Asus Zenfone 2 Deluxe, Selfie und Laser im Test

Eine auffällige Rückseite, eine große Frontkamera und ein schneller Autofokus: So will Asus das Zenfone 2 Deluxe, Zenfone Selfie und Zenfone 2 Laser von der Masse abheben. 

Auf der IFA im September 2015 habe ich bereits erstmals einen Blick auf das Zenfone 2 Deluxe, das Zenfone Selfie und das Zenfone 2 Laser werfen können. Jetzt im Januar sind die Geräte endlich verfügbar. Ich konnte sie ausführlich testen, wobei ich jeweils den Schwerpunkt auf das vermeintliche Alleinstellungsmerkmal gelegt habe.

Zenfone 2 Deluxe: Polygon-Rückseite und mehr Speicher

Das Zenfone 2 Deluxe ist nahezu identisch mit dem Zenfone 2. Auffälligster Unterschied ist die Rückseite. Die Polygone machen das Smartphone zu einem echten Hingucker. Im ersten Moment fühlt es sich ungewohnt an, ist aber nicht unangenehm und sogar noch etwas griffiger als eine glatte Rückseite.

Den großen Nachteil des abnehmbaren Kunststoff-Covers entdeckte ich, als das Zenfone 2 Deluxe auf dem Tisch lag - und ich bin jemand, der sein Smartphone gerne ablegt und dann bedient. Geräte mit abgerundeten Rückseiten liegen etwas kippelig auf Tischen und anderen geraden Oberflächen, aber das Deluxe ist durch die Polygone so instabil, dass es für mich nur in der Hand nutzbar ist und sich liegend nicht tippend bedienen lässt.

Einen kleinen Unterschied gibt es bei der Ausstattung noch. So verfügt das Zenfone 2 Deluxe über 64 oder 128 Gigabyte per microSD-Karte erweiterbaren Speicherplatz. Ein 16- oder 32-Gigabyte-Modell gibt es nicht. In Bezug auf den Intel-Prozessor, das 5,5 Zoll große Full-HD-Display sowie die 13-Megapixel-Kamera und Android 5.0 Lollipop mit der ZenUI gilt immer noch, was ich schon beim Test des Zenfone 2 feststellte: Das Zenfone 2 war bei seiner Ankündigung ein überraschend gut ausgestattetes Top-Gerät mit attraktiven Preis. Mit dem späten Verkaufsstart in Deutschland hat Asus allerdings viele Chancen verpasst. Dazu kommen eine nicht aktuell gehaltene Software und der mit 499 Euro deutlich höhere Preis.

Zenfone Selfie: Große Kamera vorn und kein Intel inside

Wie schon HTC beim Desire Eye setzt auch Asus beim Zenfone Selfie auf Nutzer, die ihre Selbstporträts mit einer besseren Kamera machen wollen. Deswegen befindet sich auf der Vorderseite des Smartphones, genau wie auf der Rückseite, eine 13-Megapixel-Kamera, die nicht nur eine höhere Auflösung als die überwiegende Mehrheit der Selfie-Kameras hat, sondern auch ein größeres Objektiv, durch das mehr Licht auf den Sensor fallen kann.

Die Selfies sind wirklich deutlich besser als bei den sonst üblichen Frontkameras mit fünf oder acht Megapixeln. Die Fotos sind nicht nur größer, sondern auch detaillierter und kommen mit natürlicheren Farben. Zwei Unterschiede gibt es zwischen den Kameras des Zenfone Selfie: Die Frontkamera hat einen weiteren Winkel, dafür verfügt die rückseitige Kamera über einen Laser-Autofokus, der Motive nicht viel, aber im direkten Vergleich doch spürbar schneller scharf stellt.

Äußerlich ist das Zenfone Selfie - von der Selfie-Kamera und dem dadurch minimal größeren Gehäuse einmal abgesehen - mit dem Zenfone 2 identisch. Der 5,5 Zoll große Touchscreen verfügt über eine Full-HD-Auflösung, ist aber im direkten Vergleich grünstichig. Die Kunststoff-Rückseite ist abnehmbar und gibt den Blick auf die zwei SIM-Karten-Schächte und den Steckplatz für eine microSD-Karte frei. Der Akku hat zwar ebenfalls eine Kapazität von 3000 mAh, ist aber im Gegensatz zum Zenfone 2 (Deluxe) austauschbar. Dafür müsst Ihr auf NFC verzichten und habt mit dem Snapdragon 615 einen langsameren, aber völlig alltagstauglichen Prozessor in dem 329 Euro teuren Smartphone zur Verfügung. Je nach Variante des Selfie stehen zwei oder drei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher ist 16 oder 32 Gigabyte groß.

Zenfone 2 Laser: Einsteiger-Smartphone mit schneller Kamera

Beim Zenfone 2 Laser ist alles eine Nummer kleiner. Das Display schrumpft auf fünf Zoll und verfügt nur über eine HD-Auflösung, wird dafür aber von Gorilla Glass 4 geschützt - während die anderen beiden Zenfones in diesem Test sich mit Gorilla Glass 3 begnügen müssen. Ihr müsst Euch im Gegenzug mit einem Snapdragon 410 und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zufriedengeben - was meistens ausreicht, aber in einigen Momenten doch etwas mehr Geduld bei der Ladezeit erfordert. Beim erweiterbaren internen Speicher stehen nur acht und 16 Gigabyte zur Wahl. Der austauschbare Akku verfügt nur über eine Kapazität von 2070 mAh.

Womit Euch Asus beim Zenfone 2 Laser, das nur eines von vielen Einsteiger-Smartphones ist, überzeugen will, ist der schnelle Autofokus. Der ist zwar wirklich schneller als zum Beispiel der herkömmliche Autofokus des Zenfone 2 Deluxe, steckt aber nicht exklusiv im Laser, sondern etwa auch im Zenfone Selfie - und LG stattet seine Geräte seit dem G3 mit einer ähnlich Technik aus.

Und schon wie beim Zenfone Selfie stellt die Kamera mit dem Laser-Autofokus Motive wirklich schneller scharf als Kameras ohne diese Technik. Die 13-Megapixel-Kamera bietet eine genauso gute Bildqualität wie die größeren Zenfones, sodass es wirklich ein günstiges Smartphone für Fotografen ist, aber mit 229 Euro für die restliche Hardware mir doch zu teuer erscheint.

Fazit: Wer zu spät kommt, ...

Als Asus die drei Zenfones auf der IFA 2015 vorgestellt hat, war Android Lollipop noch zeitgemäß. Jetzt, ein halbes Jahr später, habe ich den Anspruch, dass neue Geräte mit Android 6.0 Marshmallow ausgeliefert werden. Das ist hier leider nicht der Fall. Asus bestätigte auf Nachfrage von CURVED, dass ein Update kommen wird, konnte aber noch keine Zeitangabe machen.

Gut gefällt mir bei allen drei Smartphones, dass ich den Speicher mit einer microSD-Karte erweitern, zwei SIM-Karten einlegen und vom Deluxe abgesehen, den Akku austauschen kann. Weniger überzeugt bin ich vom Einschaltknopf, der mittig auf der Oberseite des Gehäuses sitzt sowie der Lautstärkewippe auf der Rückseite. Die lässt sich bei LG besser bedienen.

Das Zenfone 2 Deluxe ist ein gelungenes Flaggschiff-Smartphone, kommt aber zu spät. Es hat zwar eine schöne Rückseite und viel Speicherplatz, ist sonst aber mit dem Zenfone 2 identisch. Und für ein je nach Geschmack wirklich schickes Kunststoff-Cover 120 Euro mehr ausgeben? Eher nicht. Das Zenfone Selfie ist mit einer sehr guten Frontkamera das ideale Mittelklasse-Gerät für Selfie-Fans, dessen Preis gerne noch unter 300 Euro sinken darf. Das Zenfone 2 Laser ist von der guten Kamera mit dem schnellen Autofokus abgesehen ein Einsteiger-Smartphone und dafür mit 229 Euro zu teuer. Ich bin gespannt, bis wohin sein Preis im Handel noch sinkt.


Weitere Artikel zum Thema
Galaxy S7-Update belegt: Mit Nougat wird aus TouchWiz Samsung Expe­ri­ence
Her damit !9Samsung Experience auf dem Galaxy S7 Edge: Mit Android Nougat sagt TouchWiz offenbar Goodbye
Alles anders mit Android Nougat: In der neuesten Beta-Version für das Galaxy S7 soll die Benutzeroberfläche nicht mehr TouchWiz heißen.
Galaxy S7 Edge in Pearl Black: Samsungs Diamant­schwarz kommt im Dezem­ber
3
Peinlich !13Das Galaxy S7 Edge in Pearl Black besitzt offenbar eine spiegelnde Oberfläche
Das Galaxy S7 Edge in Pearl Black: Samsungs Flaggschiff könnte im glänzenden Schwarz auf den Markt kommen – inklusive Speicherupgrade.
Android: App-Upda­tes sollen künf­tig mehr als 50 Prozent klei­ner sein
Christoph Groth
App-Updates unter Android sollen künftig kleiner werden
Google gibt bekannt, dass App-Updates im Schnitt künftig rund zwei Drittel kleiner sein sollen – in manchen Fällen sogar bis zu 90 Prozent.