Asus ZenBook Flip im Test: das Notebook mit der großen Klappe

Her damit !15
Das Asus ZenBook Flip
Das Asus ZenBook Flip(© 2016 CURVED)

Tablets sind kompakt und handlich, haben aber keine Tastatur. Die besitzen dafür Laptops, mit denen man wunderbar unterwegs arbeiten kann. Dann müsste doch die Kombination aus beiden Geräten ein idealer Begleiter sein. Das dachte sich Asus beim ZenBook Flip und hat ein Notebook gebaut, dessen Bildschirm Ihr um 360 Grad drehen könnt und dann ein Tablet in der Hand haltet. Wie hilfreich das in der Praxis ist, erfahrt Ihr in unserem Test.

13,3 Zoll, 13,9 Millimeter und 1,3 Kilogramm – fast könnt man meinen, die 13 sei in Taiwan eine Glückszahl. Aber diese Häufung bei den Eckdaten de Asus ZenBook Flip ist dann doch eher nur Zufall. Optisch gefällt der Metall-Look mit einem dezenten kreisrunden Muster auf dem Deckel besser als das an dieser Stelle eher langweilige Lenovo Yoga 900S. Unter den Laptops gehört das Convertible damit zu den leichteren und dünneren Modellen, enthält aber ein Bauteil, das für den Unterschied sorgt.

Tastatur besser als beim Surface von Microsoft

Was das Asus ZenBook Flip von anderen flachen und leichten Ultrabooks unterscheidet, ist das Gewinde am Display. Mit Ihm dreht Ihr den Bildschirm um bis zu 360 Grad und legt ihn quasi unter die Tastatur. Die Idee ist dann, das ZenBook Flip als Tablet in der Hand zu halten, während die Tastatur nach unten zeigt. Sobald Ihr die Grenze von 180 Grad, bzw. eines gerade ausgestreckten Displays, überschritten habt, schaltet das Convertible automatisch in den Tablet-Modus von Windows 10 und deaktiviert die Tastatur und das Touchpad, um ungewollte Eingaben zu verhindern.

Allerdings ist das ZenBook Flip ein großes und schweres Tablet, das man nur kurz in der Hand – oder beim Spielen auch in den Händen – halten möchte. Zudem ist es durch seine Größe und die Tastatur auf der Rückseite deutlich unhandlicher als andere Tablets. Wer oft den Tablet-Modus benötigt, sollte sich lieber nach einem Surface umschauen, das als Tablet eine deutlich bessere Figur macht.

Dagegen punktet das ZenBook Flip mit einer richtigen Notebook-Tastatur, mit der sich auf dem Schoß besser tippen lässt als auf den Ansteck-Tastaturen des Surface. Die einzelnen Tasten haben einen weder zu weichen, noch zu harten und für meinen Geschmack genau richtig langen Hub. Insgesamt gibt das Gehäuse beim Tippen nach. Das ist nicht schlimm, stört mich aber, da ich auf wirklich feste Tastaturen stehe.

Im Zelt-Modus befindet sich das Convertible im Tablet-Modus und steht auf der Unterkante der Tastatur und der Oberkante des Displays. Da sich der Inhalt automatisch dreht, ist das kein Problem. Dieser Modus ist ideal, wenn Ihr Filme oder Serien schauen wollt. Denn so nimmt das ZenBook weniger Raum ein und bleibt auch auf dem Sofa oder Bett kühl.

Ein Display zum Anschauen und Anfassen

Das ZenBook Flip verfügt über ein 13,3 Zoll großes Display, das bei unserem Testgerät eine völlig ausreichende Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln bietet. Asus verkauft das Convertible aber auch mit einer Auflösung von 3200 x 1800, die sich vor allem durch eine höhere Pixeldichte von 276 ppi auszeichnet. Aber auch die 166 ppi unseres Testgerätes sind ausreichend scharf. Die Farben sehen natürlich und kräftig aus, nur den nach Herstellerangaben 178 Grad großen Blickwinkel ziehe ich in Zweifel. Zwar kann man bei einem so starken Betrachtungswinkel mit ach und krach noch was auf dem Bildschirm erkennen, aber nicht gut.

Der Touchscreen reagiert schnell und präzise auf Berührungen mit den Fingern. Nicht nur im Tablet-Modus, sondern auch, wenn ich das ZenBook Flip als Notebook nutze. So gut, dass ich lieber mit dem Finger auf den Bildschirm tippe, als das Touchpad zu benutzen, denn das reagiert mir zu träge und ungenau.

Zum Arbeiten, für die Unterhaltung – nicht zum Spielen

Das Asus UX360CA, wie die technische Bezeichnung für das ZenBook Flip lautet, steht in verschiedenen Ausstattungsvarianten in den Regalen. Ihr könnt unter anderem zwischen einem m3-, m5- oder m7-Prozessor von Intel und einem 128, 256 und 512 Gigabyte großen SSD-Speicher wählen. Zum Test stand uns das Modell mit dem Core m3, der bis maximal 1,5 Gigahertz taktet, und 256 Gigabyte Speicherkapazität zur Verfügung. Acht Gigabyte Arbeitsspeicher stehen, wie bei allen anderen Varianten des ZenBook Flip, bereit.

Im Alltag lässt die Ausstattung Windows 10 Home flüssig laufen und typische Anwendungen schnell laden. Surfen, Mailen, Videostreams schauen usw. stellen kein Problem dar. Für Programme, wie Grafikanwendungen oder Spiele, die viel Rechenkraft benötigen, ist das ZenBook Flip nicht gedacht – auch nicht mit dem Core m7 von Intel. Auf unserem Testgerät liefen aber immerhin typische Tablet-Games wie Asphalt 8 flüssig. Aber selbst in die Jahre gekommene Triple-A-Titel, wie GTA IV, stellten noch zu hohe Ansprüche – kein Wunder bei einem integrierten Grafikchip Intel HD 515 anstelle einer richtigen Grafikkarte. Beim Zocken wurde aber wieder deutlich, dass das Convertible ein großes und schweres Tablet ist. Für mehr als zwei Rennen am Stück müsste ich regelmäßig ins Fitnessstudio gehen.

Asus wirbt damit, dass der Akku des ZenBook Flip bis zu zwölf Stunden lang durchhält. Das ist ein Bestwert mit idealen Einstellungen. Während des Tests habe ich zum Beispiel mit Standard-Einstellungen und einer Displayhelligkeit von 50 Prozent rund 1,5 Stunden Serien geschaut – natürlich im Zelt-Modus – und dabei etwa 25 Prozent der geladenen Energie verbraucht. Grob gerechnet bliebe so am Ende eine Akkulaufzeit von sechs Stunden, die man mit einigen stromsparenden Einstellungen sicherlich noch in die Länge ziehen kann.

Button-Wirrwarr

Was mich beim Asus ZenBook Flip richtig genervt hat, sind die Tasten an der Seite. Aufwecken über die Tastatur klappt nicht. Deswegen musste ich immer die Einschalttaste drücken, die aber an der nach unten zeigenden Seite des Randes sitzt und nicht gerade gut zu erreichen ist. Im Tablet-Modus ist sie dagegen gut zu erreichen. Daneben befindet sich eine Lautstärke-Taste, die für Tablet- und Zelt-Modus gedacht ist. In ihnen ist sie richtig herum. Verwendet Ihr das ZenBook dagegen im Laptop-Modus, sitzt sie falsch herum, sodass sich hier die Lautstärkeregelung über die Tastatur empfehlt. Zum Schluss noch ein nebensächliches Detail: Ladet Ihr das Notebook auf, könnt Ihr das nicht dort sehen, wo das Ladekabel im Gehäuse steckt. Denn irgendwie kam man bei Asus auf die wenig sinnvolle Idee, die Lade-Leuchte genau auf der anderen Seite anzubringen.

Fazit

Je nach Ausstattung liegt die unverbindliche Preisempfehlung von Asus für das ZenBook Flip zwischen 799 und 1199 Euro.

Das Asus ZenBook Flip ist als Convertible eine Mischung aus verschiedenen Geräten. Somit bleibt es am Ende...ein Kompromiss. Die Anschaffung lohnt sich nur, wenn man es nicht nur als Notebook einsetzen will. Das sollte zwar das häufigste Anwendungsszenario sein, aber da käme man angesichts der Leistung auch günstiger davon. Eine schöne Zugabe ist der Zelt-Modus, mit dem sich das ZenBook Flip mehr als herkömmliche Laptops für Video-Streaming empfiehlt. Auch gegen die gelegentliche Verwendung als Tablet spricht nichts. Aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es schlicht kein lupenreines Tablet ist.


Weitere Artikel zum Thema
Xiaomi Redmi 4 Prime im Test
Jan Johannsen3
Her damit !10Das Xiaomi Redmi 4  Prime
8.3
Das Xiaomi Redmi 4 Prime ist das nächste Smartphone des chinesischen Herstellers mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Test.
Runkee­per: Update erlaubt Apple Watch-Nutzern GPS-Tracking ohne iPhone
2
Die Apple Watch Series 2 kann Eure Läufe mit Runkeeper durch das GPS-Modul auch ohne iPhone tracken
Für die App Runkeeper rollt ein neues Update aus: Künftig greift die Software auf das in der Apple Watch Series 2 integrierte GPS-Modul zurück.
Apple Watch Series 2: Vier neue Werbe­spots pünkt­lich zur Weih­nachts­zeit
2
Supergeil !5Die Apple Watch Series 2 als Weihnachtsgeschenk
Pünktlich zu den Weihnachts-Feiertagen hat Apple vier Clips veröffentlicht, um die Apple Watch Series 2 und deren Funktionen zu bewerben.