Alcatel A7 im Test: Große Speaker, kleine Töne

Einstellungsmerkmal des Alcatel A7 sind die Stereolautsprecher.
Einstellungsmerkmal des Alcatel A7 sind die Stereolautsprecher.(© 2017 CURVED)

Das Alcatel A7 zählte zu den vier neuen Smartphone-Ankündigungen des chinesischen Herstellers TCL auf der IFA 2017. Mit 229 Euro ist es das günstigste im Quartett. Ob sich der Kauf lohnt, klärt der Test.

In zwei Varianten bringt TCL das Alcatel A7 in den Handel: Unser Testgerät kommt mit 5,5-Zoll-, das größere A7 XL mit 6-Zoll-Bildschirm. Die beiden Smartphones unterscheiden sich aber nicht nur in Größe und Erscheinungsdatum (das A7 XL erscheint im November), sondern auch durch zentrale Features.

Außen Plastik, innen Nougat

Mit gold gerahmten Stereolautsprechern auf der Vorderseite will das Alcatel A7 auf sich aufmerksam machen. Schon beim Hands-on auf der IFA fiel das farblich unübersehbare Einstellungsmerkmal ins Auge. Mein Gedanke damals: Aha, während Alcatel beim A7 XL eine Dualkamera verbaut hat, soll das kleinere Modell also mit Sound punkten. Inzwischen weiß ich es besser. Dazu gleich mehr.

Zwischen den Speakern erstreckt sich der 5,5 Zoll große IPS-Screen mit Full-HD-Auflösung. Insgesamt könnte das Bild heller sein, die Farben wirken in ihrer Darstellung zwar natürlich, aber zu dunkel. Mehr Leuchtkraft hätte dem A7 gut getan. Die generelle Bildqualität und der große Blickwinkel sind hingegen zufriedenstellend.

Um die SIM- oder Micro-SD-Karte (bis 128 GB) einzulegen, muss die komplette Kunststoffrückseite abgenommen werden. Der darunter liegende Akku lässt sich dennoch nicht auswechseln. Darüber hinaus gibt es an der Verarbeitung, der Optik und Haptik des A7 nichts auszusetzen. Lediglich die untypische Positionierung des Mikro-USB-Anschlusses fällt negativ auf: Diese ist nicht mittig am unteren Rahmen verbaut, sondern nach links versetzt. Zubehör wie zum Beispiel der Hyperkin SmartBoy werden dadurch unbrauchbar.

Als Betriebssystem läuft Android 7.0 Nougat. Das ist per se nicht schlimm. Das OS reagiert ohne Verzögerungen auf Eingaben. Unnötig vorinstallierte Software hält sich ebenfalls in Grenzen. Sorgen macht mir eher, inwieweit das A7 nachträglich Updates bekommt. Gerade erst hatte der Hersteller das angekündigte Nougat-Update für die 2016er Idol-Reihe gestrichen.

Großer Akku mit Schnellladefunktion

Die Hardware ist mit einem Achtkern-MT6750T von Mediatek und drei Gigabyte RAM identisch zu der des preisgleichen Gigaset GS270, das Jan jüngst getestet hatte. Entsprechend ähnlich fallen die Benchmark-Ergebnisse des A7 aus (siehe Bilder): Die von uns darauf installierten Anwendungen und Spiele starten flott, laufen flüssig und in höchster Detailstufe.

Besonders stolz ist der Hersteller auf die Kapazität des Akkus: Mit 4000 mAh hält das A7 in den meisten Fällen problemlos einen ganzen Tag ohne externe Stromzufuhr durch, bei überschaubarer Nutzung sogar fast zwei. Der Akku des GS270 fällt mit 5000 mAh sogar noch größer aus, bietet dafür aber keine Schnellladefunktion. Ein vollständiger Ladevorgang von 0 auf 100 Prozent bei ausgeschaltetem A7 hat mit dem original Netzteil etwa 100 Minuten gedauert.

Doppeltöner mit Defiziten

Die Anordnung der zwei Lautsprecherstreifen suggeriert, dass das A7 echtes Zwei-Kanal- Stereo bietet. In unserem Test stellte sich aber heraus, dass dem nicht so ist. Das volle Volumen erschallt lediglich aus dem unteren Speaker, der obere klingt kaum hörbar mit. Das belegen auch verschiedene Apps zum Testen von Stereosound. Der Ton kam entweder nur unten raus, egal, welcher Speaker angesprochen wurde, oder es erklang gar kein Ton, wenn ausschließlich der obere Speaker adressiert wurde. Offenbar entschied sich man ausschließlich der Optik wegen für die Dopplung der Speaker, einen akustischen Mehrwert bietet sie nicht!

Fazit

Beim Hands-on auf der IFA habe ich dem A7 die wenigste Zeit gewidmet. Das konnte ich nun in einem Test in Ruhe nachholen. Obwohl mir die Plastikverschalung des A7 nicht besonders gut gefällt, kann ich ihr ein gute Griffigkeit nicht absprechen. Dennoch wirkt das GS270 im direkten Vergleich hochwertiger. Dass das A7 über einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite verfügt, ist in der Preisregion kein Standard und eine schöne Dreingabe. Aber auch hier liegt das GS270 vor dem Alcatel-Handy, weil der Sensor dort nicht auf eine Funktion, dem Entsperren des Telefons, beschränkt ist. Die fehlende Unterstützung des 5-GHz-Bands im WLAN ist ein weiterer Downer. Für das gleiche Geld seid ihr mit dem GS270 von Gigaset deshalb besser beraten.


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