Android 10 Q im ersten Hands-On: Die Zukunft ist Voice

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Mit Android 10 Q wird auch das Navigieren mit Google Maps einfacher.
Mit Android 10 Q wird auch das Navigieren mit Google Maps einfacher. (© 2019 Google)

Dark Mode, neue Gestenfeatures, eine aufgeräumtere, schnellere Oberfläche und mehr direkte Interaktion über den Home-Screen. Android 10 Q kann so einiges, aber so richtig spannend wird es Ende des Jahres. Denn Google sieht die Zukunft in Voice, sogar Mega-Star John Legend redet mit euch. Werden wir etwa in Zukunft mehr mit unserem Android-Smartphone sprechen, als auf ihm zu tippen? 

Googles Hausevent Google I/O hatte dieses Jahr eine besondere Headline “Wir wollen ein Google bauen, das für alle mehr Hilfe bietet“. Und genau das tun sie. Augmented Reality erhält in Android 10 Q Einzug in unseren Alltag; in Applikationen, die sich in unser Leben integriert haben. Google Maps etwa. Fragen wir jetzt nach einem speziellen Restaurant, wird es in Street View als blau markiertes Objekt angezeigt und große Pfeile leiten uns hin. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber sehr praktisch.

Wie oft haben wir vorher auf die Karte geschaut, gecheckt, ob wir das Smartphone richtig halten, in welcher Straße wir uns gerade befinden? Street View und Augmented Reality unter Android 10 Q machen diesen Prozess etwas smoother. Es ist eine kleine Hilfe, ein kleines Software-Werkzeug mit großer Auswirkung. Oh und wer Englisch spricht, kann sich in Zukunft seine Termine auch von John Legend vorlesen lassen. Kann man ja mal machen.

Der Fan-Favorite: Dark-Mode für Android

Wir alle lieben Design und wir alle lieben es, Design zu variieren. Insbesondere Dark-Modes sind ein Trend, der nicht mehr wegzudenken ist: Apple hat ihn mit macOS Mojave für alle iMacs und MacBooks ausgespielt sowie mit iOS 13. Jetzt kommt er auch für Android 10 Q und zwar als System-weites Update für Android 10 Q. Einfach von oben nach unten wischen, schon wird Dark Theme als neuer Menü-Punkt im Swipe-Menü neben der Taschenlampe und dem Batteriesparmodus angezeigt. Einmal aktiviert, wird nicht nur der Hintergrund schwarz und die Android-eigenen Menü-Items hellblau, sondern auch zahlreiche Google Apps: 

  • Google Fotos
  • Google Kamera
  • Google Kalendar
  • Google Playstore 

Google arbeitet zumindest in seiner Beta-Version von Android 10 Q mit einem sehr dunklen, tiefen Schwarz, entsprechend sollte das theoretisch auch Akku sparen. Wir müssen das aber erst noch intensiver testen; die Android Q-Beta3 wurde erst am Abend der Google I/O ausgesendet, ist nicht final Performance-optimiert und es kann zu Instabilitäten kommen.

Wir würden also noch nicht empfehlen sie auf das eigene Haupt-Smartphone zu installieren, solche Betas sind eher für App-Entwickler und Journalisten als Ausblick konzipiert, weniger für den direkten Einsatz im Alltag. Wer noch ein zweites Android-Smartphone hat, kann die erste Beta-Version aber gerne jetzt im Mai 2019 ausprobieren.

Folgende Telefone sollen die Android 10 Q Beta erhalten:

  • Google Pixel 3
  • Google Pixel 3 XL
  • Google Pixel 3a
  • Google Pixel 3a XL
  • Google Pixel 2
  • Google Pixel 2 XL
  • Google Pixel
  • Google Pixel XL
  • Asus Zenfone 5Z
  • Essential Phone
  • Huawei Mate 20 Pro
  • LG G8
  • Nokia 8.1
  • OnePlus 6T
  • Oppo Reno
  • Realme 3 Pro
  • Sony Xperia XZ3
  • Techno Spark 3 Pro
  • Vivo X27
  • Vivo Nex S
  • Vivo Nex A
  • Xiaomi Mi 9
  • Xiaomi Mi Mix 3 5G
  • Samsung arbeitet mit seiner eigenen UI. Der Erfahrung nach dauert es etwas diese anzupassen, Rollouts für Galaxy S10, S9, Note 9 etc. wurden noch nicht angekündigt,
  • Huawei und Honor: Auch diese Hersteller haben das Update noch nicht angekündigt. Wir halten euch auf dem Laufenden. Weitere Infos gibt's hier.

Unterdessen hat Google seine UI für Android 10 entschlackt; es gibt jetzt insgesamt weniger Buttons. Fans wird auffallen, dass unten jetzt nur noch eine weiße Bar zu sehen ist, die als Hauptbutton dient. Wie also geht man in der Beta 1 vor und zurück, etwa bei Websites?

Einfach mit dem Finger auf der linken Seite nach links swipen, um eine Seite zurück zu gehen. Und auf der rechten Seite nach rechts swipen, um eine nach vorne zu gehen - funktioniert natürlich nur, wenn ihr vorher zurückgesprungen seid. Die weiße Bar dient i übrigens auch für den Haupt-Hub fürs Multi-Tasking: Ihr könnt jetzt einmal nach oben wischen, um alle Fenster nebeneinander anzuzeigen, was sehr praktisch ist.

Google Assistant: „Hey Google, mach mich effizienter“

Während Android 9 Pie das letzte große Feature-Update war, ist Android 10 Q vor allem auf Effizienz ausgelegt. Erhaltet ihr jetzt eine Nachricht, wird diese in den Notifications angezeigt und ihr habt die Möglichkeit, mit vorkonfigurierten Antworten zu interagieren. „Klar gerne“ oder „Klar gerne, wann?“. Es gibt auch einen Button, der Google Maps öffnet. Ihr könnt dann eine Location anwählen, beispielsweise ein Restaurant oder Bar und die Adresse direkt an den Kontakt übermitteln. Wieder so eine praktische Kleinigkeit.

Laut Google werden diese Daten nur auf dem Gerät gespeichert und nicht an Googles Servers übermittelt. Generell steht die Privatsphäre hoch auf der Prioritätenliste für das kalifornische Unternehmen. Ihr könnt jetzt dediziert einstellen, welcher Service und welche App GPS-Zugriff erhält. Das wird auch im Haupt-Swipe-Menü angezeigt. Dort steht dann zum Beispiel „Strava hat Ihre Location verwendet“. Klar, muss es ja - Strava ist eine Fitness-App, ohne GPS-Koordinaten kann sie nicht arbeiten. 

Google, buch mir ein Auto

Auf der I/O hat Google zudem gezeigt, wie in Zukunft die Spracheingabe unser Leben drastisch effizienter und einfacher gestalten soll. Spannendes Beispiel: Google Kalender erkennt einen Termin, der morgen in einer anderen Stadt beginnt. Es weiß, wo wir hin wollen und wir haben ihm erlaubt, unsere Reisepass-Daten zu speichern.

Sagt Googles CEO Sundar Pichai jetzt „Hey Google, buche einen Mietwagen auf XY für meinen nächsten Trip", dann öffnet Google (in der Demo) dann automatisch die Website, sucht das passende Angebot für diesen Tag, füllt alle Daten aus und Pichai muss es nur noch abschicken.

Basierend auf Machine Learning sollen wir sogar Android erlauben können, unsere E-Mail-Accounts auszulesen, damit der Google Assistant weiß „aha, mein Besitzer mag BMW, Audi etc.“ Und damit er weiß, ob wir alleine oder mit Familie reisen, was die Autowahl entsprechend beeinflusst. 

Die nächste Generation von Google Voice

Der Sprachassistent soll in Zukunft generell sehr viele Eingaben überflüssig machen: „Hey Google, zeig mir John Legend auf Twitter.“ Der Voice-Assistant versteht, welche App er öffnen und welches Profil er auswählen muss. Faszinierend zudem: „Hey Google, finde eine Lyft-Fahrt zu meinem Hotel“ führt dazu, dass automatisch in der App von Lyft (Konkurrent von Uber, kommt 2019 nach Deutschland) nach einer Fahrt zur Adresse des Hotels der Managerin von Google gefunden wird – die Adresse hat Google automatisch aus ihrer Buchungsbestätigung via E-Mail gezogen.

Interessant dabei: Ihr müsst nicht mehr permanent „Hey Google“ sagen, einmal reicht. Dadurch führt man mehr eine Konversation mit seinem Android-Smartphone, als mit einem Computer zu sprechen. Der Algorithmus geht aber noch einen Schritt weiter: „Zeig mir meine Google Fotos aus dem Yellowstone-Nationalpark. Die mit Tieren“ zeigt auch wirklich nur die Fotos mit Tieren an und lässt sich per Sprache problemlos in der Demo via Messages schicken.

Schon bald geht es los. Noch dieses Jahr sollen Pixel-Phones mit dem großen Voice-Feature-Update beliefert werden.

Samsung arbeitet mit seiner eigenen UI. Der Erfahrung nach dauert es etwas diese anzupassen, Rollouts für Galaxy S10, S9, Note 9 etc. wurden noch nicht angekündigt, Huawei und Honor: Auch diese Hersteller haben das Update noch nicht angekündigt. Wir halten euch auf dem Laufenden. Weitere Infos gibt's hier.

 

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