Amazon Echo (2017) und Echo Plus im Test: der Smarte und der Zarte

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Der kleine Echo (2017) neben dem großen Echo Plus
Der kleine Echo (2017) neben dem großen Echo Plus(© 2017 CURVED)

Die Amazon-Echo-Familie ist 2017 ganz schön gewachsen: Im September 2017 hatte der Versandhändler gleich mehrere Geräte auf einmal vorgestellt. Zwei der Neuzugänge sind der Echo (2017) und der Echo Plus. Was sie können, verrät der Test.

Wer ins Smart Home einsteigen möchte, steht vor mehr als einem Problem. Denn ihr müsst nicht nur die richtigen Gadgets finden, sie müssen ja auch mit dem Internet verbunden werden. Dazu braucht es pro Gerätekategorie in der Regel ein "Bridge" genanntes Gateway, dass sich über den Router mit dem Netz verbindet. Wollt Ihr zum Beispiel Eure Heizung mit tado-Thermostaten und eure Lampen mit Philips Hue smart machen, braucht ihr von beiden Herstellern eine eigene Bridge, die ihr mit Strom versorgen und an den Router anschließen müsst. Kabelsalat ist vorprogrammiert. Mit dem Echo Plus will Amazon dieses Problem nun lösen.

Der Echo Plus ersetzt das Internet-Gateway

Denn der smarte Lautsprecher sieht zwar aus wie die in Bronze gegossene antike Version des Amazon Echo. Das Unternehmen hat ihn aber um einen entscheidenen Punkt erweitert: Der Echo Plus ist gleichzeitig auch ein Gateway, der kompatible Gerät mit dem Internet verbindet. Die separaten und teilweise teuren Bridges der Hersteller braucht ihr dann nicht mehr. Dem Echo Plus liegt standardmäßig sogar eine "Philips Hue"-Birne für E27-Lampenfassungen bei, mit der ihr die Funktionalität gleich ausprobieren könnt. Ihr schraubt die Birne einfach die Fassung, schaltet sie ein und lasst den Echo danach suchen. Wurde sie gefunden, lässt sie sich in der Alexa-App sofort konfigurieren. Ganz ohne Hue-Bridge. Eine echt smarte Lösung!

Zumindest in der Theorie. In der Praxis ist der Echo Plus etwas limitiert. Hue-Lampen lassen sich zum Beispiel nur an- und ausschalten oder dimmen. Bei Modellen, die verschiedene Farben anzeigen können, klappt der Farbwechsel nicht. Außerdem ist die Liste mit kompatiblen Geräten noch überschaubar. Neben den Lampen von Philips arbeitet der Echo Plus laut der Übersichtsseite von Amazon nur Modelle von Osram und Innr und einer smarten Steckdose zusammen. Das liegt daran, dass Geräte, die ihr mit dem Echo Plus verbinden wollt, den ZigBee-Standard unterstützen müssen.

Echo Plus und Echo (2017) sind auch nur Echos

Dem neuen Echo (2017) fehlt die Hub-Funktion. Ein weiterer Unterschied ist die Gehäusegröße: Er ist nur ungefähr halb so groß wie der Plus und sieht damit aus wie eine Mischung aus dem aktuellen Echo und dem Echo Dot. Das hat Auswirkungen auf den Klang – und das ist wichtig. Denn über beide Geräte habt ihr nicht nur Zugriff auf Amazon Music und TuneIn, ihr könnt sie auch mit eurem Spotify-Konto koppeln und als Multiroom-Lautsprecher einrichten. Dazu ist der kleinere Echo allerdings weniger zu gebrauchen. Er klingt im direkten Vergleich mit dem größeren Echo Plus etwas blechern und weniger ausgeglichen. Als Küchenradio reicht er aber aus. Ein feiner Bonus: Ihr könnt mit diversen Hüllen an eure Einrichtung anpassen.

Dank diverser Hüllen lässt sich der kleine Echo (2017) an die Einrichtung anpassen.(© 2017 CURVED)

Beim weiteren Funktionsumfang unterscheiden sich der Echo (2017) der Echo Plus nicht von dem Vorgänger, dem normalen Echo. Sieben Mikrofonen sei dank kann können sie Euch jeweils gut hören, wenn ihr im gleichen Raum das Codewort "Alexa" sagt, um die künstliche Intelligenz anzusprechen. Über diese könnt Ihr unter anderem die neusten Nachrichten, zum Beispiel von CURVED oder den Wetterbericht abrufen, die Einkaufsliste befüllen oder auf Amazon shoppen. Außerdem lässt sich der Funktionsumfang über die Alexa-App über so genannte Skills erweitern. Über die könnt ihr auch bereits vorhandene Smart Home Gadgets mit den Echos koppeln.

Fazit: Nur ein Hub? Das ist zu wenig Neues

Alles in allem bietet nur der Echo Plus einen echten Vorteil gegen die bereits verfügbaren Echo, Echo Dot und Echo (2017). Die Integration des Hub für Smart-Home-Gadgets ist durchaus eine sinnige Erweiterung, wenn man zum Beispiel noch keine Hue-Lampen hat und deren Anschaffung plant. Schön wäre es aber, wenn es Amazon noch gelingt, auch die Änderung der Farbe zu unterstützen. Den Echo (2017) bekommt ihr für 99 Euro, den Echo Plus für 149 Euro.

Ihr habt das Wort Echo in diesem Artikel noch nicht oft genug gelesen? Dann lest auch unseren Test zum Echo Show.


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