Apple iPad 9.7 (2018) im Test: Das beste Tablet für Jedermann

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Das neue iPad unterstützt den Apple Pencil
Das neue iPad unterstützt den Apple Pencil(© 2018 CURVED)

Gerade einmal 349 Euro kostet das neue iPad von Apple. Damit ist es 50 Euro günstiger als die Version aus 2017. Statt bei dem Preis den Rotstift anzusetzen, spendiert Apple dem Tablet sogar noch eine neue Funktion. Der Test.

Genügend Leistung, scharfes Display und günstiger Preis. Eigentlich brachte das iPad aus 2017 doch schon alles mit, was man als Tablet-Einsteiger braucht. Und doch unter- und überbietet Apple sich 2018 mit dem Nachfolger, dem iPad 9.7 (2018). Unterbietet, weil das die Neuauflage schon ab 349 Euro und damit 50 Euro günstiger als im Vorjahr zu bekommen ist. Überbietet, weil das Tablet nicht einfach nur noch mehr Leistung bietet.

Wie fühlt sich das neue iPad an?

Bei dem günstigen Preis ist von vornherein klar: Ein neues Design im Stile des iPhone X mit der ikonischen "Notch" und der Gesichtserkennung Face ID ist hier nicht drin. Muss es aber auch gar nicht sein. Das neue iPad kommt im gleichen Aluminum-Gehäuse wie sein Vorgänger. Heißt: Maße und Gewicht (469 Gramm) sind identisch mit dem 2017er-Modell. Es heißt auch: Es ist dünn und leicht, passt so in fast jede Tasche. Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig.

Durch das unveränderte Design hat das iPad einen hohen Wiedererkennungswert: Das Display misst 9,7, darunter befindet sich Touch ID, also der Fingerabdrucksensor. Die Rückseite wird vom Apple-Logo und bei der LTE-Version von der Mobilfunk-Antenne geziert. Darunter steht auf dem Gehäuse noch die einfachste und fürs Tablet passendste Beschreibung: iPad. Es fühlt sich an wie ein iPad, es bedient sich wie ein iPad, es ist ein iPad. So einfach ist das.

Was kann man mit dem neuen iPad machen?

Mehr Leistung als im Vorjahr

War das Modell aus 2017 vor allem eine Medienmaschine, mit der ihr bequem und hochauflösend Inhalte von Netflix, YouTube und Co. anschauen und eBooks lesen konntet, wird das neue iPad auch für all jene interessant, die mit dem Tablet arbeiten wollen. Das liegt zum einen am "A10 Fusion"-Prozessor aus dem iPhone 7, der die nötige Rechenleistung zum Bewältigen aller Aufgaben bereitstellt. Die Multitasking-Möglichkeiten, die Apple mit iOS 11 auf dem iPad stark verbessert hat, sind für das Gerät kein Problem. Zwei Apps laufen ohne Probleme im Splitscreen-Modus. Auch "Augmented Reality"-Apps funktionieren problemlos.

Zum anderen unterstützt nun auch Apples günstigstes iPad den Apple Pencil. Die Verwendung des Stylus war zuvor iPad-Pro-Nutzern vorbehalten. Diese Änderung hat natürlich einen Grund: In den USA verkauft Apple das neue iPad günstig an Schulen, die es wiederum ihren Schülern zur Verfügung stellen. Der separat erhältliche Apple Pencil (99 Euro) ist da ein wichtiges Werkzeug.

Deswegen hat Apple seine iWork-Apps, also die Textverarbeitung Pages, die Tabellenkalkulation Numbers und den Präsentationsbaukasten Keynote für die Verwendung mit dem Apple Pencil angepasst. In Pages könnt ihr jetzt zum Beispiel Textpassagen markieren und mit Kommentaren versehen. Natürlich funktionieren auch alle anderen Apps, die auf den Stylus ausgelegt sind, darunter Pixelmator, Linea Sketch oder Notability.

Viele Möglichkeiten für Kreative

Wie auf dem iPad Pro klappt das Schreiben und Zeichnen mit dem Stift auf dem Display ohne wirkliche Verzögerung. Weil sich meine Zeichenkünste allerdings in Grenzen halten, habe ich jemanden gebeten, ein Bild zu malen, der sich damit wirklich auskennt: Lovis ist sieben Jahre alt und geht in die zweite Klasse. Malen ist quasi ihr Job. Ihr erstes Fazit bei der Benutzung des Apple Pencil: anders. Danach ging das Malen aber doch ganz leicht.

Die Kreativität seiner Nutzer fördert Apple darüber hinaus mit Anwendungen wie iMovie oder Clips. Beides sind Apps, mit denen sich Videos auf dem Tablet bearbeiten lassen. Für Musiker hat das Unternehmen eine verbesserte Version von GarageBand im Angebot. Die App bietet nun zum Beispiel ein optionales Tonpaket, unter anderem mit Tierlauten, zum Download an. Wer sich kreativ austoben will, ist hier also an der richtigen Adresse.

Auf Wunsch macht der Apple Pencil das neue iPad zum Notizblock.(© 2018 CURVED)

Abseits davon kann man natürlich auch auf dem neuen iPad ohne Probleme Medien konsumieren oder Spiele spielen. Das Display bietet mit 2048 x 1536 Pixel eine ausreichend hohe Auflösung und überzeugt darüber hinaus mit satten Farben, starken Kontrasten und einer guten Ausleuchtung. So machen Netflix-Serien oder ein paar Runden des angesagten Multiplayer-Hits "Fortnite" schön viel Spaß. Aber nur, wenn der Lehrer gerade nicht schaut.

Was muss man noch wissen?

Auch fotografieren könnt ihr mit dem iPad, wenn ihr es wirklich darauf anlegt. Auf der Rückseite verbaut Apple eine Kamera mit 8 Megapixeln, die für einen schnellen Schnappschuss ausreicht. Die 1,2-Megapixel-Kamera taugt dagegen weniger fürs hochauflösende Selfies, sondern eher für Videotelefonie. Für detailreiche Selbstporträts greift ihr besser zum iPhone.

Was fehlt, ist eine Aufbewahrungsmöglichkeit für den Apple Pencil. Wer sich das iPad zusammen mit dem Stift kauft, läuft Gefahr, diesen zu verlieren. Zwar bietet Apple auch ein Tastatur-Cover mit Halterung für den Stift an. Das ist aber nur mit "iPad Pro"-Modellen kompatibel. Der Grund: Das neue iPad hat keinen Smartconnector, über den ihr die Tastatur anschließen könnt. Wollt ihr längere Texte schreiben, braucht eine Bluetooth-Tastatur.

Wer sich fürs iPad entscheidet, hat übrigens lange etwas davon. Nicht nur, weil der Akku mit einer Laufzeit von rund zehn Stunden ziemlich genau Apples Angaben erreicht, sondern auch, weil das Unternehmen dafür bekannt ist, seine Geräte jahrelang mit Betriebssystem-Updates zu versorgen. Das iPad 4 profitierte zum Beispiel vier Jahre von dieser Regelung, war nach dem Verkaufsstart also fünf Jahre mit aktueller Software ausgestattet. Das dürft ihr auch vom neuen iPad erwarten.

Preise und Verfügbarkeit

Das neue iPad ist ab sofort in Silber, Gold und Grau verfügbar. Die günstigste Version mit 32 Gigabyte kostet 349 Euro, das Modell mit 128 Gigabyte 439 Euro. Entscheidet ihr euch für die LTE-Variante zahlt ihr 479 Euro für 32 Gigabyte Speicher und 569 Euro für 128 Gigabyte.

Fazit: ein konkurrenzlos gutes Tablet

Im Preisbereich bis 500 Euro gibt es aktuell kein Tablet, das mit dem iPad Schritt halten kann. Das war schon 2017 so. Mit der neuen Ausstattung, dem günstigeren Preis und der Unterstützung des Apple Pencil untermauert Apple diese Vormachtstellung aber noch einmal deutlich. Im Klartext: Sucht ihr aktuell ein Tablet, egal ob zum Lesen von eBooks, zum Anschauen von Serien, zum Zocken oder zum Arbeiten mit dem Stylus: Das neue iPad ist das richtige Gerät für euch.

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