Action Launcher Pro 2.0 im App-Test

Action Launcher Pro, mein persönlicher App-Tipp schlechthin, ist gerade mit einem großen Update auf die Version 2.0 im Google Play Store erschienen. Der Entwickler hinter Action Launcher Pro ist mit Chris Lacy kein Unbekannter in der Android-Szene. Der eigentlich aus der Konsolenspieleprogrammierung stammende Entwickler hat bereits mit dem Twitter-Client Tweet Lanes große Erfolge gefeiert, bevor Twitter seine harte Politik gegen externe Clients ausgerollt hat. Früher war nur die kostenpflichte App Action Launcher Pro erhältlich. Mit dem Update auf die Version 2.0 wurde der Action Launcher als kostenlose App eingeführt und die alte App wurde per Update in einen Unlock-Key verwandelt. Dieser Unlock-Key schaltet ein paar zusätzliche Funktionen frei. Die bisherigen Käufer behalten somit alle Möglichkeiten. Unten ist eine Liste mit den entsprechenden Pro-Features zu finden.

Die Philosophie

Zum Verständnis sei vorab die Philosophie erklärt, die Chris Lacy bei der Entwicklung dieses Launchers verfolgt. Er will einerseits die Designvorgaben von Google einhalten und gerne auch standardisierte Bausteine wie die Action-Bar nutzen. Andererseits zielt alles in diesem Launcher darauf ab, möglichst schnell und einfach zu sein. Die Optionen sollen sich möglichst in Grenzen halten, damit das Interface nicht zu überladen ist. Am Ende soll jeder Benutzer möglichst mit nur einem Homescreen auskommen, auch wenn man natürlich mehrere hinzufügen kann.

Spezielle Features

Ich will euch gar nicht jede einzelne Option beschreiben, aber mal die wichtigsten Eigenarten herausarbeiten die beim Action Launcher Pro den entscheidenden Unterschied des Updates ausmachen.
Quickdrawer: Die App-Verwaltung wurde in den Quickdrawer verlegt, dies ist ein Menü das neben eurem Homescreen sitzt und per Wischgeste hervorgeholt werden kann. Hier sind alle Apps alphabetisch sortiert und durch die Buchstabenleiste am Rand lässt sich auch jederzeit sehr zügig zum gewünschten Buchstaben springen bzw. durchscrollen. Ihr werdet euch nicht vorstellen können wie viel schneller man mit dieser Technik sein kann, als mit der üblichen Aufteilung auf mehrere Seiten. Es sei kurz erwähnt, dass man über die Optionen auch ausgewählte Apps ausblenden kann. Dies ist immer praktisch, wenn der Hersteller euch etwas vorinstalliert hat, was ihr eh nicht benutzen möchtet.
Covers: Das Prinzip von Ordnern auf dem Homescreen sollte jedem bekannt sein, beim Action Launcher geht man auf Wunsch einen Schritt weiter. Ihr könnt jeden Ordner in ein Cover verwandeln, hierbei wird eine ausgewählte App als Titelbild für den Ordner vergeben. Ein einfacher Klick auf den vermeidlichen Ordner öffnet direkt die gewünschte App. Per Wischgeste oder Doppelklick gelangt ihr in den dahinter verstecken Ordner. Gekennzeichnet werden Covers durch ein kleines Viereck auf dem App Icon. Diese Feature lässt euch den Homescreen wesentlich aufgeräumter gestalten. Ein Beispiel gefällig? Ich habe ein Cover, das direkt die Kamera startet, bei Bedarf verbergen sich dahinter weitere Apps wie die Galerie, Bildbearbeitungstools, Dokumentenscanner etc.
Shutters: Ganz ähnlich wie bei den Covers wird bei den Shutters per Wischgeste mehr aus eurer App-Verknüpfung geholt, um Platz auf dem Homescreen zu sparen. Ein Shutter ist nichts anderes als ein Widget. Wenn ihr über die App wischt, öffnet sich in einem kleinen Pop-Up das zugehörige Widget. Auf Wunsch kann jedes Widget einer beliebigen App zugeordnet werden. Covers erkennt ihr an den kleinen Balken in der unteren rechten Ecke eines App Icons. Auch hier gibt es super Anwendungsbeispiele. Zum Beispiel um bei seinem Browser das Lesezeichenwidget griffbereit zu haben oder einen schnellen Blick in den Kalender werfen zu können.
Action Bar und QuickSearch: Bevor die Version 2.0 eingeführt wurde, war diese Leiste am oberen Rand des Bildschirmes noch fester Bestandteil der Oberfläche und konnte nicht umgangen werden. Inzwischen lässt sie sich aber ausblenden und erscheint dann nur, wenn sich der Quickdrawer öffnet. Die Action Bar beinhaltet für alle Geräte ohne Hardware-Menü-Taste den obligatorischen Overflow Button (3 Punkte), um zu den Einstellungen zu gelangen. Desweiteren ist immer die Verknüpfung zum Google Play Store vorhanden. Darüber hinaus gibt es noch die Lupe. Diese könnt ihr optional an die Google Suche mit Text oder Sprache knüpfen oder aber auch die QuickSearch des Action Launcher verwenden. QuickSearch durchsucht dabei eure Apps und Kontakte, um einen schnellen Zugriff auf eben diese zu ermöglichen. Ehrlich gesagt, nutze ich diese Funktion nie, da die genannten Punkte auch von Google Now durchsucht werden. QuickPage: Eine der Hauptneuerungen durch die Version 2.0 ist die Einführung der QuickPage. Es handelt sich dabei um eine Art zusätzliche Homescreen Seite, die bei Bedarf per Wischgeste ins Bild gefahren kommt. Vorbelegt sind hier drei Widgets, eine Musiksteuerung, die Google Suche sowie das Recents-Widget, welches eure zuletzt geöffneten Apps anzeigt. Im Nachgang dürft ihr diese Seite aber nach Belieben einrichten. Diese QuickPage entfacht ihr Potential allerdings erst in Verbindung mit dem ebenfalls neu eingeführten 1-Swipe. 1-Swipe: Diese Funktion kann getrennt voneinander für den QuickDrawer sowie die QuickPage aktiviert werden. Wenn 1-Swipe aktiviert wurde, könnt ihr in jeder beliebigen App einfach in der oberen Bildschirmhälfte über den rechten oder linken Bildschirmrand wischen und das entsprechende Element fährt als Overlay ins Bild. Wenn ihr also eine andere App öffnen wollt, könnt ihr euch den Weg über den Homescreen sparen. Ihr wischt oben links über den Rand und der QuickDrawer erscheint.

Fazit

Ich bleibe dabei, neben SwiftKey wohl mein bester App-Kauf in den drei Jahren, die ich mit Android arbeite. Ich hab die App übrigens nicht jetzt erst gekauft und für einen Tag benutzt, sondern schon seit Monaten in Gebrauch. Zum Ende empfehle ich dann noch dringend das passende YouTube Video vom Entwickler in dem kurz die wichtigsten Funktionen gezeigt werden.

Weitere Funktionen

In aller Kürze finden sich noch ein paar Funktionen wieder, die fast jeder alternative Launcher mit sich bringt:

  • Veränderbares Grid, bis zu 12 Reihen mit bis 12 Spalten
  • Dock Ein-/Ausblenden
  • Icon-Größe veränderbar
  • Backup/Restore der Einstellungen via SD-Karte
  • Icon-Pack-Unterstützung: Der Google Play Store ist voll von geeigneten Icon Packs, auch Pakete für andere Launcher funktionieren meist tadellos.
  • Optional Android KitKat Design, also z.B. runder Homescreen-Indikator, weiße Ordner, transparente Benachrichtigungen wenn Android 4.4 oder Samsung-Android ab 4.2 installiert ist.

Übersicht der Pro-Funktionen

  • 1-Swipe
  • Use icon packs
  • Icon-Größe veränderlich
  • Einzelne Icons verändern
  • Apps im QuickDrawer ausblenden
  • Nutze Shutters in Ordnern
  • Ändere das Shutter-Widget
  • Änderung der Hintergrundfarbe für Quickdrawer und Quickpage
  • Schaltet Upgrade-Aufforderungen ab


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