Amazon Fire HDX 8.9 im Test: Ein Tablet für Prim(e)aten

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Amazon Fire HDX 8.9
Amazon Fire HDX 8.9(© 2014 CURVED)

Ein minimales Hardware Update und ein aktualisiertes Betriebssystem. Reicht das schon, um das Amazon Fire HDX 8.9 als ernsthaften Gegner zum Apple iPad mini 3 und Google Nexus 9 zu platzieren? Wir testen das neue Flaggschiff-Tablet vom Onlineversender für Euch auf seine Qualitäten. 

Im letzten Jahr erschien mit dem Kindle Fire HDX 8.9 ein sehr schlankes und leistungsstarkes Tablet, das so mancher wegen seiner Hardware schätzte, vor allem aber aufgrund des hochauflösenden 8,9-Zoll-Displays mit 2.560 x 1.600 Pixeln. Heute, knapp ein Jahr nach der Vorstellung dieses Pixelmonsters, erscheint nun die Neuauflage des Flaggschiff-Tablets von Amazon.

Design: Alles beim Alten

Beim Design hat Amazon alles beim Alten belassen. Würde man den Vorgänger, das Kindle Fire HDX 8.9 (2013), neben das aktuelle Fire HDX 8.9 legen, würde man denken, dass ein und dasselbe Tablet auf dem Tisch liegen würde. Das neue Modell macht trotz der schlanken Silhouette einen wertigen und robusten Eindruck. Gerade diese Beschaffenheit zwingt Amazon dazu, wieder die Hardware-Tasten für Lautstärkeregelung und zum Ein- und Ausschalten des Tablets auf die gummierte Rückseite zu verlegen. Diese Positionierung ist am Anfang sehr verwirrend und man erwischt sich dabei, dass man die schmalen Ränder nach diesen Tasten absucht und dabei nur auf den Kopfhörer- und den microUSB-Anschluss trifft. Es dauert einige Zeit, bis einem einfällt, dass sich die Tasten auf der Rückseite des Tablets befinden.

Haptisch macht das Fire Tablet einen guten Eindruck. Wie auch schon bei den kleineren Geschwistern, dem Fire HD 6 und dem HD 7, ist auch beim HDX 8.9 das Gehäuse mit einer gummierten und matten Oberfläche versehen. Dadurch liegt das sehr dünne Tablet richtig gut in der Hand, und auch Fingerabdrücke sind nur minimal zu sehen. Optisch weiß das Fire HDX 8.9 also zu gefallen, aber wie sieht es mit der neuen Hardware im Inneren aus?

Hardware: moderates Update

Wie eingangs beschrieben, hat Amazon gegenüber dem 2013er-Modell nur moderat an der Hardware-Ausstattung geschraubt. Statt eines Qualcomm Snapdragon 800 Quad-Core-Prozessors mit 2,2 GHz Taktung, steckt im neuen Modell der Snapdragon 805 mit 2,5 Gigahertz-Taktfrequenz. Mit der neuen CPU kommt auch ein neuer Grafikprozessor: Statt des Adreno 330 nutzt das 2014er-Modell den aktuelleren Adreno 420. Unverändert bleibt der 2 Gigabyte große Arbeitsspeicher und auch der interne Speicher beträgt weiterhin, je nach Modell, 16, 32 oder 64 GB.

Die ersten Benchmarks mit AnTuTu 5.1.5, welches man nicht aus dem Amazon App Store bekommt, sondern mittels der APK manuell installieren muss, ergaben einen beeindruckenden Wert von 45.514. Zum Vergleich: Das Sony XPERIA Z3 Tablet Compact kommt mit einem 2,5 GHz schnellen Snapdragon 801, 2 GB RAM und einer Adreno 330 GPU nach ersten Tests auf einen Wert von etwa 42.000. Unter Geekbench 3.0 erreichte das Fire HDX 8.9 im Single-Core-Test einen Wert von 1.089 und im Multi-Core-Test stolze 3.089. Das iPad mini 3 kommt in GeekBench 3 auf 1.384 beziehungsweise 2.495. Benchmark-Werte sind sicher interessant, um die reine Leistungsfähigkeit der Hardware auszuloten und vergleichbar zu machen. Über die Alltagstauglichkeit sagen die Punktzahlen aber wenig aus. Dafür ist es nämlich relevant, dass das Betriebssystem und die Hardware eine solide Einheit bilden und den Nutzer nicht mit unnötigen Wartezeiten nerven. Diese Aufgabe löst das Fire HDX 8.9 2014 mit Bravour, genauso wie sein Vorgänger.

Display: WQXGA-Pixelmonster

Das Display mit 8,9 Zoll wurde aus dem Vorgänger übernommen und löst immer noch mit stolzen 2.560 x 1.600 Bildpunkten auf. Mit einer Pixeldichte von 339 ppi schlägt der Bildschirm auf dem Papier das iPad mini 3 (326 ppi) und auch das Nexus 9 (288 ppi), nur das Samsung Galaxy Tab S 8.4 mit 359 ppi bietet eine höhere Pixeldichte. Im Alltag schlägt sich der Screen des Fire HDX 8.9 sehr gut: Der Betrachtungswinkel ist groß und es gibt kaum Farbverschiebungen. Das einzige, was stört, ist natürlich die starke Spiegelung, aber damit kämpft auch die Konkurrenz.

Amazon Fire HDX 8.9 (2014): Warum etwas gutes verbessern? Das WQHD-Display vom Vorgänger ist geblieben.

Software: Fire OS 4.0

Amazon nutzt wie auch schon bei den kleineren Fire HD-Tablets die aktuellste Version des eigenen Betriebssytems. Als Basis für Fire OS 4.0 dient Android 4.4 KitKat, jedoch hat Amazon nahezu alles rausgeworfen, was zu Google führen könnte. Es gibt keinen Google Play Store, kein Play Music, Play Movies und auch Play Books sind nicht unter Fire OS 4.0 zu finden. Verständlich, denn Amazon möchte hier sein eigenes Ökosystem platzieren. Sehr praktisch sind diese direkt in der oberen Menüleiste verankert und man hat direkt das Gefühl in Amazons Onlineshop zu sein. Auch werden als gigantische Icons die zuletzt verwendeten Apps auf der Startseite angezeigt. Das ist vor allem praktisch für die älteren Fire OS-Nutzer und die Neueinsteiger, die noch nie etwas mit Apples iOS oder Googles Android zu tun hatten. Verwirrend aber ist es für diejenigen, die schon in einer der Konkurrenz-Welten unterwegs waren.

Amazon Fire OS 4.0: An die Bedienung von Amazons Betriebssystem muss man sich erst einmal gewöhnen.

Alles in allem macht Fire OS 4.0 einen flotten Eindruck. Das Wechseln zwischen den Apps funktioniert flüssig und die ersten paar Minuten mit Sky Force 2014 verliefen erfreulicherweise und wie erwartet ohne irgendwelche Ruckler und Stotterer in der grafischen Darstellung des Spiels.

Kamera & Akkuleistung

Wie auch der Vorgänger besitzt das Fire HDX 8.9 wieder zwei Kameras: eine rückwärtige Hauptkamera mit einer Auflösung von 8 Megapixeln und eine Frontkamera, die mit 1 Megapixel auflöst. Interessanterweise hat Amazon der hinteren Kamera auch gleich einen LED-Blitz verpasst. Da sich dort wie auch beim Akku nichts verändert hat, verweise ich an dieser Stelle einfach mal auf den Test zum Amazon Fire HDX des Modelljahres 2013.

Ungewöhnlich: Amazon spendiert dem HDX 8.9 einen LED-Blitz.

Fazit:

Mit dem 2014er-Modell hat Amazon ein kleines Hardware-Update vollzogen. Mehr war bei der technischen Basis auch nicht zu verbessern. Das Betriebssystem wurde auch im gleichen Zuge aktualisiert, doch muss man sich dafür nicht gleich ein 2014er-Modell anschaffen, wenn man schon den Vorgänger besitzt. Das Software Update soll nämlich auch noch für das 2013er-Modell erscheinen. Für Amazon Prime Mitglieder ist das Fire HDX 8.9 bestimmt ein attraktives Tablet, da man dann die Vorzüge von Prime Video auch unterwegs nutzen kann.

Preislich gesehen ist das Fire HDX 8.9 von Amazon durchaus attraktiv. Die günstigste WiFi-only-Variante mit 16 GB kostet 379,- Euro. Genauso viel kostet auch ein Sony XPERIA Z3 Tablet Compact mit 16 GB als WiFi-only-Variante. Das Amazon Fire HDX 8.9 ist von der reinen Leistung her allerdings stärker und kommt mit einem WQHD-Display daher. Das von der Displayauflösung vergleichbare Galaxy Tab S 8.4 wird von Samsung als 16-GB-Variante ohne LTE mit 399,- Euro angepriesen und ist somit minimal teurer als das Amazon Fire HDX 8.9. Wer die Wahl hat, der hat also wieder einmal die Qual…


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