Asus ZenFone 3, Laser & Max im Test: Ungleiche Drillinge

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Zenfone 3, Zenfone 3 Laser und Zenfone 3 Max.
Zenfone 3, Zenfone 3 Laser und Zenfone 3 Max.

Pünktlich vor Weihnachten bringt Asus das Zenfone 3 nach Deutschland. In drei verschiedenen Ausführungen. Im Test vergleichen wir das Zenfone 3 Laser, Zenfone 3 Max und Zenfone 3 miteinander.

Asus hat sich viel Zeit gelassen: Ein halbes Jahr nach der Vorstellung sind das Zenfone 3, Zenfone 3 Laser und Zenfone 3 Max endlich in Deutschland angekommen. Schon beim ersten Zenfone sorgte die Verspätung dafür, dass aus dem spannenden Smartphone bei der Vorstellung "eines von vielen" geworden war, als es in den Verkauf kam. Das Zenfone 3 Deluxe ist zudem bisher nicht für Deutschland vorgesehen. So hat Asus hierzulande nur ein Mittelklasse-Modell als Flaggschiff im Angebot. Aber genug gemeckert. Wenden wir uns den Geräten zu.

Hardware

2x Metall und 1x Glas

Unter den drei Smartphones in diesem Vergleich hebt sich das Zenfone 3 als Topmodell optisch von den anderen beiden ab. Während das Zenfone 3 Laser und das Max über ansehnliche und gut verarbeitete Metallgehäuse verfügen, kommt beim Zenfone 3 Glas auf der Rückseite zum Einsatz.  Das wirkt einfach edler. Beim Display erfreuen das Zenfone 3 und das Zenfone 3 Laser meine Augen mit 5,5 Zoll großen Full-HD-Displays. Das Zenfone 3 Max hat dagegen nur einen 5,2 Zoll großen Touchscreen mit HD-Auflösung zu bieten. Das sind bei genauer Betrachtung zu wenig Pixel. Zudem weist das Display einen Blaustich auf.

Unter der Haube setzen sich die Unterschiede fort. Im Zenfone 3 steckt der Mittelklasse-Chipsatz Snapdragon 625, der für die meisten Aufgaben genug Rechenkraft besitzt, aber für ein Flaggschiff zu wenig ist. Beim Zenfone 3 Laser wird es mit dem Einsteiger-Chipsatz Snapdragon 430 noch langsamer, aber noch nicht zu langsam. Das ist dann beim Zenfone 3 Max der Fall. Sein MediaTek MT6737M ist spürbar langsam und lässt trotz drei Gigabyte Arbeitsspeicher das Smartphone lange rechnen und manchmal ins Stocken geraten.

Die Kameraqualität

16 und 8, 13 und 8 sowie 13 und 5 - das sind die Megapixel der Rück- und Frontkameras vom Zenfone 3, Zenfone 3 Laser und Zenfone 3 Max. Und während das Zenfone 3 und das Laser trotz unterschiedlicher Auflösung ähnlich gute Bilder liefern, bleibt das Zenfone 3 Max deutlich dahinter zurück. Seine Aufnahmen wirken blass, weisen nur eine geringe Detailgenauigkeit auf und haben eine leichten Gelbstich. Die anderen zwei Smartphones liefern dagegen Bilder mit ordentlichem Weißabgleich, vielen Details und kräftig wirkenden Farben. Die kann man gut vorzeigen und durch den Laser-Autofokus in beiden Kameras sind Motive schnell scharf gestellt.

Ähnlich gestaltet sich auch die Bildqualität der Frontkamera. Während man die Selfies vom Zenfone 3 und Zenfone 3 Laser gerne verschickt, behält man die vom Zenfone 3 Max unter Verschluss.

Software

ZenUI mit viel Bloatware

Auf den drei Zenfones läuft Android Marshmallow. Asus versieht Googles Betriebssystem mit seiner eigenen Benutzeroberfläche ZenUI und setzt dabei eine schlechte Angewohnheit aus dem PC-Bereich fort: Zu viel vorinstallierte Software. Um das in Zahlen zu verdeutlichen: Direkt nach dem Einschalten benötigten 42 Apps ein Update. Sonst bewegt sich das in der Regel zwischen 15 und 25 Apps. Darüber hinaus versuchte Asus mir bei der Einrichtung noch weitere "angesagte Apps" zum Testen unterzujubeln. Es gibt aber auch eine gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Ihr könnt die meisten Apps von Hand deinstallieren.

Bei allen drei Zenfones befindet sich ein Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Egal ob fast quadratisch oder rechteckig, sie sind gut zu erreichen und entsperren die Smartphones schnell. Nur beim Max dauert es gefühlt etwas länger, was ich aber der langsamen Hardware und nicht dem Sensor ankreide. Kopfhörer könnt Ihr bei den drei jeweils auch per Kabel und Klinken verbinden. Der zweite Anschluss ist aber nicht bei allen identisch. Das Zenfone 3 ist mit USB-C schon für die Zukunft gerüstet, während das Zenfone 3 Laser und das Zenfone 3 Max mit Micro-USB auf einen Standard setzen, der langsam abgelöst wird.

Bei der Akkukapazität hat das erste Mal das Zenfone 3 Max die Nase vorn. Seine Batterie ist mit 4100 mAh deutlich größer als beim Zenfone 3 und Laser mit nur 3000 mAh. Dieser Unterschied und der durch das kleinere Display und die langsamere Hardware geringere Stromverbrauch machen sich in einer längeren Akkulaufzeit bemerkbar. Aber zwei volle Tage hält auch das Smartphone nur durch, wenn Ihr es sehr wenig nutzt.

Fazit: Drei Smartphones sind eines zu viel und eines zu wenig

Das Zenfone 3 ist zwar das aktuelle Topmodell von Asus in Deutschland, aber kein Flaggschiff. Warum es das Zenfone 3 Deluxe, das die Anforderungen an ein Spitzenmodell erfüllt, nicht hierzulande erhältlich ist mir nicht verständlich.

Mit dem Zenfone 3 hat Asus ein ordentliches Mittelklasse-Smartphone im Angebot, dass aber mit 369, bzw. 399 Euro für die Version mit vier statt drei Gigabyte Arbeitsspeicher zu teuer ist. Vor allem im Vergleich zum ZTE Axon 7 oder dem OnePlus 3T. In der Ausstattung etwas abgespeckt, aber immer noch brauchbar und mit 259 Euro deutlich günstiger ist das Asus Zenfone 3 Laser. Sodass es am Ende das Interessanteste von diesen drei Mittelklasse-Smartphones ist.

Außer dem großen Akku hat das 219 Euro teure Zenfone 3 Max nichts zu bieten, und selbst der bringt nur bei sehr sparsamer Nutzung einen zweiten Tag Laufzeit. Da lohnt es sich, 40 Euro mehr für das Laser auszugeben. Das Max hat das schlechtere Display, deutlich langsamere Hardware und eine sichtbar schlechtere Kamera.

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