Alcatel Idol 5S und Idol 5 im Test: das Hands-on [mit Video]

Nicht nur Nokia ist als Smartphone-Marke wieder zurück, auch Alcatel feierte 2016 ein Revival. 2017 hat der Hersteller gleich vier neue Smartphones auf der IFA vorgestellt: Idol 5 und 5S und die neuen A7 und A7 XL. Die haben wir uns angeschaut.

Die 2016er Reihe "Idol" ist auch ein Jahr später noch ein Thema bei Alcatel. Das Idol 4 und das Idol 4S werden ersetzt durch aktuellere Hardware und neue Features. Als neues Flaggschiff möchte Alcatel nun das Idol 5S positionieren, das mit 399 Euro das teuerste der vier neuen Telefone sein wird. Das leistungsschwächere Idol 5 kostet 239 Euro; beide sind ab dem 1. September 2017 im Handel erhältlich.

Stereosound und Full-HD

Optisch sind sich die beiden Idole für die von Alcatel bezeichnete "Now Generation" sehr ähnlich. Ein Aluminiummantel schützt die Rückseite samt Fingerabdrucksensor und einfacher Kamera. In der Hand liegen beide 5,2-Zöller sehr gut, wobei das Idol 5S schon optisch klar als Flaggschiff identifizierbar ist. Über die Front erstreckt sich ein IPS-Panel, das in Full-HD auflöst und im Ersteindruck durch hohe Leuchtkraft und intensive Farbwiedergabe überzeugen konnte.

Während das Idol 5 einen klassischen Lautsprecher an der Unterseite verbaut hat, legt Alcatel beim Idol 5S Wert auf klangvolle Eindrücke. Ein Stereo-Lautsprecher (2 mal 3,6 Watt) ober- und unterhalb des Displays, der das Telefon minimal größer macht gegenüber dem Idol 5, soll dieses Versprechen einlösen. Die Soundqualität konnten wir in dem Hands-on jedoch nur unzureichend austesten. Schön ist die Idee, in beiden Speakern auch ein Mikrofon unterzubringen. Somit ist es praktisch egal, ob das 5S beim Telefonieren falsch herum ans Ohr gehalten wird.

Im Alcatel Idol 5S verrichtet ein Helios P20 mit Achtkernen seine Arbeit. Beim Idol 5 rechnet stattdessen ein MT6753 von Mediatek. Beide Telefone sind zudem mit drei Gigabyte RAM ausgestattet; für Daten bietet das Idol 5S ab Werk 32 Gigabyte Flashspeicher, das Idol 5 16 GB, jeweils erweiterbar um bis zu 128 GB per microSD-Karte.

Eine Taste für alles

Eine weitere Besonderheit des Idol 5S gegenüber der preisgünstigeren Variante ist der Now Key. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Taste rechts am Rahmen unterhalb der Lautstärke-Wippe, die sich frei belegen lässt. Somit lassen sich aus jeder Situation heraus zum Beispiel schnelle Fotos oder Selfies schießen, ohne erst umständlich die App öffnen zu müssen. Das Idol 5 bietet eine ähnliche Lösung an, die allerdings virtuell gelöst ist. Heißt der Now Key ist kein physischer Knopf am Gehäuse, sondern ein Symbol, das auf dem Screen eingeblendet wird und dort beliebig verschoben werden kann. Der Now Key dient aber nicht nur dem Schnellstart einer App, sondern lässt sich mit bis zu acht Anwendungen belegen. Ein kurzer Druck auf den Now Key öffnet dann ein Symbol-Rad, das direkten Zugriff auf die Lieblingsapps erlaubt.

Eine Kamera für Produzenten

Alcatel will mit den Idols vor allem Menschen erreichen, die einerseits gerne Medien konsumieren, andererseits auch gerne selbsterstellte teilen. Die 12 Megapixel starke Hauptkamera des Idol 5S mit einer f/2.0-Blende soll dabei helfen. Zwei Features hat der Hersteller bei unserem Hands-On besonders herausgestellt: Cinemagraph erlaubt es, kurze Videoclips aufzunehmen und in Dauerschleife wiederzugeben. Das Neue daran ist die Möglichkeit, festzulegen, welcher Bereich des Videos weiterhin als Video läuft und welcher quasi stillsteht. So ließe sich zum Beispiele eine vielbefahrene Straße abfilmen, bei der hinterher aber nur noch ein Auto fährt, während die übrigen im Stillstand verharren. Ein witziges Gimmick, das sich aber erst noch beweisen muss.

Das zweite Feature soll das Editieren von Videos nahezu überflüssig machen. Wird die Aufnahmetaste gehalten, nimmt die Kamera fünfzehn-sekündige Clips auf. Diese lassen sich anschließend automatisch zu einem langen Video zusammengeschnitten. Der Gedanke dahinter ist, dass sich so einzelne Szenen schneller nachdrehen lassen, indem man an die entsprechende Stelle springt und einfach eine neue Aufnahme darüber legt.

A7 und A7 XL: Alcatels neue Phablets

Neben der Idol-Reihe präsentiert Alcatel 2017 die A-Reihe als neue Smartphones. Diese richtet sich vornehmlich an Menschen mit großen Händen oder der Vorliebe für Phablets. Denn schon das A7 fällt mit seinem 5,5-Zoll-Display nicht gerade klein aus, das A7 XL ist noch mal 0,5 Zoll (1,25 cm) größer. Beide haben ebenfalls ein IPS-Panel, das in Full-HD auflöst. Als weitere Gemeinsamkeit teilt sich die A-Serie einen 4000 mAh starken Akku, der gut und gerne ein bis zwei Tage durchhalten dürfte. Genaueres wissen wir nach einem ausführlichen Test.
Die Unterschiede machen sich aber nicht nur in der Größe bemerkbar: Das A7 besitzt wie das Idol 5S einen Stereo-Lautsprecher, das A7 XL hingegen als einziges der vier Neuvorstellungen eine Dualkamera. Deren Sensoren lösen mit 12 und 2 Megapixel auf, wobei letzterer die Tiefeninformationen des Motiv aufnimmt. So lassen sich zum einen Porträts mit Bokeh-Effekt erzeugen, wie man es vom iPhone 7 Plus kennt, und zum anderen der Fokus nachträglich ändern.

Auch im A7 und im A7 XL sind ein Achtkern-Prozessor und drei Gigabyte RAM für die Performance verantwortlich. Ein zweiter SIM-Kartenslot erlaubt alternativ ein Upgrade des 32 GB großen Speichers auf bis zu 128 GB per microSD-Karte. Beim A7 XL fällt die Entscheidung zwischen zweiter SIM- oder microSD-Karte weg, denn das Phablet bietet Platz für insgesamt drei Karten. Das trotz seiner 6 Zoll erstaunlich leichte A7 XL (wiegt nut 175 Gramm) erscheint im November 2017 für knapp 280 Euro. Das kleinere A7 kostet zum Start 230 Euro.

Vorläufiges Fazit

Mit dem neuen Smartphone-Quartett hält Alcatel ein ansehnliches Blatt in der Hand. Ob sich auch ein echter Trumpf darunter befindet, wird ein ausgiebiger Einzeltest zeigen. Bei unserem Hands-On fiel entpuppte sich keines der vier Geräte auf Anhieb als schwarzer Peter. Den bleibendsten Eindruck haben dabei eindeutig das Idol 5S aufgrund seiner Verarbeitung und das A7 XL aufgrund seiner Größe hinterlassen.

Obwohl die Geräte alle erst in der zweiten Jahreshälfte 2017 erscheinen, liefert Alcatel sie mit Android 7.0 Nougat aus. Die Frage nach einem geplanten Update auf Oreo wollte der Hersteller nicht beantworten. Angesichts der jüngsten Mitteilung, dass Idol 4 und 4S von 2016 trotz Ankündigung kein Update mehr von Marshmallow auf Nougat bekommen werden, wirkt in dem Zusammenhang wenig erbaulich. Bleibt zu hoffen, dass Alcatel den Fehler bei den neuen Smartphones nicht wiederholt.


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