Acer Liquid E3 Plus im Test: Dual-SIM und mehr Zugaben

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Bietet Platz für zwei SIM-Karten: das  Acer Liquid E3 plus
Bietet Platz für zwei SIM-Karten: das Acer Liquid E3 plus(© 2014 CURVED)

Das Acer Liquid E3 Plus hat Platz für zwei SIM-Karten und bietet eine ganze Reihe Sonderfunktionen. Diese teilt das Mittelklasse-Smartphone mit seinem kleinen Bruder Liquid Z4, der deutlich schwächer auf der Brust ist. CURVED hat beide Smartphones in die Hand genommen.

Das Acer Liquid E3 Plus verfügt über einen 4,7 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Das IPS-Display bietet große Betrachtungswinkel und erweist sich als leuchtstark und ausreichend scharf. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und wirkt ordentlich verarbeitet. Die Rückseite ist glatt, aber trotzdem griffig, so dass Ihr das Smartphone sicher in der Hand haltet.

Den Lautsprecher hat Acer auf die Vorderseite des Liquid E3 Plus geholt, so dass sein Ton direkt und ohne Umwege an Eure Ohren gelangt und nicht durch eine Hand oder einen Tisch gedämpft wird. Als Zugabe setzt der Hersteller auf das Mehrkanal-Tonsystem DTS Studio Sound mit dessen Hilfe Ihr verschiedene Sound-Profile auswählen sowie Höhen und Tiefen in der Stärke verstellen könnt.

Dual-SIM und Quadcore

Acer verpasst dem Liquid E3 Plus zwei Schächte für SIM-Karten, so dass Ihr über zwei Telefonnummern auf dem Smartphone erreichbar seid und zum Beispiel für private und berufliche Gespräche nicht mehr zwei Geräte einpacken müsst. Beim Urlaub im Ausland würde aber auch eine lokale SIM-Karte ihren Platz finden.

In der SIM-Verwaltung legt Ihr bequem fest, welche Karte für welche Art Verbindungen der Standard sein soll oder ob Ihr vor jedem Anruf, jeder SMS und jeder Datenverbindung gefragt werden wollt. Darüber hinaus könnt Ihr auch Telefonnummern fest einer SIM-Karte zuordnen.

Der verbaute Quadcore-Prozessor ist nur mit 1,2 Gigahertz getaktet und hat zwei Gigabyte Arbeitsspeicher an seiner Seite stehen. Die Nutzeroberfläche und das System laufen flüssig, gleiches gilt für typische Anwendungen. Bei rechenintensiven Apps und Spielen wie Asphalt 8 kommt die Hardware an ihre Grenzen, und Ihr bemerkt ein leichtes Ruckeln.

Den 16 Gigabyte großen internen Speicher könnt Ihr mit einer MicroSD-Karte aufstocken. Allerdings lassen sich die Abdeckungen über den Schächten für die Speicher- und die SIM-Karten selbst mit etwas längeren Fingernägel nur schwer öffnen. Wechselt Ihr die Karten selten bis gar nicht aus, bleibt es aber ein einmaliges Ärgernis.

Die Kamera auf der Rückseite verfügt über eine Blende von f/1.8 und liefert Fotos mit einer Auflösung von 13 Megapixeln. Die Bildqualität ist bei ausreichender Beleuchtung gut und zufriedenstellend. Wird es etwas dunkler, hat das E3 Plus nicht nur auf der Rückseite, sondern auch vorne neben der 2-Megapixel-Kamera für Selfies eine LED-Leuchte.

Gut gefällt uns die Kamera-App. Sie ist aufgeräumt und lässt Euch schnell die Kamera wechseln. Zudem könnt Ihr zahlreiche Einstellungen anpassen: Belichtungskorrektur, Weißabgleich, Szenenmodus und Farbeffekte - zwar nicht so viele wie bei einer Spiegelreflexkamera, aber mehr als bei so mancher Kompaktkamera.

Als Betriebssystem installiert Acer Android 4.2.2 Jelly Bean auf dem Liquid E3 Plus. Für die inzwischen veraltete Version will der Hersteller aber nach eigenen Angaben demnächst ein Update auf Android 4.4 KitKat zur Verfügung stellen. In Sachen Kundenservice steht Acer damit weit hinten. Stattdessen verpasst das Unternehmen dem Smartphone mehrere seiner hauseigenen Apps.

Schnellwahltaste, Radio und der Schnellmodus

Acer verpasst dem Liquid E3 Plus einige Dinge, die nicht wirklich neu sind, die Ihr aber nicht bei jedem Smartphone antrefft. Auf der Rückseite befindet sich zum Beispiel eine Schnellwahltaste, die den Namen AcerRapid erhalten hat.

Mit Ihr weckt Ihr das Smartphone aus dem Standby auf, umgeht dabei den Sperrbildschirm und landet direkt auf der Startseite. Drückt Ihr die Taste erneut, ruft sie standardmäßig Google Music auf, Ihr könnt aber auch jede andere installierte App auf die Schnellwahl legen. Haltet Ihr AcerRapid länger gedrückt, öffnet sich die Kamera-App.

Zusammen mit einem Kopfhörer als Antenne verwandelt sich das Liquid E3 Plus in ein UKW-Radio. Die zugehörige App bietet sogar eine Aufnahmefunktion, so dass Ihr das Radioprogramm mitschneiden könnt. Je nachdem, wie regelmäßig Euer Tagesablauf ist, wird Euch die automatische Ein- und Abschaltung nach Zeitplan gefallen, für die Ihr die Zeiten festlegt.

Hinter dem Schlagwort "Schnellmodus" versteckt sich eine App, mit der Ihr zwischen verschiedenen Nutzeroberflächen wechselt. Neben dem bekannten Standard-Modus stehen Oberflächen für Kinder, Senioren, Nostalgiker und Windows Phone-Liebhaber zur Auswahl. Der Einfach-Modus zeigt sechs Telefonbucheinträge zur Direktwahl an und kann SMS verschicken.

Damit Kinder ihn nicht einfach verlassen können, ist er ebenso wie der Senior-Modus mit einer PIN gesichert. Dieser bietet vergleichsweise große Schaltflächen für SMS, Radio, Wetter, Adressbuch, Uhr und eine Lupe sowie drei Direktwahl-Felder. Im Ziffernfeld-Modus seht Ihr unter sechs Schaltflächen für Nachrichten, Medien, Wetter, Apps, Kontakte und Einstellungen immer ein Ziffernfeld - wie bei einem Tasten-Handy. Der Klassisch-Modus erinnert mit seinen Kacheln optisch an die ersten Versionen von Windows Phone und gewährt Zugriff auf alle Apps und Einstellungen.

Liquid Z4: Kleiner, günstiger und schwächer, aber die gleichen Funktionen

Das Acer Liquid Z4 sieht auf den ersten Blick wie eine verkleinerte Version des Liquid E3 aus und liegt angenehm in der Hand. Schaut Ihr genau hin, werdet Ihr allerdings einige Unterschiede feststellen. So fehlt dem kleinen Smartphone zum Beispiel die Frontkamera für Selfies und das vier Zoll große Display leuchtet schwächer, wirkt mit seiner Auflösung von 800 x 480 Bildpunkten pixeliger und zeigt einen leichten Blaustich.

In Sachen Hardware ist das Z4 ebenfalls deutlich schlechter bestückt: Der Prozessor schafft zwar 1,3 Gigahertz, hat aber nur zwei Rechenkerne zur Verfügung. Ihm zur Seite stehen lächerliche 512 Megabyte Arbeitsspeicher; den nur vier Gigabyte großen internen Speicher könnt und solltet Ihr mit einer microSD-Karte erweitern.

Um das Software-Update des Herstellers installieren zu können, benötigt Ihr zwangsweise eine Speicherkarte. Die Rückseite ist nicht wie beim E3 fest verbaut, sondern lässt sich abnehmen. So könnt Ihr den Lithium-Polymer-Akku austauschen und müsst Euch nicht mit sperrigen Verschlüssen beim Einlegen von Speicher- oder SIM-Karte herumplagen.

Die Software läuft spürbar langsamer als beim E3, habt ihr allerdings kein Vergleichsgerät daneben liegen, ist das Tempo des Z4 bei vielen Apps immer noch in Ordnung. Die Kamera auf der Rückseite liefert Bilder mit fünf Megapixeln Auflösung, und auf die Frontkamera hat Acer beim Liquid Z4 gleich verzichtet. Neben den zahlreichen Acer-Apps verfügt das kleine Smartphone ebenfalls über die AcerRAPID-Schnellwahltaste, dts-Lautsprecher auf der Vorderseite und die verschiedenen Nutzeroberflächen des Schnellmodus.

Fazit: Solide Mittelklasse mit Luft nach oben

Acer hat mit dem Liquid E3 Plus ein solides und alltagstaugliches Mittelklasse-Smartphone im Angebot, das sich besonders lohnt, wenn Ihr zwei SIM-Karten in einem Gerät einlegen wollt oder müsst. Einige der Sonderfunktionen sind echt praktisch, dafür besteht an anderen Stellen teilweise noch Nachbesserungsbedarf.

Die Hardware ist nicht die schnellste und Android (noch) nicht auf den neuesten Stand. Preislich liegt das Android-Smartphone bei rund 220 Euro und ist damit zwar kein Schnäppchen, aber auch nicht überteuert. Braucht Ihr nur Platz für eine SIM-Karte, dann lohnt sich in dieser Preisklasse ein Blick auf das Wiko Wax, das unser noch besser gefallen hat.

Das Liquid Z4 ist die günstigere Version des E3 Plus mit kleinerem Display und schlechterer Hardware. Wollt Ihr nur etwa 100 Euro für ein Smartphone ausgeben, dann ist in meinen Augen das Moto E von Motorola die bessere Wahl, wenn Ihr mit einer SIM-Karte auskommt.


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