Adaro In-Ears von Razer: Wenn Musik mal knallen soll

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Adaro In-Ears von Razer
Adaro In-Ears von Razer(© 2014 CURVED)

Smartphones können alles. Außer:  Musik in maximaler Qualität abspielen. Das liegt in erster Linie an den mitgelieferten Kopfhörern.  Die Soundqualität ist häufig mäßig, viele In-Ear-Headphones passen nicht richtig, und auch die Verarbeitung lässt meist zu Wünschen übrig. Wir haben Premium-In-Ears getestet  – Adaros Razer.

Telefonieren, surfen, fotografieren oder navigieren: Smartphones sind echte Tausendsassas. Aber vor allem haben sie inzwischen längst reine MP3-Player abgelöst – oder würdet Ihr noch ein Gadget kaufen, mit dem Ihr nur Musik hören könnt?

Für mich kommt das nicht mehr in Frage. Allerdings kann ich mit den meisten beigelegten Kopfhörer nichts anfangen: Deren Soundqualität ist häufig mäßig, viele In-Ear-Headphones passen nicht richtig und auch die Verarbeitung lässt meist zu Wünschen übrig. Naja, irgendwo müssen die Smartphone-Hersteller wohl sparen – und wenn nicht am Smartphone, dann beim Zubehör.

Wer viel Musik in guter Qualität hören will, muss sich also einen Ersatz suchen. So ist es also kein Wunder, dass es ein fast unüberschaubares Angebot an Kopfhörern und In-Ear-Headphones in allen Preisklassen gibt. In diesem umkämpften Markt will Razer mit der Adaro-Serie punkten. Eigentlich ist Razer vor allem für Gaming-Zubehör bekannt. Aber neben Mäusen, Tastaturen und Controllern stellt das Unternehmen eben auch Lautsprecher und Kopfhörer her – und die Adaro In-Ears sollen auch Nichtspieler begeistern.

Auffallen ist alles

Natürlich, Kopfhörer müssen zu allererst gut klingen, aber sie sollten auch optisch etwas hermachen. Das ist natürlich reine Geschmackssache, aber in dieser Disziplin können die Adaro In-Ears punkten: Das quietschgrüne Kabel fällt sofort auf. Es ist zudem gummiert und flach, so braucht ihr keine Sorge haben, dass sich das Kabel in der Tasche verknoten.

Nur die Stöpsel, die ins Ohr gesteckt werden sollen, wirken ziemlich groß und sind relativ schwer. Sie erinnern fast an Pistolenkugeln. Der Grund für die Größe der Aluminiumgehäuse: Es stecken darin dynamische zehn Millimeter Hochleistungstreiber, die für einen satten Sound sorgen sollen.

Trotz der Größe passen die In-Ears gut. Und falls nicht, liegen in der Verpackung drei weitere Ohrstöpsel aus Silikon parat. Doch insgesamt wirken die Adaro allerdings nicht wirklich originell, ja nicht einmal wie ein Original: Wäre das Kabel rot, könnte man die Kopfhörer glatt mit den Beats by Dre verwechseln.

Viel Druck, wenig Feingefühl

Und das nicht nur äußerlich so, sondern auch beim Sound: Wie beim offensichtlichen Vorbild wummert und dröhnt es, der satte Bass lässt die Gehörgänge buchstäblich erbeben. Dafür schwächeln die Köpfhörer in den Mitten und Höhen. Durch den passgenauen Sitz der Adaro In-Ears werden Umgebungsgeräusche zwar weitestgehend ausgeblendet, doch das bringt lediglich ein Gewinn an Volumen, nicht aber an Klangqualität.

Das ist vielleicht ideal für Dance-Musik, aber sicher nicht, wenn Ihr ausdifferenzierte Klänge liebt. „Do You Feel The Same“ von Hercules & Love Affair etwa, bei dem es eher auf die treibende Beats ankommt, klingt fantastisch. Der Song hat wenig Feinheiten und ist sehr druckvoll – und das passt ideal zu den Kopfhörern.

Doch schon bei einem Folk-Song wie „Absolution“ von Josh White werden die klanglichen Schwächen der In-Ears deutlich: Der Titel hört sich wie ein Klangteppich an. Hier hätte ich mir deutlichere Mitteltöne gewünscht. Aber so wirkt es nachträglich aufgepeppt und nicht so, als wäre ich bei der Aufnahme im Studio dabei gewesen.

Eine Freisprecheinrichtung fehlt zwar, aber die ist mir nicht wichtig. Ich vermisse eher eine Fernbedienung, mit der ich Songs wechseln oder die Lautstärke regulieren kann, ohne dass ich das Telefon aus der Tasche nehmen muss. Und: Der Kopfhörer ist sehr basslastig und klingt zwar deutlich besser als die meisten Headsets, die neuen Smartphones beiliegen. Doch wenn Ihr bereit seid, für ein Paar neue In-Ears 79 Euro auszugeben, gibt es für das Geld deutlich bessere Alternativen.


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