Archos 55 Diamond Selfie im Test: der glanzlose Diamant

Supergeil !16
Das Archos 55 Diamond Selfie besteht vorne und hinten aus Glas
Das Archos 55 Diamond Selfie besteht vorne und hinten aus Glas(© 2016 CURVED)

Ein Smartphone mit guter Kamera für 250 Euro? Das Archos 55 Diamond Selfie möchte genau das sein. Wir machen den Test mit dem Mittelklasse-Smartphone.

Das Archos 55 Diamond Selfie ist vorne und hinten aus kratzfestem Glas gefertigt. Dadurch sieht es am Anfang zwar schick aus, liegt aber nicht so gut in der Hand, da die Rückseite sehr glatt ist. Außerdem zeichnen sich auf dem schwarzem Glas sehr leicht Fingerabdrücke ab, was der Optik nicht gerade zuträglich ist. Die Kamera steht auf der Rückseite einen Millimeter hervor und kratzt dadurch auf dem Untergrund, wenn Ihr es flach auf den Tisch legt.

Helles, farbtreues Display

Das Archos 55 Diamond Selfie ist mit einem 5,5 Zoll IPS-Display ausgestattet, das sehr blickwinkelstabil ist und mit Full-HD (1920 x 1080) auflöst. Die Pixeldichte liegt bei 401 ppi, sodass der Bildschirm sehr scharf wirkt. Das Display ist hell und stellt die Farben leuchtend dar. Hardware-Tasten für die Menüsteuerung gibt es unter dem Bildschirm nicht. Diese werden ausschließlich auf dem Touch-Display angezeigt.

Der Achtkern-Prozessor (Qualcomm MSM8937) taktet mit 1,4 GHz und wird durch vier Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt. Im Alltag reicht die Leistung, damit das System nicht ruckelt. Bei Spielen kommt es aber ab und an zu Hängern. In unseren Benchmarktests erreicht das Diamond Selfie im Single Core 646 Punkte und im Multi Core 2104 Punkte. Bei AnTuTu schafft es eine solide Mittelklasse-Leistung von 44.411 Punkten. Verlangen wir dem Smartphone aber einiges an Leistung ab, beispielsweise bei den Benchmark-Tests, Spielen oder längerem Benutzen der Kamera, wird es unangenehm warm.

Auf der Rückseite befindet sich der Fingerabdrucksensor. Von diesem war ich im Test sehr enttäuscht. Zuerst dauert es ewig, bis der erste Scan der Finger abgeschlossen ist, dann werden diese beim Entsperren selten erkannt. Und wenn sie erkannt werden, ist die Entsperrzeit dennoch länger als bei allen Geräten, die ich bisher getestet habe.

Für Apps, Fotos und Videos hat das Diamond Selfie auf den internen 64 Gigabyte genug Platz. Wer dennoch mehr benötigt, kann per microSD-Karte den Speicher jederzeit erweitern. Dann müsst Ihr aber auf die zweite SIM-Karte verzichten, auf deren Platz die micro-SD eingeschoben wird.

Die Kamera enttäuscht

Bei einem Smartphone mit dem Namen "Selfie" erwarten wir eigentlich eine starke Frontkamera. Diese hat auch eine Auflösung von acht Megapixeln und bietet einen Displayblitz, der, so die Werbung, "sogar bei Nacht für die schärfsten Selfies" sorgt. Auf unseren Testbildern könnt Ihr sehen, dass im Dunkeln so gar nichts an Selfies möglich ist – sehr enttäuschend. Bei Tag sehen die Bilder schärfer aus, haben aber einen Blaustich. Wenn wir durch einen Tipp aufs Display den Fokus ändern wollen, kann es dabei im automatischen Modus zu starken Überbelichtungen kommen.

Die Rückkamera löst mit 16 Megapixeln auf und produziert eher blasse Bilder. Enttäuscht waren wir hier vor allem vom Autofokus und vom Auslöser, die beide sehr lange brauchen. Der Fokus stimmt oft nicht, sodass die Bilder oft unscharf aufgenommen werden. Außerdem ruckelt das Bild oft extrem, wenn wir die Kamera bewegen und wir uns nicht gerade in einer superhellen Umgebung befinden. Bis es sich dann gefangen hat und wir das Foto auslösen können, vergeht auch wieder einiges an Zeit.

Preis und Verfügbarkeit

Das Archos 55 Diamond Selfie wird zum Marktstart 250 Euro kosten. Ab wann genau es erhältlich sein wird, haben wir angefragt und reichen die Information zu gegebener Zeit an dieser Stelle nach.

Fazit: Mehr erwartet!

Gerade durch den Zusatz "Selfie" im Namen haben wir trotz des geringen Preises mehr von den Kameras erwartet. Da haben andere Mittelklasse-Smartphones unter 300 Euro weniger Probleme. Auch dass der Fingerabdrucksensor so unzuverlässig funktioniert, nervt. Wer aber ein günstiges Smartphone mit großem farbstarken Display sucht, findet hier vielleicht einen günstigen Begleiter.


Weitere Artikel zum Thema
Das HTC U Ultra im ausführ­li­chen Test [mit Video]
Jan Johannsen6
UPDATEHer damit !64Das HTC U Ultra verfügt über ein zweites Display.
Das HTC U Ultra verfügt über ein zweites Display, das Euch nebenher mit Infos versorgen und so die Bedienung erleichtern soll. Braucht man das?
Video zeigt Display-Auftei­lung des LG G6
Guido Karsten
LG G6 YouTube LG Mobile Global
LG macht keinen Hehl daraus, dass mit dem LG G6 ein neues Premium-Smartphone naht: In zwei neuen Videos werden die ersten Features beleuchtet.
Preis­rutsch zum MWC 2017 erwar­tet: Galaxy S7 und Co. werden güns­ti­ger
1
Her damit !5Nach dem MWC 2017 könnten das Galaxy S7 Edge und weitere Top-Smartphones aus 2016 deutlich günstiger werden
Nach dem MWC 2017 sollen viele Vorzeigemodelle wie das Galaxy S7 deutlich weniger kosten. Dabei sollen die Preise um bis zu 20 Prozent fallen.