Alcatel Onetouch Idol 3 im Test: Viel besser als sein Ruf

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Alcatel bietet das Onetouch Idol 3 mit 4,7 und 5,5 Zoll großem Display an.
Alcatel bietet das Onetouch Idol 3 mit 4,7 und 5,5 Zoll großem Display an.(© 2015 CURVED)

Alcatel Onetouch gehörte für mich bisher zu den Herstellern, deren Produkte in den Ramschkisten an den Kassen der Elektronikmärkte gut aufgehoben sind. Doch das Idol 3 hat meine Meinung über die französische Marke des chinesischen Herstellers TCL gewaltig verändert - und zwar zum Positiven.

Alcatel Onetouch will und kann mit dem Idol 3 gar nicht gegen in Konkurrenz zu Top-Modellen von Samsung, LG, Sony oder HTC treten, sondern positioniert sich mit seinen zwei neuen Geräten sowohl preislich als auch beim Blick auf die Ausstattung in der Mittelklasse. Mit seinen zwei Displaygrößen von 4,7 und 5,5 Zoll erinnert das Alcatel Onetouch Idol 3 an das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus, allerdings sind die Unterschiede bei der technischen Ausstattung zwischen den Android-Geräten deutlich größer als bei den Smartphones von Apple.

Ein Smartphone, zwei Größen und viele Unterschiede

Schon die Displays der beiden Idol 3 sind nicht gleichwertig. Die 5,5 Zoll große Version des Smartphones erfreut das Auge mit einer Full-HD-Auflösung und wirkt gegenüber dem 4,7 Zoll großen HD-Bildschirm heller und klarer. Im direkten Vergleich wirkt der kleine Touchscreen zudem leicht gelbstichig. Seine Pixeldichte liegt bei 320 ppi, dass Bild wirkt insgesamt scharf und detailreich. Beim 5,5-Zoll-Display mit 480 ppi sieht es selbstverständlich nicht schlechter aus.

Das Alcatel Onetouch Idol 3 4,7 ist mit einem Snapdragon 410, dessen vier Rechenkerne mit 1,2 Gigahertz getaktet sind, für den Alltag aus Telefonieren, Surfen und Chatten ausreichend gerüstet. Wer jedoch nicht nur Spiele mit simpler Grafik zocken will und auch lange Ladezeiten vermeiden will, bekommt mit dem Snapdragon 615 im größeren Modell und seinen acht mit 1,5 Gigahertz getakteten Rechenkernen einen deutlich stärkeren Prozessor, dem zudem mit dem Adreno 405 - gegenüber dem Adreno 306 in der 4,7-Zoll-Version - auch noch ein merklich potenterer Grafikchip zur Seite steht.

Ein Spiel mit aufwändigerer Grafik, wie etwa Asphalt 8, läuft auf beiden Smartphones mit mittlerer Grafikqualität flüssig, aber die bessere Hardware des größeren Idol 3, das auch beim Arbeitsspeicher mit zwei Gigabyte gegenüber einem Gigabyte beim kleinen Smartphone die Nase vorne hat, sorgt für deutlich kürzere Ladezeiten. Beim Antutu-Benchmark schlagen sich die Unterschiede auch in den Punkten nieder. Die 5,5-Zoll-Variante erreicht insgesamt 33.050 Punkte und 7043 Punkte bei der 3D-Grafik. Das kleine Alcatel Onetouch schafft dagegen nur 22.365 Punkte und steht bei der 3D-Grafik mit 3554 Punkten nur halb so gut dar.

In beiden Versionen des Idol 3 steckt eine 13-Megapixel-Kamera, wobei die Selfie-Kamera der großen Version sogar mit acht und nicht nur mit fünf Megapixeln auflöst. Trotzdem sehen in beiden Fällen die Fotos des 4,7 Zoll großen Smartphones besser aus. Bei der Hauptkamera liegt trotz identischer Einstellungen in der gut zu bedienenden Kamera-App ein leichter Grauschleier über den Fotos. Bei Selfies neigt die Kamera mit der höheren Auflösung dazu, die Aufnahme überzubelichten, sodass man hier mit weniger Megapixeln ein besseres Bild erhält.

Vorinstallierte Apps leicht zu entfernen

Alcatel Onetouch liefert das Idol 3 mit Android 5.0.2 aus und installiert neben den von Google vorgeschrieben Apps auch zahlreiche weitere Anwendungen und sogar einen eigenen App Store. Dieser ist allerdings völlig überflüssig, da er meiner Wahrnehmung nach die gleichen Programme anbietet wie der Play Store. Er sorgt sogar für Verwirrung, da er versucht Apps zu aktualisieren, die sich genauso gut oder teilweise sogar besser über Google Play aktualisieren lassen.

Normalerweise sind für mich vorinstallierte Apps auf Smartphones ein großes Ärgernis. Das Idol 3 schafft es allerdings, mich gnädig zu stimmen. Zum einen drängen sich die Anwendungen nicht penetrant in den Vordergrund und lassen sich zum anderen mit wenigen Klicks vollständig deinstallieren.

Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich. Mit den abgerundeten Ecken der App-Symbole erinnert sie an MIUI von Xiaomi. In der Praxis läuft sie auch auf dem "schwächeren" 4,7 Zoll großen Idol 3 flüssig. Der Sperrbildschirm ist mit fünf Schnellstarttasten versehen, über die Ihr mit zwei Klicks den Taschenrechner und die Musik-App startet oder einen Selfie aufnehmt, einen Kontakt hinzufügt und einen QR-Code scannt. Das sind nicht unbedingt meine Favoriten, aber in den Einstellungen kann ich sie gegen sieben andere Verknüpfungen austauschen. Darunter sind "Termin hinzufügen", "E-Mail schreiben", "Nachricht verfassen", "Notiz hinzufügen" oder "Wecker einstellen" auch welche, die mir mehr helfen. Apps lassen sich allerdings nicht gezielt für einen Schnellstart auswählen.

Einschaltknopf auf der linken Seite

Ungewohnt für mich beim Idol 3 ist, dass sich der Einschaltknopf auf der linken Seite befindet. In der Regel bringen ihn die Hersteller an der rechten oder oberen Seite unter. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, stellt diese Veränderung kein Problem dar, den egal ob man das Smartphone in der linken oder rechten Hand hält, der Knopf ist fast immer sehr gut zu erreichen.

Das kleine Idol 3 liegt bequem in meiner Hand und lässt sich gut bedienen. Da hatte ich mir im Vorfeld auch keine Sorgen gemacht, dafür aber beim großen Idol 3. Denn nicht jeder Hersteller schafft es, wie LG beim G3, ein 5,5 Zoll großes Display so zu verbauen, dass das Smartphone noch handlich ist. Alcatel hat es geschafft - anders als zum Beispiel HTC beim Desire 820, das mir auf Dauer zu unhandlich ist.

Das Gehäuse des Idol 3 besteht zwar vollständig aus Kunststoff, wirkt aber trotzdem gut verarbeitet. Kurz: Ein Gerät, das man gerne aus der Tasche holt und vorzeigt. Mir persönlich gefällt die matte Rückseite mit Metalloptik sehr gut.

Vier verschiedene Varianten eines Smartphones

Alcatel Onetouch bietet das Idol 3 mit vier verschiedenen Speichergrößen an. Das kleine Modell steht mit acht und 16 Gigabyte zur Auswahl - wobei bei unserem Testgerät mit 16 Gigabyte rund zwölf Gigabyte für Nutzerdaten zur Verfügung stehen. Das große Idol 3 ist mit 16 oder 32 Gigabyte erhältlich. Bei unserem Testgerät waren von den 32 Gigabyte bereits rund sieben Gigabyte ab Werk belegt.

Preislich startet das Idol 3 bei 229 Euro, für die große Version müsst Ihr mindestens 299 Euro auf den Tisch legen. Beide Preise sind natürlich die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers und sinken erfahrungsgemäß noch ein wenig nach dem Verkaufsstart, wodurch sich bei beiden das schon nicht schlechte Preis-Leistung-Verhältnis noch verbessern dürfte.

Würden sich das Alcatal Onetouch Idol 3 4,7 und das Alcatel Onetouch Idol 3 5,5 nur bei der Display-Größe unterscheiden, dann wäre ich geneigt, zur kleineren Version zu greifen. 4,7 Zoll reichen mir völlig aus und sind in der Nutzung auf jeden Fall handlicher. Allerdings ist die 5,5 Zoll große Version auch noch handlich zu bedienen und bietet am Ende auch eine spürbar bessere technische Ausstattung. Einzig bei der Kamera ist man mit der kleineren Variante des Idol 3 besser dran.


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