixeln. Die Bildqualität reicht für Schnappschüsse aus, sofern die Beleuchtung in Ordnung ist. Die Selfie-Kamera auf der Vorderseite schafft dagegen nur 1,9 Megapixel, was bei Videochats aber immer noch für eine HD-Auflösung ausreicht. Bei der Videoaufnahme mit der Rückkamera bekommt Ihr eine Full-HD-Auflösung. Aber wirklich Spaß macht das auch mit einem kleinen Tablet nicht - das kann ein Smartphone viel besser. Zusätzlich könnt Ihr mit der Kamera-App 360-Grad-Kugel-Aufnahmen anfertigen, die allerdings weniger elegant und mit mehr Kanten zusammengefügt werden als bei den Photospheres von Android.

Fazit: eine Alternative, kein Ersatz

Zu Notebooks und Subnotebooks ist das Acer Iconia W4 für rund 340 Euro eine günstige, kleine und leichte Alternative, wenn Ihr Windows 8 benutzen wollt oder müsst. Es bleibt aber nur eine Alternative, kein vollwertiger Ersatz. Rechenintensive Programme haben auf dem Mini-Tablet nichts verloren. Bei der Bedienung auf dem Desktop müsst Ihr zu großen Kompromissen bereit sein. Wer viel schreiben und wirklich arbeiten will, kommt derzeit nicht um ein Ultrabook oder wenigstens ein Surface mit Anstecktastatur herum.


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